Linde Roadster mit Brennstoffzellenantrieb

Mit dem Linde Roadster hat Linde Material Handling ein besonderes Konzept in Sachen Sicht und Sicherheit umgesetzt. Jetzt ergänzt das Unternehmen sein Antriebsportfolio für den Roadster um die Brennstoffzelle.

09. Januar 2019
Linde ergänzt sein Antriebsportfolio für den Roadster um die Brennstoffzelle. © Linde Material Handling
Bild 1: Linde Roadster mit Brennstoffzellenantrieb (Linde ergänzt sein Antriebsportfolio für den Roadster um die Brennstoffzelle. © Linde Material Handling)

„Unsere Kunden suchen nach wirtschaftlichen Energielösungen, deren CO2-Fußabdruck immer öfter eine entscheidende Rolle spielt“, sagt Markus Weinberger, International Product Manager Energy Solutions bei Linde Material Handling. „Unsere Verkaufsberater schöpfen aus einer denkbar breiten Palette an möglichen Energielösungen: vom Elektroantrieb mit Blei-Säure- oder Lithium-Ionen-Batterien über Brennstoffzellengeräte bis hin zu verbrennungsmotorischen Antrieben mit Diesel-, Treibgas- oder Erdgas als Kraftstoff. Die beste Lösung ergibt sich immer aus den Gegebenheiten vor Ort.“

An der Entwicklung serienfähiger Flurförderzeuge mit Brennstoffzelle arbeitet Linde Material Handling bereits seit zwei Jahrzehnten. „Wir waren 1997 die Ersten, die sich intensiv mit dieser vielversprechenden Technologie beschäftigt und erste Geräte 2010 in die Serienfertigung aufgenommen haben“, sagt Weinberger. „Heute verfügt die Marke Linde über das größte Angebot an Flurförderzeugen mit Brennstoffzellenantrieb im Markt. Rund 80 Prozent aller Modelle sind mit der zukunftsträchtigen Energievariante bestellbar. Dazu gehören Niederhubwagen, Schlepper oder Schubmaststapler sowie Gegengewichtstapler inklusive des Roadster-Modells.“

Mit dem Linde Roadster trifft ein außergewöhnlicher Stapler auf ein außergewöhnliches Antriebskonzept: Dank seines Fahrzeuglayouts sorgt er für optimale Sicht auf Fahrweg und Ladung. Dazu trägt maßgeblich der Entfall der sonst üblichen A-Säule bei, auf die dank der Kraftumleitung über oben liegende Neigezylinder und den Fahrerschutzdachrahmen verzichtet werden konnte. So punkten die Roadster-Versionen der Elektrostapler Linde E20 bis E35 vor allem in Logistik- und Industrieanlagen mit regem Personenverkehr. Auch Präzisionsarbeiten wie beispielsweise das Einlagern in Container kann der Bediener durch das deutlich größere Blickfeld besser erledigen. „Weil der Roadster seine Stärken vor allem im Indoor-Bereich ausspielt, erschien uns die Kombination mit der Brennstoffzellentechnologie ideal“, begründet Linde-Experte Weinberger die Erweiterung des Portfolios. Schließlich erzeugt das Energiesystem im Betrieb keinerlei Emissionen. Die Energiegewinnung erfolgt durch die chemische Reaktion von Sauerstoff und Wasserstoff. Der so erzeugte Strom speist eine Lithium-Ionen-Batterie, die wiederum Fahr- und Hubmotoren versorgt; zugleich dient der Akkumulator als Zwischenspeicher für rückgewonnene Bremsenergie und „Kraftreserve“ bei Leistungsspitzen. Als Nebenprodukte fallen im Prozess lediglich Wärme und reines Wasser an. Letzteres wird beim Nachtanken von Wasserstoff abgepumpt.

Stichwort Tanken: Ein kompletter Tankvorgang nimmt gerade einmal drei Minuten in Anspruch. Das sorgt für maximale Verfügbarkeit – speziell bei harten Mehrschichteinsätzen, wo das Energiesystem darüber hinaus durch seine kontinuierliche Leistungsabgabe überzeugen kann. Da der einfache, schnelle und saubere Tankvorgang Batteriewechsel obsolet macht, prädestiniert dies den Brennstoffzellen-Roadster selbst für den Einsatz in hygienekritischen Branchen wie der Pharma- oder Food-Industrie.

Natürlich spielt auch der Faktor Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle. Linde-Experte Markus Weinberger: „Unsere Untersuchungen und Praxistests belegen, dass sich Brennstoffzellensysteme ab einem Einsatz von rund 20 Fahrzeugen wirtschaftlich rechnen können. Verfügt das Unternehmen bereits über eine eigene Wasserstoff-Infrastruktur, da Wasserstoff in der Produktion ohnehin benötigt wird, wird das Konzept ökonomisch noch attraktiver.“ Hinzu kommt eine ganze Reihe ökologischer Benefits, angefangen bei der mit rund 10.000 Betriebsstunden vergleichsweise langen Lebensdauer einer Brennstoffzelle bis hin zu den CO2-Einsparungen, wenn der erzeugte Wasserstoff aus regenerativen Quellen wie beispielsweise Biogas oder einer Elektrolyse durch Sonnen- und/oder Windenergie stammt.

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