Kluge Lösung für Container

Einweihung Auch der Bürgermeister war dabei: Im Chemiewerk in Dormagen hat Logistik-Dienstleister Chemion ein neues Container-Terminal eingeweiht.

29. November 2007

Die neue Anlage mit 360 Stellplätzen für 20”-Box- und Tankcontainer wurde auf einer Fläche von 7.000 qm errichtet. Das bimodale Terminal ist speziell auf die Lagerung gefährlicher Stoffe ausgerichtet und mit moderner RFID-Technologie ausgestattet. Durch das Terminal erhöht Chemion seine Lagerkapazitäten auf insgesamt 1.760 TEU (Twenty-feet Equivalent Units).

»Mit unserem ersten Container-Lager am Standort Dormagen festigen wir unsere Position unter den Top 10 der deutschen Terminal-Betreiber«, freut sich Andreas Hardt, Geschäftsführer der Chemion Logistik GmbH. »Gleichzeitig verdeutlicht die Investition, dass wir uns als aktiven Partner unserer Kunden verstehen und bereit sind, entsprechend zu handeln und unternehmerische Risiken einzugehen.«

Rund 15,5 Millionen Euro hat Chemion in den letzten vier Jahren in den Ausbau bestehender Container-Lager, den Neubau von Anlagen und in moderne Container-Technologie investiert. Damit schafft der Logistik-Dienstleister die Voraussetzungen für das weitere Wachstum seines Containergeschäfts und stellt sich auf den zunehmenden Bedarf seiner Kunden an Lager- und Umschlagfläche ein.

Plus für den Standort

Aus Sicht von Dr. Walter Leidinger, Leiter des Chemieparks Dormagen, bedeutet die Investition in die Container-Anlage zudem ein großes Plus für den Standort. »Das neue Container-Terminal steht für zwei zentrale Aspekte des Chemieparks: Sicherheit und eine optimale Infrastruktur. Beides ist unverzichtbar für reibungslose Abläufe und für den Erfolg des Standortes.«

Durch die Inbetriebnahme des Dormagener Lagers nach rund neun Monaten Bauzeit gewinnt Chemion Logistik Umschlagkapazitäten im Einschicht-Betrieb von 20.000 TEU pro Jahr hinzu. Sowohl im Chemiepark ansässige Kunden als auch externe Unternehmen profitieren von dieser Kapazitätserweiterung, denn das neue Lager trägt dem weiterhin starken Wachstum im Containerverkehr Rechnung und sorgt dafür, dass in der Region Engpässe bei Umschlag und Lagerung von Containern vermieden werden. Da die Anlage direkt an Straße und Schiene angebunden und mit dem Hafen-Terminal in Leverkusen vernetzt ist, kann auch der Umschlag auf den Verkehrsträger Schiff angeboten werden. Somit sind alle Varianten im direkten und kombinierten Verkehr möglich.

Hohe Standards

Wie schon beim Schwesterlager in Leverkusen hat Chemion bei der Konzeption des Container-Terminals auf hohe Sicherheitsstandards und moderne Technologie gesetzt. Die Anlage ist speziell auf Umschlag und Lagerung gefährlicher Substanzen ausgerichtet und mit einer Folien-Wannenkonstruktion, einer Online-Analytik für den Abwasserbereich sowie mit einem Brand-Früherkennungssystem und einer halbstationären Schaumlöschanlage ausgestattet. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen verfügt das Terminal über eine Zulassung gemäß den Bestimmungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG), so dass nahezu alle gefährlichen Stoffe länger als 24 Stunden gelagert werden können.

Moderne Technologie

Auch bei dem ferngesteuerten Portalkran, der die Anlage überspannt und Behälter mit bis zu 40 Tonnen Gewicht aufnehmen kann, hat Chemion in leistungsstarke State-of-the-Art-Technologie investiert. Die Hubgeschwindigkeit bei Volllast beträgt 10 m/min. Bei Teilllast liegt sie bei 16 m/min. Die Katzfahrgeschwindigkeit wird mit 32 m/min angegeben, die Kranfahrgeschwindigkeit mit 63 m/min. Die Kranspurweite beträgt 28 m, die Kranhöhe 15 m. Als Hubhöhe sind 12 m (1 über 3) in das Datenblatt eingetragen.

Abgerundet wird die technische Ausstattung der neuen Anlage im Chemiepark von Dormagen durch moderne Transponder-Technologie. Hintergrund: Im Jahr 2006 hatte Chemion erstmals ein Leercontainerlager in Leverkusen mit RFID (Radio Frequency Identification) ausgestattet und sich aufgrund der positiven Erfahrungen mit der Technologie auch für deren Einsatz im Dormagener Lager entschieden.

Zentrale Datenbank

In einer zentralen Datenbank sind alle mit dem Container verbundenen Daten hinterlegt und jederzeit abrufbar. Durch die Kommunikation zwischen Transponder und Lagerverwaltungssystem wird gewährleistet, dass Verwechslungen der Behälter bei Ein- und Auslagerung technisch ausgeschlossen sind. Auf diese Weise wird die Sicherheit der Prozesse erhöht und der manuelle Aufwand bei den Abläufen reduziert.Apropos Aufwand: Für den Kunden ist Chemion kein Aufwand zu hoch. Geschäftsführer Andreas Hard: »Daher verstehen wir es als unsere Aufgabe, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass an den Standorten ausreichend Kapazitäten für effiziente Prozesse vorhanden sind.«

Bei der Entscheidung für das neue Terminal in Dormagen hatte Chemion natürlich den weltweit boomenden Containerverkehr im Blick. Andreas Hardt: »Gerade auch in der Chemie-Industrie wird der Container immer wichtiger, da er sich auch für den Transport vieler Gefahrstoffe eignet. Diese Entwicklung lässt Chemion natürlich nicht an sich vorüberziehen, sondern gestaltet sie aktiv mit.«

Die Chemion Logistik GmbH wurde 2001 als eigenständige Gesellschaft der Bayer AG gegründet und ist heute der Bayer Industry Services GmbH & Co. OHG zugeordnet. Von den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen aus bietet Chemion auf die Chemie- und chemienahe Industrie zugeschnittene Logistik-Dienstleistungen an.

Komplettes Spektrum

Mit rund 1.200 Mitarbeitern deckt Chemion das komplette Logistikspektrum ab: von der Lagerung über den Transport bis hin zur Entsorgung. Zudem führt das Unternehmen Schulungen durch und stellt Spezial-Equipment sowie hoch qualifiziertes Personal bereit.

Erschienen in Ausgabe: 06/2007