Kraft und Köpfchen

Markt

Gabelstapler- Der Krise zum Trotz: Auch in diesen Tagen bringen die Staplerbauer neue Produkte an den Start. Neben anderen Anbietern stellen auch Toyota Material Handling und Yale aktuelle Geräte vor.

10. März 2009

Bei aller Zufriedenheit über den Zusammenschluss der Marken Toyota und BT sowie der dazugehörigen Unternehmen: Auch die neue Organisation, Toyota Material Handling, registriert die negative Veränderung des Marktes für Flurförderzeuge. Echte Sorge allerdings klingt anders. Matthias Fischer, Geschäftsführer von Toyota Material Handling Deutschland: »Nach einer über siebenjährigen Phase des Aufschwungs können wir einem Marktrückgang gut begegnen.«

Um sich den Spitzenplatz in der Weltrangliste der Staplerbauer weiter zu sichern, hat Toyota sich ein beispielloses Produkterneuerungsprogramm auf die Fahnen geschrieben. Seit der Einführung des verbrennungsmotorischen Gabelstaplers Tonero im April 2007 wurden, bezogen auf das Marktvolumen, 95 Prozent der Produktpalette neu entwickelt. Dazu zählen auch zwei Geräte, die unlängst in Köln vorgestellt wurden: der Schubmaststapler BT Reflex und der ElektrostaplerTraigo 48.

Der Kundenwunsch hat Priorität

Mit dem Traigo 48 knüpft Toyota Material Handling an die erfolgreiche Traigo 24- Volt-Baureihe an. Die neuen Elektrostapler sind als Dreirad- oder Vierrad-Modell mit einer Betriebsspannung von 48 Volt erhältlich. Bei der Entwicklung wurde besonderes Augenmerk auf die Anforderungen der Kunden gelegt. Das Resultat, der Traigo 48, ist leistungsstark, kompakt und leicht zu bedienen.

Die neue Traigo-Baureihe umfasst zehn Modelle mit Tragfähigkeiten von 1,5 bis zwei Tonnen, darunter sechs Dreirad- und vier Vierrad-Varianten. Für Arbeiten auf engstem Raum – der Traigo 48 ist der bislang kompakteste 48-Volt-Stapler von Toyota – bietet der Hersteller den Dreiradstapler mit verkürztem Chassis an, ein extra kompaktes Modell mit extrem kleinem Wendekreis. Eine Version des Geräts fürs Kühlhaus ist ebenfalls erhältlich. Alle Modelle sind mit AC2-Drehstromtechnik und bewährten Toyota-Technologien wie SAS ausgestattet. Das System für Aktive Stabilität schützt den Bediener des Staplers bei allen relevanten Aktivitäten, also beim Fahren, Heben und Manövrieren. Features wie »Aktive Kurvenkontrolle« bei den Dreirad-Modellen und »SAS Lenkachsenverriegelung« bei den Vierrad-Modellen erhöhen die Seitenstabilität des Staplers bei Kurvenfahrten. Aber auch passive Parameter verbessern die Sicherheit. So gibt das niedrig platzierte Armaturenbrett die Sicht auf die Gabelspitzen frei. Eine Radstandanzeige informiert über den Lenkeinschlag der Räder.

Die AC2-Drehstromtechnik der neuen Stapler-Baureihe steht für maximale Leistung bei minimalem Verschleiß. Beim Traigo 48 wurde die Fahrgeschwindigkeit gegenüber dem Vorgängermodell um fast 35 Prozent erhöht. Mit bis zu 20 km/h erreicht das Fahrzeug die Geschwindigkeit eines verbrennungsmotorischen Staplers. Auch Energieeffizienz wird bei Toyota groß geschrieben. Durch ein regeneratives System wird die Bremsenergie in die Batterie zurückgeführt. Auch wartungsfreie Ölbadlamellenbremsen gehören zur Standardausstattung der 48er-Baureihe.

Kluges Ergonomie-Design

Der Traigo wurde unter Berücksichtigung von aktuellen ergonomischen Erkenntnissen gestaltet und ist zu 99 Prozent recyclebar. Zusätzlich zur Standardausstattung haben Toyota-Kunden die Wahl zwischen verschiedenen »Tonero-plus«-Paketen, mit denen die Stapler in Bezug auf Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Komfort individuellen Anforderungen angepasst werden können.

