LogiMAT 2010: Preisgekrönte Produkte für die Intralogistik

Ein System für das Internet der Dinge, eine Hebehilfe für Kommissionierer und eine Software für den Onlinehandel – das sind die Sieger des Wettbewerbs „Bestes Produkt“.

04. März 2010

Auf der LogiMAT 2010 wurden am Abend des Eröffnungstags die drei Sieger des Wettbewerbs „Bestes Produkt“ gekürt, die eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten aus den eingegangenen Bewerbungen der 760 Aussteller gewählt hatte. Bei ihnen sah die Jury die Kriterien Rationalisierung, Kostenersparnis und Produktivitätssteigerung als in herausragender Weise erfüllt.

In der Kategorie „Software, Kommunikation, IT“ siegte das Karlsruher Unternehmen Gaxsys mit dem modularen E-Commerce „g.a.x.-System“, einer Zukunft weisenden Technologie für den Online-Handel, welche die gesamte Prozesskette steuert. „Gax“ steht dabei für „global article exchange“. Das System verbindet Markenhersteller, Fachhandel und Kunden online miteinander. Es basiert auf dem adaptiven Softwareansatz und ist in seinem modularen Aufbau flexibel sowie an sich ändernde Gegebenheiten anpassbar. Die Besonderheit liegt darin, dass es bei der Auftragsvergabe den geographisch nächstgelegene Fachhändler vorrangig berücksichtigt. Insgesamt leistet das System einen nachhaltigen Beitrag zum Kampf gegen Plagiate (fakeprotection) sowie der Erhaltung der regionalen Infrastruktur (support your local dealer) und der Umwelt (green-logistics).

Im Bereich „Kommissionieren, Verpacken, Sichern“ punktete das Chamer Unternehmen Gebhardt Transport- und Lagersysteme mit seinem Ausstellungs-Highlight Eco Pick zur Erleichterung von Kommissioniervorgängen. Das Gerätunterstützt Hubarbeiten, wie sie üblicherweise beim Kommissionieren von Palette zu Palette anfallen. Dabei erleichtert die Hebehilfe den mechanischen Hub im Bereich der Unterarme, entlastet so den Kommissionierer und beugt einer vorzeitigen Ermüdung und sogar massiven körperlichen Gesundheitsbeeinträchtigungen nachhaltig vor. Die Hebehilfe besteht aus Hubarm, Fuß, Seilzugvorrichtung mit Handgelenkmanschetten, elektrischem Antrieb sowie einer elektronischen Steuerung. Ab einer Kommissionierdauer von mehr als fünf Stunden ist eine bis zu zehnprozentige Leistungssteigerung beim Kommissionieren durch den neu entwickelten Eco Pick möglich.

Lanfer Cargo-Technik aus Borken-Weseke, ein auf den Bau individueller Fördersysteme und deren Steuerung spezialisiertes Unternehmen, wurde im Segment „Beschaffen, Fördern, Lagern“ für sein umfangreiches Exponat Thingtelligence ausgezeichnet. Dieses ist eine Weiterentwicklung des vom BMBF geförderten Verbundprojekts "Internet der Dinge; Wandelbare Echtzeit-Logistiksysteme auf Basis intelligenter Agenten für den produktionsnahen Bereich". In Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Mittelstand entstand ein autonomes modulares und dezentrales Fördersystem. Durch das intelligente System werden Modernisierungsprojekte und spätere Änderungen an bestehende Anlagen um ein Vielfaches schneller und flexibler umgesetzt, als bei herkömmlichen Projekten oder Migrationen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf RFID, jedoch können auch klassische Barcodesysteme ohne Funktionseinschränkungen in bestehenden Anlagen im System Thingtelligence integriert werden.