22. JUNI 2018

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Kion zieht Bilanz


Die Kion Group hat ihre angepasste Prognose für das Geschäftsjahr 2017 mit einem Rekordergebnis voll erfüllt und mit einer fortgeschriebenen Konzernstrategie die Weichen für weiteres profitables Wachstum gestellt.

Die Kion Group hat ihre angepasste Prognose für das Geschäftsjahr 2017 mit einem Rekordergebnis voll erfüllt und mit einer fortgeschriebenen Konzernstrategie die Weichen für weiteres profitables Wachstum gestellt. Erstmals ist in den Zahlen für den Berichtszeitraum der Ende 2016 erworbene Spezialist für Automatisierung und Lieferketten-Optimierung Dematic für ein volles Geschäftsjahr enthalten. Organisch und durch die Übernahme erzielte der Konzern beim wertmäßigen Auftragseingang, Umsatz, bereinigten operativen Ergebnis, bei bereinigter EBIT-Marge und beim Konzernergebnis insgesamt neue Spitzenwerte. Die Profitabilität erreichte mit 10,0 Prozent bereinigter EBIT-Marge erstmals ein zweistelliges Niveau. Der Free Cashflow erreichte mit 378,3 Mio. EUR einen Wert am oberen Ende der angepassten Prognose. Im laufenden Geschäftsjahr will der Konzern an den Erfolg von 2017 anknüpfen und dabei Auftragseingang, Umsatz sowie bereinigtes operatives Ergebnis weiter steigern. Vorstand und Aufsichtsrat der Kion GROUP AG werden der Hauptversammlung am 9. Mai 2018 vorschlagen, eine deutlich angehobene Dividende von 0,99 EUR je Aktie auszuschütten, rund 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach einem starken Schlussquartal und trotz negativer Währungseffekte legte der konzernweite, wertmäßige Auftragseingang 2017 um 36,8 Prozent auf 7,979 Mrd. Euro zu. Treiber war hier neben der Akquisition von Dematic vor allem das Neufahrzeuggeschäft. Der Auftragsbestand der Kion Group belief sich zum Jahresende auf 2,615 Mrd. Euro, das sind 9,1 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Bis zum Jahresende konnten vor allem im langfristigen Projektgeschäft von Dematic noch bedeutende Aufträge gewonnen werden. Der Umsatz legte um 37,0 Prozent auf 7,654 Mrd. Euro zu. Neben der Konsolidierung von Dematic wirkte sich hier das dynamische Wachstum des Segments Industrial Trucks & Services aus, das neben deutlich höheren Stückzahlen auch ein Plus im Servicegeschäft erzielen konnte. Das bereinigte operative Ergebnis EBIT wuchs um 42,5 Prozent auf 765,6 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge legte von 9,6 auf 10,0 Prozent zu. Das Konzernergebnis stieg um 73,3 Prozent auf 426,4 Mio. Euro. Hierzu trug auch ein positiver steuerlicher Sondereffekt aus der Ende vorigen Jahres in den USA beschlossenen Senkung des Körperschaftssteuersatzes bei. Der Free Cashflow betrug 378,3 Mio. Euro.

