Kluges von Kalmar

Hafenlogistik - Der Containerumschlag am Burchardkai im Hamburger Hafen erfolgt künftig halbautomatisch. Die dafür nötigen Stapelkrane nebst Steuerungssystemen kommen von Kalmar.

16. Mai 2006

Kaum ein Bereich der Logistik wächst weltweit so schnell wie der internationale Containerverkehr. Die Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) erweitert deshalb den Containerterminal Burchardkai, an dem im vergangenen Jahr rund 2,6 Millionen 20-Fuß-Containeräquivalente (TEU) umgeschlagen wurden. Ziel des Ausbaus ist es, diese Umschlagskapazität bis zum Jahr 2015 zu verdoppeln. Möglich machen soll dies die Umstrukturierung des Terminals zu einem halbautomatischen -Betrieb mit Hilfe von Automatischen Stapelkranen (ASCs). Bisher betreiben die Hamburger Hafenlogistiker den Containerstellplatz mit konventionellen Portal-Hubstapelwagen.

Den Auftrag zur Lieferung der Automatischen Stapelkrane und der dazugehörigen Automatisierungs- und Steuersysteme erhielten die schwedischen Schwerlastumschlag-Spezialisten Kalmar Industries. Für Christian Blauert, Geschäftsführer des Containerterminals Burchardkai, ist diese Wahl selbstverständlich: »Wir schätzen Kalmar als zuverlässigen und langjährigen Geschäftspartner, der uns mit seinem Fachwissen in Sachen Umschlagsysteme und Automatisierung beim Ausbau der Kapazitäten des Containerterminals unterstützen wird.«

In der ersten Phase in den Jahren 2007 und 2008 bestücken die Schweden mit Vetriebs-GmbH in Hamburg fünf Lagerblöcke mit 15 Automatischen Stapelkranen. Der Vertrag enthält eine Option für die Lieferung von weiteren 75 ASCs.

Schrittweiser Ausbau ohne Unterbrechung

Der stufenweise Umbau ermöglicht es, alle Terminalaktivitäten ohne Unterbrechung fortzusetzen und zugleich das Umschlagvolumen schrittweise zu steigern. Am Ende des Umbaus im Jahre 2015 wird der Terminal größtenteils als Blocksystem organisiert sein: Insgesamt bietet es dann 30 Stapelblöcke für je zehn Container nebeneinander (fünf Container übereinander bei einer Länge von 44 TEU / 330 Meter). An jedem Block kommen insgesamt drei Automatische Stapelkrane zum Einsatz. Neben zwei kleineren Modellen, deren Reichweite für diese Blockkapazität konzipiert ist, kommt ein größerer Kran zum Einsatz, der die kleineren Krane mit aufgenommener Last passieren kann. Beide Krantypen bewegen sich auf separaten Schienen und können so innerhalb der einzelnen Blöcke frei manövrieren. Wasserseitig werden die Container von Straddle Carriern aufgenommen und zu einer Pufferzone transportiert, wo sie die Stapelkrane übernehmen. Landseitig be- und entladen die ASCs die Lkw, ferngesteuert vom Terminal-Kontrollzentrum.

Bei der Realisierung des Projekts legt Kalmar ein Schwergewicht auf die Automatisierung. Der dafür zuständige Geschäftsbereich konzentriert sich auf die Entwicklung fahrzeugbezogener Intelligenz für Containerumschlagsysteme sowie auf Automatisierungssysteme und Online-Instandhaltungsprodukte. Jorma Tirkkonen, der Präsident dieses Geschäftsbereichs, freut sich: »Wir sind sehr stolz darauf, dass die HHLA uns für dieses, innerhalb der gesamten Branche richtungweisende Projekt als Partner gewählt hat.« Tirkkonen ist sicher: »Die Automatisierung ermöglicht vielen Terminalbetreibern, ihre Kapazität und Produktivität sicher und umweltfreundlich zu optimieren.«

Erschienen in Ausgabe: Transportlogistik/2006