16. JULI 2018

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Schwere Wetter


Stapler Spezial

Markt. Wer weiß, wie Wirtschaft funktioniert, wundert sich nicht, wenns nach Jahren kräftigen Wachstums mal etwas ruhiger wird. Dass ihr Markt auf die Hälfte schrumpfen würde, damit allerdings hätte keiner der Staplerbauer gerechnet.
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Weil niemand, aber auch wirklich niemand mit einem derart drastischen Einbruch des Marktes für Gabelstapler und Lagertechnikgeräte gerechnet hatte, war die Bestürzung über den unerwartet massiven Kollaps groß. Theodor Maurer, CEO von Linde Material Handling: »Einen derartigen Einbruch hat noch keiner von uns in seinem Berufsleben erlebt – ein Minus von 30, 40, 50 Prozent, in manchen Märkten sogar noch darüber. Dass die Märkte nach dem Hoch der letzten Jahre mal um 10 oder 20 Prozent nachgeben könnten, lag noch in unserer Vorstellungskraft. Mit einem Einbruch, wie wir ihn jetzt verzeichnen müssen, hat allerdings niemand in unserer Industrie gerechnet.«

Genau wie Theodor Maurer (das komplette Interview mit dem Linde-Chef beginnt auf Seite 18) sprechen auch andere Manager aus der Intralogistik- beziehungsweise Flurförderzeug-Branche von einer Krise bisher nicht gekannten Ausmaßes. Jungheinrich Vertriebsvorstand Dr. Helmut Limberg (Interview: Seite 26): »Wir sind mit einem dramatischen Abschwung konfrontiert.« Und obwohl alle maßgeblichen Staplerbauer mit Zuversicht nach vorn blicken eine erste, wenn auch leichte Besserung der Lage wird für 2010 erwartet – , stimmen doch fast alle darin überein, dass bis zum wirklichen Aufschwung noch eine längere Durststrecke zurückzulegen ist (lesen Sie dazu auch unsere Umfrage ab Seite 41). Matthias Fischer vom Branchenprimus Toyota etwa sagt: »Wir gehen nicht davon aus, dass der Markt sich kurzfristig erholen wird. Auch wenn zurzeit die ersten Lichtlein glimmen – die Zurückhaltung der Kunden wird uns sicher noch einige Zeit begleiten.«

Davon geht auch Fischers Kollege Bert-Jan Knoef (Interview: Seite 46) von Still in Hamburg aus: »Wenn sich 2010 ein leichter Aufschwung von 5 Prozent ergibt und der Markt in den darauffolgenden Jahren um 20 Prozent zulegt, dann bewegen wir uns 2013/2014 wieder auf dem Niveau von 2007.« Wird also noch eine Weile dauern, bis alles so ist, wie’s mal war. Und wie’s war, so viel steht fest, war’s gut. Bis 2007 – mit weltweit 950.000 verkauften Geräten das Rekordjahr der Staplerbranche – ging’s zügig bergauf. Dann, 2008, die erste Delle: rund 870.00 Geräte.

Immer noch ein gutes Jahr. Dennoch: Im vierten Quartal deutete sich die Krise bereits an. Danach kam’s dann wirklich dick. Das erste Quartal 2009 war für die Hersteller ein regelrechtes Fiasko. Mit dem Einbruch des Weltmarktes um rund 50 Prozent fiel es so schlecht aus, dass die Position von Toyota als Weltmarktführer ins Wanken geriet. Hätte das logistik journal bei der Erstellung der Weltranglis-te (siehe Seite 35) nicht auch für die Japaner das Kalenderjahr als maßgeblichen Zeitraum zur Umsatzermittlung herangezogen, sondern das Toyota-Geschäftsjahr (April - März), dann wäre die Kion Group an Toyota vorbeigezogen. Aber: Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Und so entschied die Redaktion, für Toyota den gleichen Bewertungszeitraum zugrunde zu legen, den auch Hauptwett-bewerber Kion für die Ermittlung seiner Zahlen heranzieht: das Kalenderjahr.


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lj 05/2009
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