Entwicklung der Segmente im Detail
Im Segment Industrial Trucks & Services (Gabelstapler, Lagertechnik und verbundene Dienstleistungen) verbesserte sich das Geschäft mit Neufahrzeugen in allen Absatzregionen deutlich. Die Bestellzahlen bei Gabelstaplern und Lagertechnik-Geräten legten um 13,0 Prozent auf rund 201.400 Einheiten zu. Trotz negativer Währungseffekte stieg der wertmäßige Auftragseingang um 8,8 Prozent auf 5,859 Mrd. Euro zu, wobei auch im Servicegeschäft Zuwächse erzielt wurden. Der Umsatz des Segments erhöhte sich um 8,2 Prozent auf 5,631 Mrd. Euro, wobei das Neufahrzeuggeschäft um 9,3 Prozent zulegte. Trotz gestiegener Materialpreise wuchs das bereinigte EBIT dank der positiven Umsatzentwicklung um 9,1 Prozent auf 640,1 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge des Segments lag mit 11,4 Prozent damit leicht über dem Vorjahreswert. Der Weltmarkt für Flurförderzeuge verzeichnete 2017 nach der Zahl der bestellten Einheiten ein außerordentlich starkes Wachstum von 17,9 Prozent, nach 7,5 Prozent im Vorjahr. Unterm Strich wurden weltweit rund 1,4 Millionen Fahrzeuge geordert. Ein besonders starkes Plus erreichten Stapler mit Verbrennungsmotor (+20,8 Prozent), vor allem getrieben durch den chinesischen Markt. Aber auch die Zuwachsraten von Elektrostaplern und Lagertechnikgeräten waren zweistellig. Das Segment Supply Chain Solutions, dessen Aktivitäten unter der Marke Dematic gebündelt wurden, erzielte 2017 einen Auftragseingang von 2,099 Mrd. Euro, wobei rund 75 Prozent auf das Projektgeschäft und 25 Prozent auf Services entfielen. Nach einer verhaltenen Entwicklung in den ersten drei Quartalen wurden zum Ende des Jahres einige verzögerte Projekte von Kunden noch unterzeichnet. Der Gesamtumsatz von Supply Chain Solutions belief sich im vergangenen Jahr unterdessen auf 2,006 Mrd. Euro. Das bereinigte EBIT des Segments lag bei 181,4 Mio. Euro, woraus sich eine bereinigte EBIT-Marge von 9,0 Prozent ergibt.

CEO Gordon Riske: "Integration von Dematic sehr weit gediehen"
"Im vergangenen Jahr sind wir mit der Neuausrichtung der Kion Group nach der Akquisition von Dematic sehr gut vorangekommen, die Integration in den Konzern ist bereits sehr weit gediehen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kion Group, Gordon Riske, bei der Vorlage der Zahlen in der neuen Kion Zentrale in direkter Nachbarschaft zum Frankfurter Flughafen. "Mit unserer fortgeschriebenen Strategie ,Kion 2027' bauen wir unterdessen auf unserem erweiterten Angebot und unserer dynamischen Entwicklung in den vergangenen Jahren auf. Im Zentrum dieser Strategie stehen Innovation, Digitalisierung, Automatisierung, effiziente Energienutzung sowie eine noch bessere Leistungsfähigkeit unserer Produkte und Prozesse - für eine Fortsetzung unseres profitablen Wachstumskurses."

Die Strategie "Kion 2027"
"Kion 2027" baut auf den Erfolgen der - vor dem Erwerb von Dematic formulierten - "Strategie 2020" auf, mit deren Maßnahmen in den zurückliegenden fünf Jahren ein profitables Wachstum bei effizientem Kapitaleinsatz und einer hohen Widerstandsfähigkeit gegenüber konjunkturellen Schwankungen erreicht wurde. Die damit erreichte starke Position, insbesondere im Segment Industrial Trucks & Services, soll weiter ausgebaut werden. Mit "Kion 2027" soll darüber hinaus das Potenzial der gesamten Unternehmensgruppe ausgeschöpft und der Fokus noch stärker auf eine gemeinsame, kundenzentrierte Innovations-, Vertriebs- und Markenstrategie ausgerichtet werden, wobei die übergreifende Entwicklung und Vermarktung von integrierten, automatisierten Supply-Chain- und Mobile-Automation-Lösungen im Vordergrund stehen. Insgesamt strebt die Kion Group an, kontinuierlich ihren Anteil am globalen Material-Handling-Markt auszubauen und dabei weiterhin die höchste Profitabilität in der Branche aufzuweisen. Die Sicherung der Krisenfestigkeit sowie eine attraktive Kapitalrendite runden die Zielsetzungen ab.

