20. JULI 2018

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Mit hohem Standard auf dem Weg in die Zukunft


Produkte

Lagerverwaltungssysteme - Bei der Auswahl ihrer LVS-Software setzen viele Unternehmen auf individualisierte Produkte. Dabei haben auch Standardlösungen Vorteile. Wollschläger weiß das und baut auf SAP EWM.

Die Wollschläger GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Bochum beschäftigt an zwölf Standorten mehr als 600 Mitarbeiter und gilt als eines der führenden Handelsunternehmen für den Werkzeug- und Maschinenbau. Neben einem umfassenden Produktportfolio bietet das Unternehmen auch industrienahe Dienstleistungen an. Rund 80.000 Artikel hat Wollschläger ständig auf Lager. Auf Wunsch werden auch Sonderartikel in den Katalog aufgenommen. Die 2007 umstrukturierte und erweiterte Lagertechnik des Unternehmens und flexible Mitarbeiter ermöglichen bei garantierter 24-Stunden-Lieferung bis zu 10.000 Picks und 2.000 Auslieferungen pro Tag.

Die ständig wachsenden Anforderungen an die Logistik hatten vom alten Lagerverwaltungssystem nicht mehr erfüllt werden können. Vor allem Probleme mit den Schnittstellen sowie Auftragsdurchlaufstörungen und Bestandsdifferenzen waren aufgetreten. Im Rahmen einer SAP-ERP-Einführung in Zusammenarbeit mit der Intelligence AG entschied sich Wollschläger deshalb für ein neues Lagerverwaltungssystem. Es galt, ein zukunftsorientiertes System zu finden, das die beschriebenen Probleme nachhaltig lösen sollte. Auf Basis einer Liste mit allen Prozessen und Anforderungen wurden diverse Produkte bewertet. Dabei überzeugte vor allem die SAP-Variante Extendend Warehouse Management (EWM). Ausschlaggebend waren ihr standardmäßiger Funktionsumfang und die Möglichkeit einer direkten Anbindung der Fördertechnik. Aber auch Flexibilität, Transparenz und Integrationsoptionen spielten eine wesentliche Rolle.

Für die Realisierung des Projekts wurde ein Partner mit umfassender EWM-Erfahrung gesucht. Am Ende fiel die Wahl auf die Prismat GmbH aus Dortmund. Als Special Expertise Partner von SAP mit Kernkompetenz im Bereich SAP EWM hat das Unternehmen bereits mehrere EWM-Projekte erfolgreich abgewickelt und verfügt über eine breite Wissens- und Erfahrungsbasis.

Hervorzuheben an den Abläufen bei Wollschläger ist der im Wareneingang umgesetzte, sehr individuelle Rollwagenprozess, der im ERP beginnt und im EWM endet. Aber: Yard-Management-Funktionalitäten boten die Lösung. Die Schnittstelle zwischen ERP und EWM konnte komplett im Standard genutzt werden. Weitere integrative Aufgaben des Projekts waren die Einführung einer durchgängigen Chargen- und Seriennummernverwaltung, die Umsetzung von Gefahrstoff- und Gefahrgutmanagement sowie die Abwicklung der Konsignationsprozesse. Zudem waren Optimierungen möglich, die mehr Flexibilität und Effizienz bei der Abwicklung von Lagerprozessen zulassen.

Mehr Flexibilität
Der Wareneingangsprozess wurde so umgestellt, dass die Mitarbeiter die Positionen nicht mehr nach einer vorgegebenen Reihenfolge abarbeiten müssen, sondern eine beliebige Position aus dem Arbeitsvorrat herausgreifen können. Weitere Neuerungen im WE-Prozess sind die Integration von Cross-Docking und eine Restlaufzeitprüfung für Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum.

