Kopf und Kraft

Flurförderzeuge Gobal gesehen gibt es niemanden, der mehr Flurförderzeuge verkauft als Toyota. In Deutschland aber ist noch Boden gutzumachen. Die Chancen dafür stehen besser denn je. Von Michael Weilacher

04. Oktober 2007

> Grund für die zu erwartende stärkere Performance von Toyotas Staplersparte in Deutschland ist eine neue Gesellschaft: die Toyota Material Handling GmbH. Nachdem das ehemals eigenständige Unternehmen BT Deutschland - BT ist seit 2000 eine 100-prozentige Toyota-Tochter - bereits am 1. April in der Toyota Material Handling Deutschland GmbH aufgegangen ist, soll nun bis Ende des Jahres auch die Toyota Gabelstapler Deutschland GmbH mit der neuen Gesellschaft verschmolzen werden.

Komplettes Produktspektrum

Das Ergebnis der Transaktion wird ein Unternehmen sein, das dem Kunden die komplette Bandbreite an Gabelstaplern (Toyota) und Lagertechnikgeräten (BT) anbieten kann. Geschäftsführer von Toyota Material Handling Deutschland ist ein ausgewiesener Kenner der Flurförderzeugbranche: Matthias Fischer, vormals Vertriebsvorstand des Toyota-Konkurrenten Jungheinrich.

Fischer, Jahrgang 1961, verfolgt ehrgeizige Ziele. So strebt der Toyota-Manager in Deutschland einen Marktanteil von 20 Prozent an. Dabei spielt der Vertrieb eine wichtige Rolle. Matthias Fischer: »Die Toyota-Händler sollen in den bestehenden Direktvertrieb (das Vertriebssystem der vormaligen BT Deutschland GmbH; Anmerkung der Redaktion) von Toyota Material Handling Deutschland integriert werden, sodass wir unseren Kunden künftig mit beiden Vertriebsystemen - Direkt und Händlervertrieb - Produkte und Dienstleistungen der Marken Toyota und BT anbieten können. Wir freuen uns, dass die Toyota-Händler uns bei diesem Ziel unterstützen und weiterhin eng mit uns zusammenarbeiten. Auch aufgrund dessen können wir mit unseren bisherigen Ergebnissen für das laufende Jahr zufrieden sein. Die angesprochenen 20 Prozent Marktanteil sehen wir als langfristiges Ziel.« Was man darunter zu verstehen hat, sagt Fischer auch: »Wenn ich langfristig sage, meine ich eine Zeitspanne von deutlich mehr als fünf Jahren. Nach dem Zusammenschluss verfügen wir mit 10 Prozent Marktanteil über eine gute Basis, auf der wir aufbauen können.«

Hohe Leistungsdichte

Bei dem von Matthias Fischer angepeilten Aufbau muss Toyota sich mit Wettbewerbern messen, die ebenfalls sehr ambitioniert sind. Wie Toyota scheuen auch andere Hersteller keine Kosten, wenn es um die Weiterentwicklung von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten geht. Entsprechend hoch ist die Leistungsdichte im Premiumsegment des Geräteangebots. Warum also, so fragt man sich, werden gerade Geräte aus dem Hause Toyota so stark nachgefragt? Matthias Fischer kennt die Antwort: »Die Kunden schätzen die Qualität und Zuverlässigkeit unserer Produkte. Zudem hat Toyota früh die Zeichen der Zeit erkannt und Themen wie aktive Sicherheit bei Gabelstaplern in Angriff genommen. Das 1999 vorgestellte System für Aktive Stabilität (SAS; Anmerkung der Redaktion) ist weltweit immer noch einzigartig. Ab der Generation 7 sind inzwischen alle Stapler mit SAS ausgestattet. Und mit dem Tonero, der in diesem Jahr auf den Markt gekommen ist, haben wir sogar eine Weiterentwicklung des SAS vorgestellt. Unsere Kunden schätzen diese zusätzliche Sicherheit, da Ausfallzeiten beziehungsweise Kosten, die durch Unfälle entstehen, eingespart werden können. Bislang haben wir über 300.000 Fahrzeuge mit SAS verkauft.«

Der jüngste Spross in Toyotas Staplerfamilie, der von Geschäftsführer Fischer erwähnte Tonero, wird im französischen Staplerwerk von Toyota in Ancenis bei Nantes in einem umweltschonenden Produktionsverfahren gefertigt. Aber nicht nur bei der Herstellung des neu entwickelten Gerätes fühlt Toyota sich der Umwelt verpflichtet, auch der Stapler selbst kann es problemlos mit jedem noch so hohen Öko-Standard aufnehmen. Matthis Fischer: »Die Motoren im Tonero übertreffen sogar die Emissionsstandards der europäischen Richtlinie 97/68/EG, Emissionsstufe IIIa. Zudem enthält das Fahrzeug selbst weder Quecksilber noch Kadmium und ist zu 99 Prozent recyclebar.«

Mit dem Tonero hat Toyota einen verbrennungsmotorischen Stapler an den Start gebracht, der speziell für den europäischen Markt entwickelt wurde. Die dazugehörige Baureihe umfasst sieben Modelle mit Tragfähigkeiten von 1,5 bis 3,5 Tonnen sowie verschiedene Diesel- und Treibgasmotoren. Neben der Umweltverträglichkeit ist bei der Entwicklung des Tonero auch auf vier andere Merkmale besonders viel Wert gelegt worden: auf Produktivität, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Komfort. Resultate sind ein hoch effizienter Waren- und Güterumschlag (auch durch die Möglichkeit, auf unebenem Untergrund schneller fahren zu können), eine hohe Produktivität des Fahrers dank ergonomisch klugem Gerätedesign und ein deutlich reduziertes Unfallrisiko durch den Einsatz modernster Technik.

Kontinuierliche Verbesserung

Keine Frage: Auch mit dem Tonero ist Toyota ein überzeugendes Produkt geglückt. Gemäß der Philosophie jedoch, dass es nichts gibt, was man nicht verbessern könnte, wird in Japan und anderswo schon jetzt über die nächste Stufe der technischen Möglichkeiten nachgedacht. Matthias Fischer: »Toyota entwickelt kontinuierlich weiter, adaptiert Neuerungen und Verbesserungen und unterzieht diese umfangreichen Tests. Für alle Konzernbereiche gilt das Prinzip, dass Produkte nur dann eingeführt werden, wenn alle Tests zur vollkommenen Zufriedenheit abgeschlossen sind. Diese Vorgehensweise ist Bestandteil des Toyota-Produktionssystems und stellt das hohe Qualitätsniveau der Geräte sicher.«

www.toyotagabelstapler.de

> Toyota Material HandlingKomplettanbieter mit hoher Produktkompetenz

Toyota Material Handling Deutschland, das aus Toyota Gabelstapler Deutschland und BT Deutschland hervorgegangene Unternehmen, geht mit einer umfassenden Produktpalette auf den Kunden zu: vom Handhubwagen über Deichsel-, Schubmast- und Schmalgangstapler bis hin zu elektrischen und verbrennungsmotorischen Fronststaplern sowie Schleppern bietet die neue Gesellschaft Materialflusslösungen und Dienstleistungen für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen an. Um die Geräte optimal an den Kunden bringen zu können, fährt Toyota Material Handling Deutschland zweigleisig: Verkauft wird sowohl über einen bundesweiten Direktvertrieb als auch über Händler.

Erschienen in Ausgabe: 05/2007