Prognose 2018: Auftragseingang, Umsatz und bereinigtes EBIT steigern
Die Kion Group will im Geschäftsjahr 2018 an die erfolgreiche Entwicklung im Berichtsjahr anknüpfen und auf Basis der prognostizierten Marktentwicklung sowohl den Auftragseingang und den Umsatz als auch das bereinigte EBIT weiter steigern. Der Auftragseingang der Kion Group wird zwischen 8,050 Mrd. Euro und 8,550 Mrd. Euro erwartet. Beim Konzernumsatz bewegt sich der Zielwert zwischen 7,700 Mrd. Euro und 8,200 Mrd. Euro. Für das bereinigte EBIT wird ein Zielkorridor von 770 Mio. Euro bis 835 Mio. Euro angestrebt. Der Free Cashflow wird in der Bandbreite von 410 Mio. Euro und 475 Mio. Euro erwartet und beinhaltet bereits die Auszahlung für den geplanten Erwerb eines Minderheitsanteils and der chinesischen EP Equipment. Für den ROCE bewegt sich der Zielwert zwischen 8,7 Prozent und 9,7 Prozent. Sowohl die Prognose für den Free Cashflow als auch für den ROCE berücksichtigt die Effekte aus der erstmaligen Anwendung der neuen IFRS Accounting Standards. Details sind im Abschnitt "Grundlagen der Erstellung des Konzernabschlusses" im Konzernanhang des Geschäftsberichts aufgeführt. Der Auftragseingang für das Segment Industrial Trucks & Services wird zwischen 5,950 Mrd. Euro und 6,150 Mrd. Euro erwartet. Beim Umsatz bewegt sich der Zielwert zwischen 5,700 Mrd. Euro und 5,900 Mrd. Euro. Für das bereinigte EBIT wird ein Zielkorridor von 650 Mio. Euro bis 685 Mio. Euro angestrebt. Der Auftragseingang für das Segment Supply Chain Solutions wird zwischen 2,100 Mrd. Euro und 2,400 Mrd. Euro erwartet. Beim Umsatz bewegt sich der Zielwert zwischen 2,000 Mrd. Euro und 2,300 Mrd. Euro. Für das bereinigte EBIT wird ein Zielkorridor von 180 Mio. Euro bis 215 Mio. Euro angestrebt. Die Prognose basiert auf der Annahme der Stabilität der Materialpreise und des derzeitigen Währungskursumfelds.

Meilensteine 2017
- Rating: Zwei Monate nach dem Kauf von Dematic hat die Kion Group im Januar erstmals eine Einstufung im Investment-Grade-Bereich erhalten. Fitch Ratings erteilte dem Konzern ein langfristiges Emittentenrating von BBB- bei stabilem Ausblick.
- Finanzierung I: Die Kion Group hat im Februar erfolgreich erstmals ein Schuldscheindarlehen begeben. Der Erlös von mehr als einer Mrd. Euro diente der Refinanzierung des Brückenkredits, den das Unternehmen von seiner Kernbankengruppe für den Erwerb von Dematic erhalten hatte.
- Neues Werk: Der Standort St?íbro in Tschechien wird seit März 2017 um eine Fabrik für automatisierte Fördersysteme erweitert. Von 2018 an werden dort Module für automatisierte Lagersysteme von Dematic für den europäischen Markt produziert.
- Produkte: Auf der Fachmesse ProMat in Chicago führte Kion North America im Frühjahr ein umfassendes Portfolio an neuen Geräten ein. Zudem präsentierten zum ersten Mal die Kion Marken Dematic, Linde und Baoli ihr Angebot gemeinsam ihren Kunden
- Finanzierung II: Bei einer erfolgreichen Kapitalerhöhung hat die Kion GROUP AG im Mai alle 9.300.000 neuen Aktien bei institutionellen Investoren zu einem Preis von je 64,83 Euro platziert. Der Schritt führte zu einem Bruttoerlös von rund 603 Mio. Euro, womit die Akquisition von Dematic teilweise refinanziert wurde.
- Angebot: Dematic unterzeichnete im September eine globale Vereinbarung mit dem norwegischen Lagerhaussystemanbieter AutoStore(R). Dadurch erweitert Dematic das Angebot für integrierte Omni-Channel-Lösungen um ein ultrakompaktes Lager- und Ware-zur-Person-Stückgut-Kommissioniersystem.
- Partnerschaft: Im dynamisch wachsenden Markt für günstige Lagertechnik-Produkte ist die Kion Group im Januar 2018 eine exklusive und globale strategische Partnerschaft mit EP Equipment eingegangen, einem führenden chinesischen Hersteller und Exporteur. Dazu unterzeichnete der Konzern ein Abkommen über den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an EP Equipment.

 

Datum:
01.03.2018
Unternehmen:

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