Kollaboration in der Supply Chain

Hermes-Barometer: Drei Viertel der deutschen Unternehmen sind der Meinung, dass eine Effizienzsteigerung innerhalb der Lieferkette künftig nur noch durch die Kooperation mit Kunden und Lieferanten möglich ist. Der Blockchain-Technologie wird in diesem Zusammenhang ein großes Potential zugeschrieben.

21. November 2018
Ergebnisse der Umfrage. © Hermes
Bild 1: Kollaboration in der Supply Chain (Ergebnisse der Umfrage. © Hermes)

Laut Hermes-Barometer sind mehr als ein Drittel der befragten Logistikentscheider der Meinung, dass die Blockchain-Technologie das Potential besitzt, gewaltige Veränderungen in der Logistik herbeizuführen, die über den „normalen“ Digitalisierungsprozess deutlich hinausgehen. In größeren Unternehmen, das heißt mit mehr als 250 Mitarbeitern, stimmt sogar jeder Zweite dieser Aussage zu.

Blockchain-Technologie für mehr Sicherheit

Mehr als die Hälfte der Befragten aus größeren Unternehmen glaubt, dass die Technologie für die Erhöhung der Datensicherheit im Kooperationsprozess eine gesteigerte Bedeutung hat. Auch jeder dritte Logistikentscheider aus kleineren Unternehmen stimmt dieser Aussage zu. Dennoch haben sich in der Summe erst 21 Prozent aller Umfrageteilnehmer über die Technologie informiert und sind mit der Funktionsweise vertraut. Dabei haben größere Unternehmen einen höheren Wissensstand: Hier sind es 42 Prozent der befragten Entscheider.

Cyber-physische Systeme und ERP von großer Bedeutung

Neben der Blockchain (35 Prozent) sind auch weitere Technologien von Bedeutung, wenn es um die verbesserte Zusammenarbeit mit den Partnern innerhalb der Supply Chain geht. Von größter Bedeutung sind Cyber-physische Systeme (CPS; 56 Prozent), gefolgt von Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP; 46 Prozent) und Sensorik zur Überwachung und Datenerfassung (wie beispielsweise RFID; 44 Prozent). Den Nutzwert von Big Data zur Verbesserung des Forecastings konnten bisher lediglich ein Drittel (33 Prozent) der befragten Logistikentscheider für sich identifizieren.

Haupthemmnisse: Kommunikation und Kosten

Auch wenn sich die breite Mehrheit bewusst ist, dass die Kooperation mit Kunden und Lieferanten der Schlüssel zur Effizienzsteigerung ist, gibt es zahlreiche Hemmnisse auf dem Weg. Besonders erschwert wird die Zusammenarbeit durch Kommunikationsprobleme zwischen den Parteien (56 Prozent), gefolgt von dem Zeit- und Kostenaufwand zur Implementierung notwendiger Technologien (51 Prozent) sowie fehlenden personellen Ressourcen (46 Prozent). Auch klagen 42 Prozent der Befragten über eine mangelnde Bereitschaft zur Optimierung der Zusammenarbeit. Bei größeren Unternehmen ab 250 Mitarbeitern sind es sogar 61 Prozent der Logistikentscheider.

Internes Know-how und Expertenwissen nutzen

Sieben von zehn Unternehmen sind grundsätzlich der Meinung, dass sie über das nötige Know-how verfügen, um die Zusammenarbeit mit ihren Partnern zu optimieren und ihre Logistikprozesse selbst zu planen und umzusetzen. Gleichzeitig sagen jedoch ebenfalls sieben von zehn Unternehmen, dass sie bei der Digitalisierung ihrer Supply Chain die Unterstützung ihrer Logistikdienstleisters in Anspruch nehmen werden. „Für die Optimierung der Prozesse ist es wichtig, dass Unternehmen sich ihrer Kernkompetenzen bewusst sind und vorhandene Wissenslücken durch kompetente Fachleute füllen“, resümiert Jan Bierewirtz, CCO Hermes International/Division Manager Commercial bei Hermes International, einem Geschäftsbereich der Hermes Germany.