Intermodal-Zug China-Europa

Ein historischer Moment für den intermodalen Transport auf der Ost-West-Achse: ein 800 Meter langer, mit 82 ISO-Tankcontainern beladener Zug verließ die Bahnstation Korla in Nordwestchina Richtung Europa (Deutschland und Frankreich).

30. Mai 2017
Ein 800 Meter langer, mit 82 ISO-Tankcontainern beladener Zug verließ die Bahnstation Korla in Nordwestchina Richtung Europa. Foto: Hupac Intermodal SA
Bild 1: Intermodal-Zug China-Europa (Ein 800 Meter langer, mit 82 ISO-Tankcontainern beladener Zug verließ die Bahnstation Korla in Nordwestchina Richtung Europa. Foto: Hupac Intermodal SA)

Der Schweizer Kombi-Operateur Hupac und das chinesische Chemieunternehmen Markor wollen hocheffiziente, umweltfreundliche Transportlösungen entwickeln und die ‘One Belt, One Road’-Strategie fördern.

Nach sorgfältiger Vorbereitung geben die Logistikexperten von Hupac und Markor grünes Licht für einen Zug vom nordwestchinesischen Korla nach Europa. Der Zug transportiert 82 Container hochwertiger Chemieprodukte bei einer Länge von 800 m und einem Gewicht von 3.000 Tonnen. «Wir planen, die 8.000 km lange Strecke in 18 Tagen zu bewältigen. Dabei überqueren wir die Grenzen von sechs verschiedenen Ländern und wickelt die entsprechenden Zollformalitäten ab», sagt Silvio Ferrari, Produktionsleiter von Hupac. In Dostyk im Osten und in Sestokay im Westen wird auf die russische Breitspur gewechselt. Die beteiligten Eisenbahnunternehmen sind die Chinesische Eisenbahn, die Eisenbahn von Kasachstan (KTZ), die Russische Staatsbahn (RZD), die Weißrussische Eisenbahngesellschaft (BC), die Litauische Staatsbahn (LG) sowie die Deutsche Bahn (DB).

Markor arbeitet seit langem am Ausbau des Logistikkorridors Xinjiang-Europa-Mittelmeer. Mit dem Ziel, die Internationalisierung voranzutreiben, setzt Markor die chinesische ‘One Belt, One Road’-Strategie aktiv um. Das Unternehmen nutzt seinen Standortvorteil im Kerngebiet des Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtels und baut internationale Kooperationen auf. Markor nähert sich dem europäischen Markt und arbeitet eng mit führenden Unternehmen wie Hupac zusammen. Das Unternehmen sucht nach innovativen intermodalen Lösungen, um einen logistischen Korridor aufzubauen, der Xinjiang mit Europa und dem Mittelmeerraum verbindet. Gesamtziel ist die Einrichtung eines großen Korridors, der die Ressourcen, Produkte und Märkte zwischen Ost und West vernetzt.

Hupac verfolgt eine Strategie der Entwicklung der interkontinentalen Ost-West-Achse als natürliche Integration zu seinen traditionellen Märkten in Europa. Mit den Filialen in Moskau (seit 2011) und in Shanghai (seit 2016) sowie mit der Beschaffung von eigenem Rollmaterial für die russische Breitspur hat Hupac den Weg für neue Geschäftsfelder im Osten und im Fernen Osten geebnet. «Wir wollen unser europäisches Netzwerk für den Verkehrsfluss von und nach Asien öffnen und beständige, verlässliche Lösungen für den interkontinentalen Kombi-Verkehr bieten. Dadurch unterstützen wir das chinesische One Belt One Road Projekt aktiv», so Peter Weber, Vizedirektor und Head of Corporate Development von Hupac.

Die Schienentransporte aus Asien können das engmaschige Netzwerk der Hupac für alle europäischen Destinationen nutzen, einschließlich des neuen Gotthard-Basistunnels durch die Alpen als Anbindung an Italien und den Mittelmeerraum. Die Kooperation mit Markor und dessen Logistikpartnern ist für das Schweizer Unternehmen von strategischer Bedeutung. «Hupac strebt nach einer Volumenbündelung und dem Aufbau stabiler Verbindungen. Regelmäßige interkontinentale Züge haben eine enorme Sogwirkung und werden die Marktentwicklung fördern.»