Lidl rollt E-Voucher von Paki in Europa aus

Paletten-Tausch Mehr Nachhaltigkeit in der Supply Chain: Das ist das erklärte Ziel des Handelsunternehmens Lidl. Einen Beitrag dazu soll der digitale Europalettenschein von Paki leisten.

27. Mai 2019
Lidl rollt E-Voucher  von Paki in Europa aus
Christian Agasse, Geschäftsführer des Ladungsträgerexperten Paki Logistics. (© Paki Logistics)

Seit 2012 arbeitet das Neckarsulmer Handelsunternehmen Lidl europaweit mit dem Ladungsträgerspezialisten Paki Logistics bei der Anlieferung und Rückführung von Paletten zusammen. Nun erreicht die Kooperation ein weiteres Level: Seit November führt der Einzelhändler den digitalen Palettenschein, den Paki-e-Voucher, in seinen Zentrallägern ein. Lidl bietet seinen Lieferanten und Spediteuren seit November 2018 sukzessive an allen europäischen Zentrallägern die Option an, statt des klassischen 1:1-Europalettentauschs einen digitalen Palettengutschein, den Paki-e-Voucher, zu erhalten. Dieser ist zwölf Monate nach Ausstellungsdatum gültig und an Dritte übertragbar. Nach Gutschrift im Paki-Konto kann der Kontoinhaber die komplette Bandbreite an Paki-Pooling-Services in Europa nutzen.

Mehr Flexibilität an der Rampe

Ziel der Einführung des e-Vouchers ist es, Lieferanten und Spediteuren eine weitere Option zum Zug-um-Zug-Tausch anzubieten und Wartezeiten in den Lidl-Zentrallägern zu reduzieren, die durch den Palettentausch bedingt sind. Zudem soll der Rollout des digitalen Palettenscheins einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutzkonzept von Lidl leisten, indem er für mehr Nachhaltigkeit in der Supply Chain sorgt.

Zu den Unternehmen

Das Handelsunternehmen Lidl gehört als Teil der Unternehmensgruppe Schwarz mit Sitz in Neckarsulm zu den führenden Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland und Europa. Lidl ist mit rund 260.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 30 Ländern weltweit präsent und betreibt in derzeit 29 Ländern rund 10.500 Filialen und über 150 Warenverteilzentren. In Deutschland arbeiten rund 79.000 Mitarbeiter in rund 3.200 Filialen.

Paki hat sich auf das Pool-Management tauschfähiger und standardisierter Ladungsträger wie Europaletten oder Gitterboxen spezialisiert. Das Unternehmen gehört zur Faber Halbertsma Gruppe, einem niederländischen Familienunternehmen, dessen Geschichte bis 1891 zurückgeht. Die Faber Halbertsma Gruppe besteht aus mehreren spezialisierten Pooling- und Produktionsunternehmen und ist nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter von Pool-Management-Lösungen.

»Die Einführung des Paki-e-Vouchers gibt unseren Spediteuren mehr Flexibilität. Zudem können Leerfahrten zur Abladung der getauschten Paletten vermieden und Transportwege verkürzt werden, was die CO2-Emissionen verringert«, berichtet Christian Stangl, Lidl-Geschäftsführer Einkauf Logistik International. Christian Agasse, Geschäftsführer von Paki Logistics, begrüßt die Entscheidung des Handelsunternehmens: »Der e-Voucher ermöglicht ein reibungsloseres und einvernehmlicheres Paletten-Management. Dank digitaler Lösungen und unserem europaweiten Netz können Lieferanten und Speditionen von einem schlankeren, sichereren und nachhaltigeren Paletten-Management profitieren.«

Digital ist besser

Der e-Voucher wird von Lidl über das Paki-Online-Tool zusammen mit einem eindeutigen Code ausgestellt und kann so elektronisch bei Paki eingereicht werden. Der teure und zeitaufwendige Versand der Palettenscheine entfällt. Sobald der e-Voucher eingereicht wurde, wird die ausgewiesene Menge als Guthaben auf dem Kundenkonto gutgeschrieben. Spediteure und Lieferanten können danach die Paletten europaweit bei Paki abrufen. Dies kann sowohl in Kleinstmengen oder in gebündelter Form passieren. Zudem kann gegen eine Gebühr auch ein Upgrade auf höherwertige Palettenqualitäten durchgeführt oder Paletten zugestellt werden. Durch den Verzicht auf Papier-Gutscheine und dank des eindeutigen Codes wird der Prozess nach Angaben von Paki schneller und sicherer. Damit der Europaletten-Austausch barrierefrei bleibt, können die e-Voucher an Dritte übertragen und Palettenverbindlichkeiten durch einfache Umbuchungen ausgeglichen werden.

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 70