Konzertierte Aktion

Wartung - Für manche Hebeaufgaben ist ein einziger Kran zu wenig. So macht bei der Wartung von Passagierflugzeugen in China erst die flexible Kopplung zweier Kransysteme einen optimalen Einsatz der Arbeitsplattformen möglich.

30. Mai 2005

Die Inspektion, Wartung und Reparatur von Passagierflugzeugen ist eine anspruchsvolle Aufgabe auch für die eingesetzte Hebetechnik. Schließlich erwarten die Fluggesellschaften höchste Zuverlässigkeit und Qualität der Arbeiten in möglichst kurzer Zeit. Eine besonders flexible Lösung dieser Aufgabe bietet das Maintenance-Zentrum auf dem Flughafen Baiyun International Airport im chinesischen Guangzhou, dem ehemaligen Kanton, wo das in Luxemburg ansässige Unternehmen CTI Systems ein modernes Hängekransystem mit teleskopierbaren Arbeitsplattformen errichtet hat. Unterhalten wird die Service-Zentrale von einem Joint Venture der Fluggesellschaft China Southern Airlines mit dem Flugzeughersteller Lockheed Martin und dem chinesischen Technologiekonzern Hutchison Whampoa.

Die eigentlichen Funktionsträger des flurfreien Service-Systems sind teleskopierbare Plattformen an den Hängekranen, die Platz für mehrere Mitarbeiter bieten. Eigene Versorgungseinheiten für Strom und Druckluft machen die Plattform unabhängig von Einrichtungen am Boden und erlauben autonome Wartungsarbeiten. Spezielle Längsführungen gewährleisten eine starre Verbindung der Teleskopsegmente trotz der großen Höhenunterschiede im Einsatzbereich, der vom Hangarboden bis in rund 20 Meter Höhe reicht.

Flexibler Einsatz durch schwebende Plattformen

Der Aktionsbereich der Teleplattformen überdeckt nahezu die gesamte Freifläche des 250 Meter langen Hangars mit mit 97 Meter Breite. Die lichte Höhe von rund 30 Meter ermöglicht dabei Arbeiten an allen großen Verkehrsflugzeugen, auch an einer Boeing 747 oder dem neuen Airbus A380. Die Arbeitsplattformen erlauben es, die Service-Arbeiten komplett bodenfrei auszuführen und lassen sich bei Bedarf auch über ein parkendes Flugzeug hinwegbewegen. Das System aus zwei parallel angeordneten Krananlagen erlaubt es, mit zwei Teleplattformen an einem Flugzeug gleichzeitig mehrere Arbeiten auszuführen. Durch eine Kopplung der Krananlagen können die Katzen zudem von einem auf den anderen Kran wechseln. Damit besitzt das Hängekran-System nicht nur eine große Flexibilität, sondern für den Störungsfall an einer der Teleplattformen auch eine abgesicherte Redundanz in den Hauptfunktionen.

Erreicht wird die hohe Flexibilität durch eine Aufteilung der Halle in zwei Kranfelder unterschiedlicher Breite. Überwiegend den mittleren Hangarbereich überspannen dabei zwei hintereinander eingesetzte Hängekrane auf drei Kranschienen mit einer Kranbrückenlänge von 42,50 Meter. Parallel dazu bewegen sich zwei weitere Hängekrane auf zwei Kranschienen mit einer Spannweite von 20 Meter. Sämtliche vier eingesetzten Hängekrane sind Zweiträgerausführungen mit Kastenträgern als Kranbrücken. Die identischen Katzspurmaße ermöglichen einen Wechsel der Teleplattform-Katzen zwischen den Kransystemen. Dazu gestatten es Verriegelungs- und Koppelungseinheiten an den Enden der Kranbrücken, die Hängekrane aus den beiden Bereichen in festgelegten Positionen zu einer Einheit zu verbinden. Die Luxemburger Kranbauer installierten dazu in der Mitte und in einem Endbereich des Hangars zwischen den Kranbahnen zwei Überfahrbrücken, über welche die Teleplattform-Katzen von einem zum anderen Kransystem wechseln können.

Brücken ermöglichen den Wechsel der Katzen

Im gesamten Hallenbereich einsetzen lassen sich neben den Teleskop-Plattformen auch die zwei zusätzlichen Servicekatzen des Systems. Diese Lastkatzen üblicher Bauart besitzen eine Tragfähigkeit von 15 Tonnen und kommen immer dann zum Einsatz, wenn schwere Funktionseinheiten der Flugzeuge ausgetauscht werden müssen.

Komplettiert wird das System schließlich durch einen Einträger-Hängekran mit 15 Meter Spannweite und einer Tragfähigkeit von fünf Tonnen, der einen kleineren Bereich an einer der Längsseiten des Hangars versorgt. Hier werden unter anderem überholungsbedürftige Aggregate der Flugzeuge für den Neueinsatz wiederhergestellt.

Die gesamte Lösung ermöglicht damit eine schnelle und genaue Bewegung der Plattformen zum Seitenruder, zum Rumpf, zu den Tragflächen oder zu den Triebwerken eines parkenden Flugzeugs. Zum Schutz der Außenhaut des Flugzeugs dienen zusätzliche Bumper an den Außenseiten der Plattformen, die bei jeder Berührung sofort die Bewegung abschalten.

StrategienCTI erweitert Airport Technics

Die CTI Systems S.A., Luxemburg, hat den Geschäftsbereich Airport Technics durch die Aufnahme von Flugzeug-Dockanlagen ins eigene Produktprogramm erweitert. Den Vertrieb übernimmt das neugegründete CTI-Büro im bayerischen Marktheidenfeld. Mit Teleplattform-Hängekranen und Dockanlagen bietet CTI ein Komplettangebot für die Flugzeugwartung.

Erschienen in Ausgabe: 03/2005