Hörmanns Tor zur Welt

Unternehmen

Firmengeschichte Seit der Gründung vor rund 70 Jahren wuchs Hörmann vom Schlosserbetrieb zur inter-national tätigen Firmengruppe. Mit Innovationen positioniert sich das Familienunternehmen für die Zukunft.

20. November 2009

Was lange währt, wird endlich gut, heißt es im Volksmund. Im Fall der Hörmann-Gruppe müsste es besser heißen: Was lange währt, bleibt immer gut. Denn das internationale Unternehmen aus Steinhagen kann auf eine langjährige Tradition in der Herstellung von Torsystemen zurückblicken. Im Jahr 1935 wurde der Grundstein von August Hörmann für den langanhaltenden, wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens gelegt.

Noch heute bilden neue Produkt-Entwicklungen und langfristige Strategien die Basis für das Geschäft. Bereits in dritter und vierter Generation führen nun Enkel und Urenkel des Gründers August Hörmann das Unternehmen. Die Produktpalette wurde seitdem konstant erweitert – sie umfasst Garagentore, Haustüren sowie Feuer- und Rauchschutzabschlüsse.

Seit insgesamt sieben Jahren bietet das Unternehmen Überladebrücken, Torabdichtungen und Industrietore samt Antrieben und ist damit Komplettanbieter für Verladesysteme. Das Familienunternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück, die vor rund 70 Jahren ihren Anfang nahm.

Anfänge in Bielefeld

Gegründet wurde die Gruppe 1935 von August Hörmann als »Bielefelder Stahltore«. Der Schlosserbetrieb produzierte unter anderem zweiflüglige Garagen-Tore, die wie Türen nach vorn öffnen, und Hof-Tore. Der Grundstein für das heutige Unternehmen wurde in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts mit der industriellen Fertigung eines neuartigen Garagen-Schwingtors gelegt.

Das sogenannte »Berry-Tor« sollte in den Folgejahren zum Synonym für Schwing- bzw. Garagentore generell werden. Überlieferungen zufolge trafen sich Hermann Hörmann, Sohn des 1944 verstorbenen Unternehmensgründers, und der amerikanische Unternehmer Glenn Berry. Dieser hatte ein neuartiges Garagen-Schwingtor entwickelt und suchte Unternehmen, die das Tor in Lizenz produzieren sollten. Mehrere Unternehmen hatten Berry bereits abgewiesen. Hermann Hörmann sagte zu und legte damit den Grundstein für die heute rund 6.000 Mitarbeiter zählende Gruppe.

Das millionenfach verkaufte Erfolgsprodukt hat das Unternehmen nicht nur groß und bekannt gemacht, sondern auch zu einer frühen Markenbildung maßgeblich beigetragen. Mittlerweile führen die Enkel und Urenkel in dritter und vierter Generation das Unternehmen. Die gemeinsame und generationenübergreifende Führungsarbeit ist das Ergebnis einer langfristigen Planung.

Wie andere Unternehmen am Markt sieht sich auch die Hörmann-Führungsriege (siehe Bild 1, v.l.n.r., Martin J., Thomas J. und Christoph Hörmann) mit den Herausforderungen der Finanz - und Wirtschaftskrise konfrontiert. »Wir wollen nicht darüber nachdenken, wie schlimm es werden kann, wir wollen kämpfen. Und wir sind trotz der Rahmenbedingungen optimistisch, mit guten Produkten und guten Mitarbeitern unsere Ziele 2009 erreichen zu können«, so Christoph Hörmann. Innovation ist heute noch ein wichtiger Erfolgsmotor des Steinhagener Unternehmens.

Hochwertige Verglasung

So hat Hörmann jüngst seine Industrietore mit einer neuen Verglasung aufgewertet. Serienmäßig bietet es eine neue, 26 Millimeter starke Duratec-Verglasung an. Aufgrund ihrer Stärke benötigen diese Verglasungen keine Kunststoff-Abstandshalter in der Scheibenmitte mehr.

