18. JUNI 2018

zurück

kommentieren drucken  

Hoch hinaus


Technik

Praxis Wenn die Umstände es erfordern, muss in die Höhe gebaut werden wie im Falle der Lagers von Simonds Farsons Cisk auf Malta. Für effiziente Prozesse sorgen Geräte von Jungheinrich.

Das milde Klima machte es möglich: Malta war stets ein Weinland. Erst durch externe Einflüsse, in erster Linie durch britische Soldaten, fand ein sukzessiver Wandel in Richtung Bier statt. In den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts errichtete die damalige L. Farrrugia & Sons Ltd. in Hamrun die erste Brauerei auf der kleinen Mittelmeerinsel. 1928 wurde das erste einheimische Bier – Farsons Pale Ale – gebraut, was nicht nur einen Schub für das beginnende Brauereiwesen auf Malta, sondern für die gesamte Industrie des Landes brachte.

Im Jahr 1950 wurde eine neue Brauerei errichtet und kontinuierlich modernisiert. Heute liegt die Produktionsfläche bei mehr als 24.000 Quadratmetern. »Lange waren wir nur eine klassische Brauerei«, erzählt Paul Micallef, Chief Operations Officer bei Farsons. 1952 aber entwickelte das Unternehmen seinen ersten Softdrink. Später kamen auch Tafelwasser und unter Lizenz hergestellte Säfte hinzu. Heute werden Farsons-Produkte nicht nur auf Malta, sondern auch in Ländern wie Italien, Griechenland oder Ägypten verkauft.

Nachdem im Jahr 1990 ein hoch moderner Brauereibereich eingeweiht worden war, konnten 2008 ein neues Warehouse und Distributionszentrum sowie eine effiziente Abpackanlage für Softdrinks in Betrieb genommen werden. Und die Modernisierung dauert an. Derzeit befindet sich ein neuer Brauereikomplex in Planung. Dieses Projekt, erwartet Farsons, wird im Jahr 2012 abgeschlossen sein. Mit der Entscheidung für ein eigenes Warehouse und Distributionszentrum begann Farsons, die Zahl seiner Händler nach und nach zu reduzieren – zunächst von 13 auf acht, dann von acht auf fünf. Seit 2008 arbeitet das Unternehmen nur noch mit einem Händler für Gozo, einem sechs Kilometer nordwestlich der Hauptinsel gelegenen Eiland, zusammen. Die Konzentration auf die eigene Leistungsfähigkeit auch im Vertrieb hat Farsons in die Lage versetzt, den gesamten Warehouse- und Distributionsprozess selbst zu kontrollieren – mit Blick auf den eigenen Qualitätsanspruch ein unschätzbarer Vorteil.


Kompetenter Partner
Bei der Errichtung des neuen Lagers hatten die Getränkeproduzenten von der Mittelmeerinsel einige Klippen zu umschiffen. »Wir wussten nicht wirklich, was beim Bau eines solchen Lagers alles zu beachten ist«, erinnert sich Farsons-COO Paul Micallef, »glücklicherweise konnten wir aber auf kompetente Partner zurückgreifen.« Einer dieser Partner ist Jungheinrich. Der Intralogistiker mit Hauptsitz in Hamburg beliefert Malta über den Exklusivhändler Mekanika. »Wir kannten Jungheinrich bereits«, erzählt Farsons Chief Development Officer Albert Calleja, »deshalb haben uns mit unserem Anliegen an Mechanika gewandt.«
Als Projektingenieur von Jungheinrich war Thomas Peters maßgeblich am Layout des neuen Warehouse-Komplexes von Farsons beteiligt. Peters erläutert: »Obgleich in der Getränkebranche Block- bzw. Kanallager üblich sind, spielten zwei Parameter bei der Projektierung in Malta eine besondere Rolle.« Zum einen wollte und musste Farsons wegen des latenten Platzmangels auf Malta, vor allem aber ob der Hanglage des Grundstücks, in die Höhe bauen, was die Errichtung eines Blocklagers weitgehend ausschloss. Zum anderen wünschte der Auftraggeber direkten Zugriff auf alle Waren, was gegen ein Kanallager sprach. Am Ende entschied man sich gemeinsam für den Bau eines Schmalganglagers, einschließlich der dafür erforderlichen Hochregalstapler eine für Malta komplett neue Anlage. Zunächst sorgte diese Tatsache für Vorbehalte. Chief Development Officer Calleja: »Die Bereitschaft des Personals, mit einem Hochregalstapler in Höhen bis 15 Meter zu arbeiten, war am Anfang nicht besonders ausgeprägt.« Doch die vielen Vorteile der neuen Arbeitsweise räumten die Bedenken schnell aus dem Weg. Nachdem Jungheinrich das Layout für das Lager ausgearbeitet hatte, erhielt der Spezialist aus Hamburg auch den Auftrag für die Lieferung der Schmalgangfahrzeuge nebst der dazugehörigen Induktivführung. Das neue Warehouse und Distributionszen-trum von Farsons dehnt sich auf einer Fläche von 5.000 qm aus und kann mehr als 11.000 Paletten aufnehmen. Neben einem kleineren Bereich, in dem bei 15 Grad Weine und Spirituosen lagern, sind die von Farsons produzierten Biere und Softdrinks in einem Bulk-Lager untergebracht.


