16. JULI 2018

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Zuverlässige Lösung


Markt

Anwendungen Anfangs gab es noch Skepsis. Heute indes ist der Betreiber des Rheinhafens Kehl froh, dass sein Massengutkran fürs Schrotthandling mit einem Energieketten-System versehen ist. Lieferant war Igus aus Köln.

Spätestens nachdem ich mit anderen Hafenbetreibern gesprochen hatte, stand unsere Entscheidung fest: Bei dem neuen Künz-Portalkran wollten wir auf eine Energieketten-Lösung setzen«, erinnert sich Dipl.-Ing. Uli Stichler, Technischer Betriebsleiter der Hafenverwaltung Kehl. Inzwischen weiß Uli Stichler, dass er sich seinerzeit genau richtig entschieden hat: »Trotz der sehr rauen Einsatzbedingungen läuft die automatische Krananlage seit über zwei Jahren bei Wind und Wetter ohne jegliche Beanstandung.« Keine Frage also: Die von Stichler favorisierte Lösung hat sich bewährt.

Einbaufertige Systeme

In dem Massengutkran kommen vorkonfektionierte Energiezuführungen des Kölner Unternehmens Igus zum Einsatz. Die einbaufertigen Systeme werden unter dem Namen Ready-Chain vertrieben. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die beidseitig zu öffnende Rollen-Energiekette 4040RHD, die sich vor allem für den Schwersteinsatz im Außenbereich eignet. Der Einspeisungspunkt befindet sich bei dieser Anlage in der Mitte des Verfahrwegs. Hinzu kommen als Garanten für Funktionssicherheit robuste geschirmte Chainflex-Spezialleitungen und zwar Einzeladern für die Leistungsversorgung sowie Steuer-, Bus- und Lichtwellen-leitungen. Ihr TPE-Außenmantel deckt Temperaturbereiche von -35 bis +100 °C ab und wird damit an 365 Tagen im Jahr allen witterungsbedingten Anforderungen gerecht. Zum Lieferumfang gehören auch korrosionsfreie Führungsrinnen aus Edelstahl, die den ruhigen und reibungsarmen Lauf der Energiekette unterstützen sollen. Weitere Speziallösungen runden das Gesamtsystem ab. Eine maßgeschneiderte Einhausung etwa schützt Kette und Leitungen vor extremen Witterungseinflüssen, und ein schwimmender Mitnehmer nimmt den notwendigen Toleranzausgleich vom Kettensystem zur Katze vor. Auf diese Weise ist größtmöglicher Schutz gewährleistet.

Steigende Anforderungen

Die Anforderungen an Energiezuführungen steigen permanent. Verfahrwege werden immer länger, Geschwindigkeiten immer höher, Kabellasten immer größer. Immer neue technische Herausforderungen werden insbesondere mit Rollen-Energieketten gemeistert. Im Falle des hier dargestellten Massengutkrans beträgt der Verfahrweg 109 m. Die Geschwindigkeit liegt bei 120 m/min bei einer Beschleunigung von 0,35 m2. Hinzu kommt die Leitungslast von 12 kg/m. »Unsere Auftragslage ist sehr gut«, berichtet Uli Stichler von der Hafenverwaltung Kehl, »deshalb müssen wir tagaus tagein eine hohe Funktionstüchtigkeit sicherstellen.«

Effizienter Umschlagbetrieb

Der Rheinhafen Kehl verknüpft auf 320 Hektar die industriellen Tätigkeiten großer Unternehmen im süd- und mittelbadischen Raum. An drei Hafenbecken mit zwölf Kilometer Uferlänge werden im Jahr rund 3,5 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Herz des effizienten Umschlagbetriebs sind zwei Verladebrücken für Containerverkehr, zwei Verladebrücken für Massengut und zwei Mobilkrananlagen. Mit dem Künz-Kran wird Schrott unterschiedlichster Qualitäten aus Bahnwaggons zum Lagerplatz umgeschlagen. Je nach Anforderung ist die Krananlage entweder mit einem Zweischalengreifer, einem Polypgreifer oder mit einem Magneten ausgestattet.

Verfügbarkeit ist Trumpf

Der gesamte Kran ist ständigen Belastungen ausgesetzt. Sowohl die Energiezuführung als auch die Führungsrinne müssen stärksten Vibrationen standhalten, ohne Schaden zu nehmen. Es kann sogar zu Verformungen kommen, die dann natürlich ausgeglichen werden müssen. »Die Krananlage ist zu jeder Jahreszeit im Einsatz«, unterstreicht Elektromeister Uwe Woltersdorf, »das heißt, dass sie sämtliche Temperaturschwankungen aushalten muss.« Einmal im Jahr wird die Anlage gründlich gewartet. Dazwischen darf es möglichst nicht zu Ausfällen kommen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Betreiber des Rheinhafens Kehl, dem Kranbauer Künz und dem Energieketten-Lieferanten Igus hat während der gesamten Projektierungs- und Bauphase bestens funktioniert. »Vor Ort ist in Absprache mit uns die konkrete Einbausituation geklärt worden«, berichtet Elektromeister Woltersdorf. »Darüber hinaus haben wir eine detaillierte Zeichnungsdokumentation von Igus bekommen.«
Die für Kehl bestimmte, vorkonfektionierte Energiezuführung kam exakt zum verabredeten Termin auf die Baustelle und wurde unter der Regie des Kranbauers installiert. Die elektrotechnische Abnahme erfolgte unter Einbezug des Betreibers in Zusammenarbeit zwischen dem Energieketten-Lieferanten und dem Kranbauer.

Da man sich ungewollte Stillstandszeiten im Rheinhafen von Kehl weder leisten kann noch will, wird es beim nächsten Kran voraussichtlich erneut ein Energieketten-System geben. Uli Stichler: »Die technischen und wirtschaftlichen Vorteile haben uns überzeugt. Und da wir aufgrund der Erfahrungswerte zudem von einer hohen Lebensdauer ausgehen, hat sich die Entscheidung für die Energiezuführungslösung für uns auf jeden Fall gelohnt.«

www.igus.de


Daten & Fakten

Der Rheinhafen Kehl erstreckt sich auf einer Fläche von 320 Hektar. An drei Hafenbecken mit 12 km Uferlänge werden im Jahr rund 3,5 Mio. Tonnen Güter umgeschlagen.
Das Energieketten-System für den neuen Künz-Portalkran im Rheinhafen Kehl stammt von den Spezialisten von Igus aus Köln.
Für hohe Effizienz beim Einbau sorgte u.a. die Tatsache, dass die Energiezuführung von Igus vorkonfektioniert angeliefert wurde.

Ausgabe:
lj 02/2010
Unternehmen:
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