Diese stören nicht mehr die Durchsicht. Weiterer Pluspunkt der neuen Verglasung: Ihr Wärmedämmwert verbessert sich im Vergleich zu herkömmlichen Verglasungen um bis zu 20 Prozent. Standard ist die neue Verglasung nicht nur bei den neuen Industrie-Sectionaltoren ASR und ASP 40, die sich durch ihre nur 65 Millimeter schmale und edel wirkende Rahmenkonstruktion auszeichnen.

Seit Juli 2009 ist die neue Verglasung ohne Abstandshalter serienmäßig bei Hörmann Industrie-Sectionaltoren APU 40, TAP und TAR 40 und ALR 40 sowie SPU-Toren mit Verglasungsrahmen geliefert. Die laut Hersteller nur bei Hörmann erhältliche, speziell versiegelte Kunststoff-Verglasung ist nachhaltig vor Kratzern und Reinigungsspuren geschützt.

Sogar nach mehrfacher Reinigung bleibt die klare Durchsicht so erhalten. Wichtig ist das besonders, wenn die Tore guten Eindruck hinterlassen müssen.

Energieeffiziente Lösungen

Auch zum heute zentralen Thema Energieeffizienz hat Hörmann schon immer innovative Lösungen beigetragen. Das Spiral-Schnelllauftor HSS 6530Tor beispielsweise trägt durch seine hohen Öffnungsgeschwindigkeiten dazu bei, Zugluft und damit Energieverlust zu minimieren. Der Behang des Tores besteht aus thermisch getrennten Aluminium-Lamellen, die einen guten Wärmedurchgangskoeffizienten aufweisen.

Es öffnet mit bis zu drei Metern pro Sekunde. Damit ist es schnell genug, um Flurförderzeuge ungehindert durchzulassen. Zugleich steht es nie länger auf als nötig, was Zugluft erheblich reduziert. Wo dies primär von Bedeutung ist, bietet sich eine weitere Lösung an: die Kombination eines Sectionaltores mit einem flexiblen Schnelllauftor. Die Tore werden hintereinander montiert, sodass ein Sectionaltor außen schließt und ein Schnelllauftor wie das V 6030 SE von Hörmann innen.

Letzteres öffnet ebenso mit bis zu 3 Metern pro Sekunde und minimiert tagsüber die Zugfluft. Für die Nacht schließt das Sectionaltor die Halle wärmedämmend ab. Eine neue Klappkeil-Ladebrücke für die Verladetechnik ergänzt das Portfolio: die HLS Basic. Sie ist durch ihre intelligente Konstruktion nicht nur preisgünstig, sondern bietet darüber hinaus auch Vorteile bei der Montage.

Wichtiger Heimatmarkt

Mit den Produkten zielt Hörmann sowohl auf den internationalen als auch auf den deutschen Markt ab.

Deutschland spielt eine wesentliche Rolle für den Verkauf der Hörmann-Systeme, sagt Martin J. Hörmann: »Deutschland ist nach wie vor unser wichtigster Markt, da hier sowohl die strategisch-wirtschaftlichen als auch die produktbezogenen Entscheidungen getroffen werden. Wir werden weiter in Deutschland investieren. Jüngst haben wir in unser Werk im saarländischen Eckelhausen, wo Haustüren sowie Feuer- und Rauchschutzabschlüsse hergestellt werden, investiert. Das Werk Ichtershausen nahe Erfurt, wo Garagentore für den privaten Bereich hergestellt werden, ist um eine weitere Halle erweitert worden.«

Deutschland als Zielmarkt ist vor allem durch die Unternehmensgeschichte nachvollziehbar. Das Unternehmen verdankt seinen wirtschaftlichen Aufstieg seit den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts unter anderem dem Vertrieb der Berry-Tore in Deutschland. August Hörmann verlagerte nach dem Lizenzkauf der Berry-Tore den Firmensitz von Bielefeld nach Amshausen, heute immer noch Sitz des Produktionswerks (siehe Bild 1).