Ebenfalls neu im Programm von Toyota Material Handling: eine neue, von modernen AC-Drehstrommotoren angetriebene Generation von BT Reflex-Schubmaststaplern. Mit den Modellen für Lasten bis 1,4 bzw. 1,8 Tonnen deckt die BT Reflex-Baureihe jetzt die Tragfähigkeitsklassen von 1,4 bis 2,5 Tonnen komplett ab. Alle Reflex-Modelle sind mit BT-Kippkabine erhältlich und auch in Kühlhausausführung und Drive-in-Version lieferbar.Genau wie den Traigo 48 bietet Toyota auch den BT Reflex mit »Plus«-Paketen für die Erfüllung individueller Kundenwünsche an.

Der BT Reflex ist mit einer Kabine ausgestattet, die gewährleistet, dass der Bediener sich stets innerhalb des Staplerprofils befindet. Das BT Total-View-Konzept sorgt für freie Sicht: Hubgerüst und Chassis wurden so konzipiert, dass der Fahrer jederzeit den Überblick über das Geschehen behält. Die tiefe, abgeschrägte Konsole, das fächerförmige Schutzdach und ein Fenster im Holm hinter dem Sitz ermöglichen beste Rundumsicht. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein PIN-Code, der nur autorisierten Fahrern den Zugang zum Stapler erlaubt. Dabei können Leistungsparameter wie die Fahrgeschwindigkeit individuell programmiert werden. Mithilfe der Höhenanzeige kann der Fahrer die Gabel schnell und genau positionieren. Eine Gewichtanzeige gibt an, ob die Last innerhalb der Tragfähigkeit des Staplers liegt. Durch die Feinabstimmung von Vorschubgeschwindigkeit, Hubhöhe und Lastgewicht erreicht der Schubmaststapler eine perfekte Performance und das Optimum an Sicherheit und Produktivität. Und sollte es doch einmal zu Problemen kommen: Eine On-Board-Diagnose sorgt für schnelles Erkennen und Beheben.

Neue Geräte bringt auch der traditionsreiche Hersteller Yale an den Start. Wichtige Merkmale auch seiner Produkte: ergonomisches Design für höhere Produktivität und eine stimmige Energiebilanz. Die jüngste Generation von Drehstrom-Gegengewichtsstaplern kann beides bieten. Gleichzeitig markiert die Einführung des neuen Drei-Rad-Staplers der VT-Baureihe und die des Vier-Rad-Staplers aus der VF-Baureihe ein neues Kapitel in der langen Fertigungsgeschichte von Yale.

Niedrige Kosten, hohe Effizienz

Die neuen VT- und VF-Elektrostapler wurden unter dem Leitgedanken einer »Harmonisierung von Energieeffizienz und hoher Produktivität« entwickelt. Ziel war, bei niedrigen Betriebskosten eine energieeffiziente Lösung für breite und anspruchsvolle Anwendungsbereiche anbieten zu können. So haben die Betreiber der Geräte die Möglichkeit, die Balance zwischen Leistung und Verbrauch wahlweise für ihre spezielle Anwendung festzulegen. Die sogenannte E-Lo-Einstellung (Energy Low) bietet den geringsten Energieverbrauch in jeder Klasse gemäß VDI 2198, Testzyklus 2,02 Ah. Für Schwerlastanwendungen oder hohe Produktivitätsanforderungen kann die HiP-Einstellung (High Performance) gewählt werden. Jeweils vier zusätzliche Leistungsstufen stellen ein Höchstmaß an Betriebsflexibilität sicher.

