Kluges Konzept weist Wege in die Zukunft

Konzeptstudie Im Rahmen eines Forschungsprojekts unterstützt Jungheinrich die Entwicklung einer Direktmethanol-Brennstoffzelle. Auf der diesjährigen Hannover Messe wurden erste Ergebnisse der Grundlagenforschung präsentiert.

24. Mai 2007

Vorgestellt wurde das Brennstoffzellenkonzept auf dem Stand des Forschungszentrums Jülich. Bei der ersten Konzeptstudie eines Flurförderzeugs mit dieser Energiespeichertechnologie handelt es sich um einen Jungheinrich-Elektrohubwagen, der mit einer Direktmethanol-Brennstoffzelle angetrieben werden kann. Innerhalb eines Konsortiums, dem neben dem Forschungszentrum Jülich als Konsortialführer u. a. Jungheinrich als Flurförderzeughersteller angehört, wird derzeit intensiv daran geforscht, ob die Direktmethanol-Brennstoffzelle als Antriebskonzept für Flurförderzeuge wirtschaftlich und technisch geeignet ist.

Im Gegensatz zu den auf Wasserstoff basierenden Brennstoffzellen, die derzeit z. B. in der Automobilbranche erforscht werden, handelt es sich bei der Direktmethanol-Brennstoffzelle um eine Anwendung im so genannten »kleinen Leistungsbereich«. Diese Brennstoffzellentechnologie könnte, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, nach entsprechender Forschungs- und Entwicklungszeit künftig in Elektrohubwagen und Elektro-Deichselstaplern zum Einsatz kommen. Zielgruppe für mögliche Einsätze dieser Technologie sind die Betreiber von kleinen, deichselgeführten Elektrostaplern und -hubwagen.

Statt die Batterie zu wechseln, würde ein Staplerfahrer mit einer serienreifen Direktmethanol-Brennstoffzelle künftig nur wenige Minuten zum Auftanken seines Gerätes benötigen. Hinzu kommt, dass eine Tankfüllung mehr als doppelt so lange reicht wie die Kapazität einer Batterie.

Einfache Handhabung

Die Infrastruktur für das Betanken mit Methanol ließe sich im Gegensatz zu der für die Wasserstoff-Versorgung schnell und kostengünstig realisieren. »Methanol lässt sich ebenso einfach handhaben wie Benzin oder Diesel«, erläutert Ralf Baginski, Leiter Grundlagenentwicklung bei Jungheinrich, »und wird darüber hinaus im großen Stil in der chemischen Industrie verwendet, sodass die Verfügbarkeit kein Problem darstellt. Zudem lässt sich Methanol auch aus nachwachsenden Rohstoffen leicht herstellen.«

Sollte sich diese Technologie durchsetzen, würden die Konstrukteure von Flurförderzeugen weitere Freiräume erhalten. »Da die Brennstoffzelle mehrfach teilbar ist«, so Baginski, »könnten sich zusätzliche konstruktive Freiheiten ergeben, die z. B. für kompaktere Mitgängergeräte oder für noch mehr Komfort auf Mitfahrgeräten genutzt werden könnten.«

Jungheinrich gehört in der Flurförderzeugbranche zu den führenden Unternehmen in der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien. So setzte das Haus aus Hamburg etwa als erstes Unternehmen konsequent auf die Drehstromtechnik und verhalf damit dieser energie- und kostensparenden Technologie branchenweit zum Durchbruch.

Auch mit vielen Entwicklungen in Sachen Sicherheit und Ergonomie setzt Jungheinrich Maßstäbe. Hierzu zählen u. a. die Jungheinrich Curve Control, der Drehkabinenstapler und der Jet Pilot. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich allein in den vergangenen fünf Jahren auf 30 bis 40 Millionen Euro pro Jahr. In der Entwicklung sind bei Jungheinrich konzernweit mehr als 360 Mitarbeiter tätig.

Gebündelte Kompetenz

Bei dem auf der Hannover Messe vorgestellten Konzept handelt es sich um die ersten Ergebnisse eines Forschungskonsortiums, das unter der Leitung des Forschungszentrums Jülich steht. Die weiteren Beteiligten sind die Jungheinrich AG (Anwender), Ritter Elektronik (Steuerungs- und Leistungselektronik), die AKG Unternehmensgruppe (Wärmetauscher) und EBM-Papst (Gebläse). Beraten wird das Konsortium von der Management Engineers GmbH & Co. KG.

Das Forschungszentrum Jülich ist das größte multidisziplinäre Forschungszentrum in Europa. Seine Themen spiegeln die großen Herausforderungen der Gesellschaft wider: Versorgung mit Energie, Schutz der Umwelt, Umgang mit Information sowie der Erhalt der Gesundheit. Jülicher Wissenschaftler arbeiten in den Disziplinen Physik, Chemie, Biologie, Medizin und Ingenieurwissenschaften.

Erschienen in Ausgabe: 03/2007