Konstante Lagertemperatur

In dem Bereich, in dem das Bier lagert, herrscht konstant eine Temperatur von 21 Grad. Zudem muss das Licht in diesem Bereich gefiltert werden, da ultraviolette Strahlung die Qualität des Bieres, das in helle Flaschen abgefüllt ist, beeinträchtigen kann.

Für effiziente Ein- und Auslagerprozesse bei Farsons sorgen die von Jungheinrich gelieferten Schmalgangstapler. Während im Wein- und Spirituosenlager ein Kommissionier- und Dreiseitenstapler vom Typ EKX 410 zum Einsatz kommt, sorgen im Bulk-Lager von Farsons drei Fahrzeuge der 2007 eingeführten Baureihe 5 für reibungslose Abläufe. Der EKX 515 mit einer Tragkraft bis 1.500 Kilogramm erreicht Hubhöhen bis 15 Meter. Mit 80-Volt-Drehstromtechnik ausgerüstet, ist das Fahrzeug besonders leistungsfähig, was auch in der Getränkebranche von herausragender Bedeutung ist. Bei der Entwicklung des EKX 515 – auch Kombistapler genannt, weil der Bediener mit diesem Gerät sowohl stapeln als auch kommissionieren kann – hat der Mensch im Mittelpunkt gestanden. So kann der Bediener des EKX die geräumige Kabine über einen großzügig dimensionierten Einstieg erreichen. Zudem hat er durch die niedrige Schwenkschubführung und Freihubgerüste eine »unverbaute« Sicht auf Fahrbahn und Last. Ein weiteres nutzerfreudliches Feature ist ein gefederter, verstell- und klappbarer Komfortsitz, der auf Wunsch mit Heizung und Lendenwirbelstütze ausgestattet werden kann.

Ein deutliches Mehr an Komfort und Sicherheit gegenüber anderen Fahrzeugen stellt auch das schalterlose Zweihand-Bedienkonzept des EKX 515 dar. Besonders augenfällig ist das elektrisch verstellbare Bedienpult. Ausgestattet mit Farbdisplay und einer Folientastatur mit Ziffernblock dient es als zentrale Steuerungs- und Informationseinheit. Zudem kann der Bediener über einen Zugangscode individuell angepasste Fahrerprogramme abrufen. Sensoren registrieren die Berührung durch den Bediener und geben die entsprechenden Informationen an den Bordrechner weiter. Für akkurate Fahr- und Hydraulikbewegungen ist die bewährte Daumensteuerung zuständig.

Hohe Qualitätsstandards

Dass sämtliche Warehouse- und Distributionsprozesse bei Farsons hohen Qualitätsstandards entsprechen, darin sind sich alle Beteiligten einig. Erheblichen Anteil an den effizienten Abläufen haben die Kombistapler von Jungheinrich. Ein Lob geht auch an das Service-Team des Hamburger Intralogistikers. Wenn es Probleme gegeben habe, so Farsons-Manager Albert Calleja, sei Jung-heinrich stets zur Stelle gewesen. Kein Wunder, verfügt das Hamburger Unternehmen doch über eine Crew von Technikern, die innerhalb von 48 Stunden an fast jedem Ort der Welt sein können. Einer dieser Techniker ist Rudolf Kornbauer. Ansässig im bayerischen Moosburg hier wird u.a der EKX 515 gefertigt hat Kornbauer auf Malta nicht nur seine Jungheinrich-Kollegen verblüfft, sondern insbesondere die Verantwortlichen von Farsons. Albert Calleja: »Dass ein einzelner Techniker derart komplexe Geräte bis ins Kleinste beherrscht, hat uns wirklich überrascht.« Und die Begeisterung des Managers hält an. Inzwischen hat Farsons einen weiteren EKX 515 von Jungheinrich geordert.

www.jungheinrich.de



Daten & Fakten

Simonds Farsons Cisk hat eine lange Tradition. Maltas erstes Bier, Farsons Pale Ale, wurde bereits im Jahr 1928 gebraut.

Jungheinrich ist auf Malta durch den Exklusivhändler Mekanika vertreten.

Schmalganglager mit leistungsstarken Hochregalstaplern gewährleisten effiziente, wirtschaftliche Ein- und Auslagerprozesse.

Kombistapler heißt der EKX 515, weil man mit ihm stapeln und kommissionieren kann.

Ausgabe:
lj 06/2009
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Weltmarkt Flurförderzeuge

logistik journal: Weltmarkt Flurförderzeuge 2016

Video der Woche

 

ANZEIGE