Industriestudie

Kosten, Komplexität und Engpässe in der Lieferkette

Eine Industriestudie von Coyote Logistics zeigt, welchen Herausforderungen sich europäische Spediteure und Logistiker heute stellen müssen. Der Mensch ist weiterhin gefragt.

04. November 2019
Logistic and transport concept : Businessman manager using tablet check and control and planning for Modern Trade warehouse logistics.
Coyote Logistics: Industriestudie zeigt, welchen Herausforderungen sich europäische Spediteure und Logistiker heute stellen müssen. (©TMLsPhotoG – stock.adobe.com)

Der europäische Markt für Straßengüterverkehr ist stark fragmentiert. Das belastet Händler und Spediteure gleichermaßen – 50 Prozent der Versender arbeiten mit mehr als 30 Spediteuren gleichzeitig. Logistik-Fachleute haben also die Aufgabe, sich in einer komplexen Branche zurechtzufinden. Händler und Logistiker müssen die Dynamik des Marktes verstehen. Coyote Logistics, ein global agierender Anbieter von Drittanbieter-Logistik (3PL), hat im Oktober Einblicke in die Herausforderungen veröffentlicht, denen Lieferketten-Profis in diesem komplexen Markt gegenüberstehen. Unter dem Titel „The Evolution of Technology + Humanity: Building a Supply Chain for Long-Term Success“, zeigt die Studie Ergebnisse und Daten von zwei Händler- und Lieferanten-Umfragen sowie der eigenen Kundenforschung von Coyote Logistics. In der Studie, die in Zusammenarbeit mit den Forschungsunternehmen MakerStreet (mit Sitz in Amsterdam) und Martec (Niederlassung in Frankfurt) entwickelt wurde, untersuchte Coyote Logistics die Herausforderungen von Entscheidungsträgern in allen europäischen Märkten, um die ideale Balance zwischen Technologie und menschlicher Expertise zu finden.

Die Studie hat insbesondere ergeben, dass Händler und Spediteure größtenteils vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Steigende Kosten, zunehmende Komplexität, Kapazitätsengpässe, die Notwendigkeit von Flexibilität und Agilität sowie eine erhöhte Transparenz in der gesamten Lieferkette gehörten zu den wichtigsten Faktoren, die identifiziert wurden. Die Ergebnisse zeigen auch, dass Händler und Spediteure glauben, dass das ideale Gleichgewicht zwischen Technologie und menschlichem Fachwissen in der Branche in dem Verhältnis 60 zu 40 gewichtet wird.

Um besser zu verstehen, wie Händler und Spediteure die Effizienz ihrer Lieferketten steigern können, analysiert Technology + Humanity, welche 13 Aufgaben menschliches Fachwissen benötigen, welche Funktionen technologisch optimiert werden können und für welche eine Kombination aus beidem nötig ist. Die Studie hat ergeben, dass menschliche Kompetenz bei kreativen, entscheidungsrelevanten und strategischen Aufgaben – etwa der Kommunikation mit Kunden und der Lösung von Versand- und Lieferproblemen – unersetzlich ist. Im Hinblick auf die Automatisierung berichteten Händler und Spediteure, dass die Technologie am besten bei operativen Funktionen, wie die Verwaltung von Beständen und der Buchung von Sendungen, eingesetzt wird. Während die Studie die vielen Möglichkeiten zeigt, Technologie in die Lieferkette zu integrieren, können die Befragten keine Felder aufzeigen, die allein durch neue Technologien effizienter ausgebaut werden können. Stattdessen sprechen sich Händler und Spediteure bei Aufgaben in der Lieferkette für ein ausgewogenes Verhältnis von Technologie und menschlichem Fachwissen im Verhältnis 60 zu 40 aus.

„Die besten Ergebnisse erzielen wir, wenn Technologie und Mensch zusammenarbeiten. Wir konzentrieren uns darauf, mit den sich ändernden Anforderungen von Markt und Verbraucher Schritt zu halten. Dafür müssen wir Technik und Mensch zusammendenken“, sagte Christina Bottis, Chief Marketing Officer, Coyote Logistics. „Technologie bietet Transparenz und Daten, die für den Aufbau der Supply-Chain-Strategie wichtig sind. Menschliches Fachwissen ist der Schlüssel zur Erschließung der Daten, die Maschinen liefern, um daraus umsetzungsfähige Lieferketten-Maßnahmen abzuleiten und strategische Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen.« Um die ideale Balance aus Technologie und menschlicher Unterstützung zu erreichen, sollten Händler und Spediteure zunächst ihre bestehenden Lieferketten bewerten, um herauszufinden, welche Aufgaben die Technologie bewältigen kann und welche am besten der menschlichen Expertise überlassen werden. Von dort aus sollten Lieferketten-Experten Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung untersuchen und Geschäftslücken identifizieren, die durch Technologie oder qualifizierte Talente geschlossen werden können.

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