Innerhalb der Auslieferprozesse galt es, sich vor allem in die jeweilige Prozesslogik einzubetten. So wurden unterschiedliche Auslager- und Kommissionierstrategien wie Pick-Pack-Pass oder Multi-Order-Picking sowie Kitting-Aufträge ins EWM übernommen. Bei den lagerinternen Prozessen wurden Funktionalitäten für Lagerplatzoptimierung, Umlagerung und Nachschub realisiert. Auch im Bereich Inventur konnten Optimierungen erzielt werden. Neben einer papierlosen Stichtagsinventur wurden Niederbestandskontrollen in die laufenden Kommissionier- und Umlagerprozesse integriert, sodass bei der Stichtagsinventur keine Vollaufnahme mehr nötig ist.

Klare Prioritäten
Als kundenorientiertes Handelsunternehmen verfügt die Wollschläger GmbH & Co. KG über ein Ladenlokal, das direkt an das Logistik-Center in Bochum angebunden ist. An dieser Stelle wird der Vorteil der integrativen Lösung besonders deutlich. Der Kunde sucht sich das gewünschte Produkt aus dem Katalog aus, der Kundenauftrag wird im SAP ERP erfasst und direkt an das SAP EWM zur Abwicklung weitergegeben. Im Lager wird dieser Auftrag mit höchster Priorität behandelt, denn der Kunde befindet sich im Ladenlokal und erwartet eine prompte Übergabe der Ware. Um die Wartezeit zu minimieren, sorgt eine intelligente Bypass-Steuerung dafür, dass die Kommissionierung der Ware für den Ladenkunden zuerst erfolgt.

Eine weitere Besonderheit ist der Einsatz der EWM-Komponente Material Flow System (MFS), mit der die direkte Anbindung und Steuerung von automatisierter Förder- und Lagertechnik möglich ist. Bei Wollschläger übernimmt das MFS die Verwaltung und Steuerung der über 1.000 Meter langen Fördertechnik sowie des Automatischen Kleinteilelagers mit doppelttiefen Behälterlagerplätzen. Das AKL ist das erste, das mit EWM (MFS) gesteuert wird. Die integrative Modellvariante bietet also nicht nur Vorteile in der Integration mit dem SAP ERP, sondern schließt auch die Kommunikationslücke zu Speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS). Von der Auftragserfassung bis zur Materialflusssteuerung: Der gesamte Prozess wird durch SAP abgebildet.

Hohe Zufriedenheit
Die Optimierungen der logistischen Prozesse in Verbindung mit dem kreativen Einsatz des SAP-Standards sowie das reibungslose »Go live« sprechen für die Lösungskompetenz des Projektpartners von Wollschläger. »Beim Einsatz einer komplexen Standardsoftware wie SAP EWM liegt die Kunst darin, den optimalen Lösungsweg zu finden und konsequent zu verfolgen«, erklärt Fin Geldmacher, verantwortlicher Projektleiter von Prismat, »das ist uns bei Wollschläger gelungen.« Auch das Handelsunternehmen selbst ist mit dem Ergebnis zufrieden. Die Anforderungen, so Wollschläger-Logistikleiter Volker Nielsen, seien gut umgesetzt und der Zeitplan eingehalten worden: „Das neue System wird uns Spaß machen und unsere Supply Chain nachhaltig verbessern.«

Fazit: Mit SAP EWM wurde bei der Wollschläger GmbH & Co. KG ein standardisiertes Lagerverwaltungssystem implementiert, das sich künftigen Anforderungen flexibel stellen kann. Auch Software-Updates, Service und Wartung sind langfristig sichergestellt. Mit Blick auf weitere Optimierungen und neue Prozesse bietet der große Funktionsumfang zudem beträchtliche Möglichkeiten.

www.prismat.de



Daten & Fakten

Bei Wollschläger beträgt die Lagerfläche 10.000 Quadratmeter. Das Hochregallager bietet Stellplatz für 4.500 Paletten.
Zum Logistikbereich zählen auch ein Automatisches Kleinteilelager, über 1.000 Meter Fördertechnik, mehrere Freilagerbereiche und ein Automatisches Behälterlager.

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