Kasto realisiert flexible Lagerlösung

Intralogisik

Um den steigenden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, investiert die Spaeter Gruppe in moderne Lagertechnik gepaart mit intelligenter Informationsverarbeitung. An dieser Stelle wurde Kasto Maschinenbau aktiv.

07. Oktober 2013

Herausforderungen wie hoher Umschlag, flexible Reaktion auf spezielle Kundenwünsche und schnelle Belieferung per Lkw muss sich die Carl Spaeter AG täglich stellen. Um dem gewachsen zu sein, realisierte Kasto Maschinenbau für den Schweizer Stahlspezialisten eine Lager- und Sägelösung mit integrierter Verteillogistik und einer ausgefeilten Informationstechnologie. Eine zukunftsweisende Gesamtlösung, die diesen Marktanforderungen gerecht wird. Die Spaeter-Gruppe ist einer der führenden Zulieferer und Servicepartner für die Schweizer Bau-, Baunebenbranche und Industrie. Sie beliefert die Bau- und Baunebenbranche mit Stahl und Metallen, Bauprodukten sowie mit Produkten, die in der Haustechnik Anwendung finden.

Intelligentes Konzept

Realisiert werden sollte ein modernes und zukunftsorientiertes Stahlhandelslager. Kasto paart moderne Lagertechnik mit intelligenter Informationsverarbeitung: Die drei um das eigentliche Hochregallager angeordneten Bereiche Anarbeitung (Sägen), Kommissionierung und Tourenverteilung erfüllen die vielfältigen Anforderungen der Kunden der Carl Spaeter AG von der Auftragsentgegennahme bis zur Bereitstellung für die Lkw-Verladung. Das Wabenlager ist vom Typ Unicompact 3.0. Mit einer Länge von knapp 65 Metern und einer Höhe von 12,6 Metern verfügt die Anlage über 3.139 Lagerplätze. Die hierfür verwendeten Kassetten bieten, mit einer nutzbaren Breite von 600 Millimetern und einer nutzbaren Höhe von 350 Millimetern, Platz für eine Vielzahl verschiedener Materialien mit bis zu sieben Meter Länge und einer Zuladung je Kassette bis zu 3.000 Kilogramm. Das Regalbediengerät wurde in der Ausführung mit zwei Kassettenplätzen zur Realisierung des Kasto-Wanderkassettenprinzips geliefert. Neue Antriebstechnik verbunden mit der Kasto-Systemsoftware ermöglicht ein funktions- und zeitoptimales Fahrkurvenverhalten für sämtliche Bewegungsabläufe und erlaubt Geschwindigkeiten von bis zu 160 Meter pro Minute in der Längsfahrt.

Hohes Niveau

Sechs integrierte Sägemaschinen (drei Bandsägen und drei Kreissägen) übernehmen die Abarbeitung der Zuschnitte der Kundenaufträge. Die Bereitstellung des Materials erfolgt über separate Längsstationen, von denen aus über Kran die Einzelstäbe an der Säge vorgelagert werden. Die Verteilung der Sägeaufträge auf die Sägen erfolgt in Abhängigkeit der Sägequerschnitte automatisch via SAP zum Lagerverwaltungssystem »Kastolvrund werden am jeweiligen Arbeitsplatz angezeigt.

Minimierte Handling-Zeit

Jede Säge verfügt über einen eigenen Materialspeicher und garantiert die optimale Wahl der Schnittparameter eines jeden Sägeauftrages. Durch die Nutzung des Kasto Softwaretools kann über Vorausberechnung der Sägezeiten am Lagerleitstand die Auslastung der einzelnen Sägen dargestellt werden und eine zeitoptimale Umschichtung der Aufträge zwischen den Sägen erfolgen, quasi ein PPS für Sägemaschinen egal welchen Herstellers. Und das System denkt weiter: Der Vorschlag für eine automatische Zusammenfassung unterschiedlicher Sägeauftragspositionen mit identischem Einsatzmaterial führt zur Minimierung der Handling-Zeiten für den Bediener.

Schnell kommissionieren

Zwei Umlaufstationen mit drei beziehungsweise vier Vorlageplätzen sorgen dafür, dass die eingehenden Aufträge schnellstmöglich abgerichtet werden können. An einer sogenannten Wickelmaschine können auch oberflächenempfindliche Materialien, in der Regel Edelstähle, separat verpackt werden. Wie bei der Anarbeitung erfolgt durch das Kastolvr-Lagerverwaltungssystem, in Abhängigkeit verschiedener Parameter, eine automatische Zuweisung der einzelnen Positionen eines Auftrags zur sinnvollsten Umlaufstation (Kommissionierplatz). Um eine schnelle und effiziente Stabentnahme zu erreichen, ist jede Station mit einem besonderen Kommissioniergerät (KSG) ausgestattet. Eine starre Traversenführung des KSG verhindert ein Pendeln der Traverse bei der Magnet- und der »Schlaufenentnahme«. Eine Etikettierung der Aufträge mit allen erforderlichen Informationen auf dem Etikett schließt den Prozess der Kommissionierung ab und leitet die Ware zur Tourenplanung.

Automatisch an den Platz

Das schnellste Kommissionieren und Sägen nützt nichts, wenn die Ware nicht zeitgerecht beim Kunden ist. Um hier einen weiteren Schritt in der Tourenplanung durch Kasto erledigen zu lassen, wurde ein Verteil-System entwickelt, das die kommissionierte Ware automatisch zu verschiedenen Verlade-/Tourenplätzen (12 St.) transportiert. Erledigt wird diese Verteilung über ein an der Hallenstirnseite installiertes Monorail-System mit Transporttraverse. Ein Aufnahmegewicht von bis zu zwei Tonnen und eine Geschwindigkeit von maximal 160 m/min erlauben eine schnelle und mannlose Verladevorbereitung. Das auf der SAP-Seite vorliegende Tourenplanungssystem liefert dem Kastolvr die Informationen und organisiert die Beauftragung der Tourenverteilung. Eine optimale Verzahnung zwischen der digitalen Vorplanung und der mechanischen Ausführung. Dannbleibt nur noch die Lkw-Verladung, die dank der Softwaremöglichkeiten besser planbar ist.

Daten & Fakten

Kasto Maschinenbau ist Spe-zialist in Sachen Sägen und Lager für Metall-Langgut und Blech.

Das Portfolio des inhabergeführten und weltweit agierenden Familienunternehmens umfasst Bügel-, Band- und Kreissägen.Über 130.000 verkaufte Sägen spiegeln die Zufriedenheit der Kasto-Kunden wider.

Erschienen in Ausgabe: 05/2013