Die neuen Elektro-Gegengewichtsstapler sind mit Tragfähigkeiten zwischen 1,5 und 2,0 Tonnen erhältlich. In den Chassis mit kurzem, mittlerem oder langem Radstand finden unterschiedliche 48-V-DIN-Batterien mit 460 bis 750 Ah und BS-Batterien mit 595 bis 900 Ah Platz, alle optional mit seitlicher Entnahmemöglichkeit. Dank einer neuen, erweiterten Lenkachse kann das VF-Modell beim Palettenhandling auch in Gängen eingesetzt werden, die bislang nur für Drei-Rad-Stapler befahrbar waren. Die Lenkräder lassen sich um bis zu 180° drehen, sodass der Drehpunkt des Staplers in der Mitte der Vorderachse liegt. Allein für den Drei-Rad-Stapler der VT-Baureihe bietet Yale 23 Konfigurationen mit verschiedenen Tragfähigkeiten und Radständen an. Zählt man verschiedene Batterien mit unterschiedlicher Amperestundenleistung hinzu, erhöht sich die Summe der Optionen weiter. Für den Vier-Rad-Stapler werden elf Konfigurationen angeboten. Genauso interessant wie Energieeffizienz und hohe Manövrierfähigkeit ist das Design der Fahrerkabine, das konsequent einem vorab initiierten Kundenanalyse-Programm folgt. So hat man über einen längeren Zeitraum hinweg Daten über die unterschiedliche Physiognomie von Staplerfahrern zusammengetragen.

Viele nützliche Features

Mithilfe der Erhebung gelang es, eine ergonomisch sinnvolle Arbeitsumgebung zu entwickeln, die sich durch geringe Tritthöhe, einen einfachen Drei-Punkt-Einstieg, viel Bewegungsfreiheit und beste Sicht (dank Freisichthubgerüst) auszeichnet Merkmale, die dem Staplerfahrer sowohl den ungehinderten Zugang zu seinem mobilen Arbeitsplatz als auch einen bequemen Aufenthalt ermöglichen, egal ob er einssechzig, einssiebzig oder über einsneunzig groß ist. Den neuen Komfortsitz mit integriertem Minihebel-Modul, Richtungsschalter und Hupe hat Yale gemeinsam mit dem Sitzhersteller Sears entwickelt. Das einfach ablesbare LCD-Über-Kopf-Display und eine stufenlos einstellbare Lenksäule mit Memory-Funktion für die Neigung und eine optionale Synchronlenkung orientieren sich schlüssig an den Bedürfnissen der Fahrer und unterstreichen einmal mehr die Philosophie von Yale, einfach zu handhabende Geräte von hoher Effizienz und Produktivität anzubieten. Hierbei trägt Yale auch den besonderen Beanspruchungen beim Rückwärtsfahren Rechnung. Beide Baureihen, VT- und VF, sind serienmäßig mit einem hinter dem Fahrer angebrachten Griff mit integriertem Hupknopf und mit einem geräumigen Fußraum ausgestattet. Ein optional erhältlicher Drehsitz entlastet bei längerem Rückwärtsfahren Hals, Oberkörper und Beine.

Seine Kompetenz bei der Entwicklung und Fertigung von Flurförderzeugen stellt das Haus Yale bereits seit etlichen Jahrzehnten unter Beweis. Die neue Stapler-Generation der Baureihen VT und VF ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg des traditionsreichen Herstellers in die Zukunft. Frank Ulbricht, Geschäftsführer von Yale Europe: »Die neuen Baureihen sind ein weiterer Beleg für die technische Innovationskraft von Yale. Unserem wachsenden Händlernetz liefern sie ein führendes Produkt in dieser Klasse ein Produkt, das sowohl den Händlern als auch der Marke Yale weiteres Wachstum sichert.« (lj/sv)

Volles Programm

Die Logimat bietet ein breites Staplerspektrum

Wer sich über Flurförderzeuge informieren möchte, ist auf der Logimat gut aufgehoben. Vom 3. bis zum 5. März wird in den neuen Messehallen am Stuttgarter Flughafen vieles von dem zu sehen sein, was die Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten anzubieten haben. Toyota Material Handling beispielsweise, auf der Logimat in Halle 7, Stand 210, vertreten, präsentiert die neuen Traigo-Elektrostapler und den Schubmaststapler BT Reflex. Einen Besuch wert ist aber auch der Stand der Yale Fördertechnik GmbH (Halle 7, Stand 260).

Erschienen in Ausgabe: 01/2009