Schweißstraße zum Erfolg

Damals errichtete August Hörmann eine 30.000 Quadratmeter große Halle. Jedes Tor wurde damals noch von Hand geschweißt. Den langfristigen Erfolg sicherte später auch August Hörmanns Sohn Hermann, da er frühzeitig die zunehmende Motorisierung der deutschen Bevölkerung in den Sechzigerjahren erkannte.

Hermann Hörmann trieb daher die Automatisierung in der Produktion voran und nahm eine Schweißstraße in Betrieb. Das erhöhte nicht nur die Qualität, sondern senkte zugleich die Kosten für die Tore. Unter diesen Voraussetzungen konnte Hörmann den hohen Bedarf an Garagentoren bedienen und weiter zu wachsen. Das Tor wurde bereits über mehrere Millionen Mal verkauft – ein großer wirtschaftlicher Erfolg, der der Hörmann-Gruppe half, sich in der Branche zu behaupten. Doch auch später stand die Neuentwicklung und fortschreitende Verbesserung im Vordergrund.

So legte Hörmann mit seinen Innovationen 1963 nach und nahm die Produktion von Garagen-Sectionaltoren für den privaten Markt auf. Die Elemente (Sectionen) der Tore fahren senkrecht nach oben und werden unter der Decke abgestellt. Damit bieten Garagen-Sectionaltore mehr Platz vor und in der Garage und ermöglichen auf diese Weise zahlreichen privaten Bauherren heute die beste Lösung.

Immer nah am Markt

Die Entscheidung ein eigenes Werk für die Torantriebe zu errichten und damit eine zuverlässige Funktionseinheit anzubieten, war 1998 ein weiterer Meilenstein in dem Unternehmen. Auch in Zukunft will sich Hörmann nah am Markt ausrichten.

Das internationale Geschäft soll zum Beispiel in China stärker Fuß fassen: Seit Oktober 2009 gibt es zwei Werke im Norden Chinas, eines in Bejing, eines in Tianjin, um den wachsenden Anforderungen des dortigen Marktes gerecht werden zu können.

Positive Entwicklung

Martin J. Hörmann über die Strategie: «Der Vertrieb folgt in China eigenen Regeln, denn nicht allein Qualität, Preis und mit Argumenten gut bewaffnete Verkäufer entscheiden über den Zuschlag bei Projekten - sondern das Beziehungsgeflecht der Vertriebsmitarbeiter.

Das China-Geschäft hat sich mittlerweile gut entwickelt, sodass wir im Oktober 2009 unser zweites Werk in China einweihen konnten«. Andere Märkte sind durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise regelrecht eingebrochen, zum Beispiel die Märkte in Russland, Großbritannien, Italien und Spanien.

Qualität ohne Kompromiss

Doch Hörmann schaut nach vorn: Die Produktentwicklung findet dezentral in den Werken statt. Jedes Werk ist auf die Entwicklung eines Produktes oder Produktbereiches spezialisiert, da beides eng miteinander verzahnt ist. Die Entwicklung von Produkten war stets maßgeblich. Es klingt, als bleibt Hörmann seinem eigenen Maßstab treu: »Qualität ohne Kompromisse«.

www.hoermann.de

Daten & Fakten

Die Hörmann-Gruppe erwirtschaftete als Familienunternehmen mit 6.000 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von einer Milliarde Euro. Mit dem Berry-Tor legte Hermann Hörmann in den 1950er Jahren den Grundstein zum Erfolg. Später folgten Industrietore, Zargen, Verladetechnik sowie Antriebstechnik.

Zitat:

»Wir sind optimistisch, unsere Ziele 2009 erreichen zu können.«

Christoph Hörmann

Erschienen in Ausgabe: 06/2009