Die 1919 gegründete Schmolz + Bickenbach Guss GmbH & Co. KG produziert hochwertigen, einbaufertig bearbeiteten Edelstahl-, Stahl- und Sphäroguss. Das Werk in Krefeld, das mit rund 300 Mitarbeitern einen Umsatz von circa 50 Millionen Euro erzielt, ist eine leistungsfähige Edelstahlgießerei mit mechanischer Fertigung. Die neuen Zweiträger-Laufkrane der Demag Cranes & Components, Wetter/Ruhr, arbeiten in der Handformerei, im Schmelzbetrieb und in der Ausleerkolonne des Gießereibetriebes. Die Handformerei produziert ausschließlich Großguss mit Gussgewichten von bis zu über 30 Tonnen. Früher verwendete Schmolz + Bickenbach Guss dort vier Krane mit fünf bis 32 Tonnen Tragfähigkeit, von denen nur einer über einen Hilfshub verfügte.

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Da die Produkte immer voluminöser und schwerer wurden, fehlte zuletzt die notwendige Tragkraft. Und weil die größeren Teile längere Kühlzeiten beanspruchen und zugleich die Fertigungsmengen stiegen, entstand überdies räumliche Enge. Die daraus resultierende sinkende Produktivität beruhte auch auf Engpässen, die hinsichtlich des 32-Tonnen-Krans auftraten.

Zunächst kam die Idee auf, in einen 100-Tonnen-Kran zu investieren, um auch abgegossene Formkästen, die bis zu 100 Tonnen wiegen können, zum Abkühlen Platz sparend nach draußen transportieren zu können. Schließlich entschied man sich aber für zwei Zweiträger-Laufkrane mit je 50 Tonnen Tragfähigkeit, die auf einer neuen Kranbahn mit einem Spurmittenmaß von 17,06 Meter laufen. Damit wird im Tandembetrieb die notwendige Gesamttragkraft erreicht.

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Der Betreiber muß den flüssigen Stahl, sofern das Gussstück mehr als 20 Tonnen wiegt, gleichzeitig aus zwei Pfannen in die Formen gießen. Dazu positionieren sich die Krane mit je einer Gießpfanne oberhalb der Form. Beim Abgießen kontrolliert die Kranwaage die vorgegebene Schmelzmenge. Für diesen Prozeß ist ein Anfahrmaß von maximal 4,5 Meter zwischen den Kranhaken erforderlich, sonst ständen die Öffnungen der Pfanne neben statt über den Kästen. Obendrein würde sich durch die Bauhöhe eines 100-Tonnen-Krans keine ausreichende Hubhöhe realisieren lassen, was den Transport der Formkästen übereinander behindern würde.

Sicher und ergonomisch

Die Kranführer können die Zweiträger-Laufkrane sicher und in ergonomischer Haltung mit einer Funkfernsteuerung bedienen. Auch im Tandembetrieb lassen sich beide Krane mit nur einem Sender steuern. Vergleicht man die wegen des Handlings von feuerflüssigen Massen mit einer zweiten Bremse ausgestatteten Demag-Krane mit den alten Kranen, so sind sie wesentlich schneller. Zudem stieg die Gesamthubleistung durch die Kombination aus zwei neuen und den zwei älteren Kranen mit 20 und 32 Tonnen Tragkraft, die weiterhin auf ihrer bisherigen Kranbahn fahren. Und da die Windwerkskatzen der Demag-Krane jeweils mit einem Hilfshub ausgerüstet sind, können sie die Oberkästen der Formen relativ sanft wenden.

Bei der Projektierung der Krane waren Umgebungstemperaturen von 55°C zu beachten. Das gilt primär für die Elektronik. Hinzu kommen Strahlungswärme, Funkenflug, eine beträchtliche Staubbelastung und Erschütterungen an der Ausleeranlage, an der das Gussstück vom Formsand getrennt wird. Da die Demag die Umrichter und die komplette Elektrik der Krane in einem internen Kreislauf ohne Filter kühlt, dringt kein Staub in die hermetisch abgeschlossenen Schaltschränke ein.

Demag Cranes & Components wurde als Lieferant gewählt, weil das Unternehmen über breit gefächerte Erfahrung im Bau von Gießereikranen verfügt. Somit war das Krefelder Projekt für das renommierte Unternehmen bei aller Hitzeentwicklung kein wirklich heißes Eisen.