Ursprünglich sollte im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Logimat die Bekanntgabe der drei Gewinner erfolgen und diese live vor Ort in Stuttgart ausgezeichnet werden. Die verstärkte Verbreitung des Coronavirus hatte jedoch Konsequenzen auf die Durchführbarkeit dieses Branchenevents. Die Logimat 2020 musste aufgrund behördlicher Anordnung in der vergangenen Woche abgesagt werden.

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„Uns als Logimat-Veranstalter ist es sehr wichtig, die drei Preisträger heute am ursprünglich ersten Messetag der Logimat der breiten Öffentlichkeit bekanntzugeben und damit ihre Spitzenleistungen zu würdigen. Alle drei haben es mehr als verdient. Selbstverständlich werden wir die Auszeichnung „Logimat bestes Produkt“ noch persönlich vornehmen und die Medaillen und Urkunden zu einem späteren Zeitpunkt in einem geeigneten Rahmen übergeben“, kündigt Logimat-Messeleiter Michael Ruchty vom Münchener Veranstalter Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH an.

In der Kategorie „Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik“ geht der Preis an das Start-up Wiferion GmbH für sein induktives Schnellladesystem etaLINK 12000. Die skalierbare Energielösung ist, so das Unternehmen, weltweit das erste kontaktlose Batterieladesystem mit 12 kW Leistung und einem Wirkungsgrad von 93 Prozent.

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etaLINK 12000 ermöglicht das Zwischenladen („In-Process-Charging“) der Lithium-Ionen-Batterien von fahrerlosen Transportsystemen (FTS/AGV), Flurförderzeugen (FFZ) und mobilen Robotern. Ladevorgänge lassen sich so flexibel in die intralogistischen Abläufe integrieren. Die skalierbare Energielösung ist, so das Unternehmen, weltweit das erste kontaktlose Batterieladesystem mit 12 kW Leistung und einem Wirkungsgrad von 93 Prozent. Durch das Zwischenladen bewegt sich das Energielevel der Fahrzeuge auf einem konstant hohen Niveau. Das Ergebnis: Bei gleicher Fahrzeugleistung können die Batteriekapazitäten in den meisten Fällen um mehr als 30 Prozent kleiner ausfallen und damit die Anschaffungskosten im Batteriebereich erheblich gesenkt werden.

In der Kategorie „Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungs-sicherung“ geht der Preis an die Kern AG für das Multiformat-Verpackungssystem PackOnTime 2box für maßgefertigte Pakete.

Die Kern AG hat mit dem Konzept „PackOnTime 2box“ den Zahn der Zeit getroffen. Für einen reibungslosen Versand der unterschiedlichsten Artikel muss auch die Versandlogistik optimiert und automatisiert werden. Dazu braucht es clevere Verpackungskonzepte und -systeme, welche die Verpackung zum benötigten Zeitpunkt zur Verfügung stellen. Das Multiformat-Verpackungssystem erfüllt die Anforderungen „Smart Pack – Made On Time“. Es operiert mit nachhaltigem Recyclingkarton (Wellpappe) und macht zusätzliche Füllmaterialien überflüssig. Bestellungen aller Art (Einzel- und Mehrfachartikel) werden im 3D-Verfahren vermessen und danach in die passgenaue Verpackung eingelegt. Die Schachtel wird in den individuell benötigten Abmessungen on-demand produziert und die bestellten Artikel automatisch zugeführt und verpackt. Das innovative System soll den weltweit boomenden Paketversand vorrangig ausgelöst durch den weiter stark wachsenden E-Commerce ansprechen. Durch die passgenauen Verpackungen lässt sich der ganze Prozess der Lieferkette umweltfreundlicher gestalten.

In der Kategorie „Software, Kommunikation, IT“ geht der Preis an das Start-up MotionMiners GmbH für die Neuheit Manual Process Intelligence (MPI). Diese KI-Lösung ermöglicht eine automatische und anonyme Analyse manueller Arbeitsprozesse.

Herkömmliche Analysemethoden, die in der Regel durch ausgebildete Prozessingenieure ganz klassisch mittels Klemmbrett und Stoppuhr durchgeführt werden, sind kompliziert und zeitintensiv. Bei der neuen Methode Manual Process Intelligence (MPI) werden Mitarbeiter verschiedenster Tätigkeitsbereiche mit mobilen Sensoren und einem Smartphone ausgestattet. Die Lokalisierung erfolgt anonym über Mobile Sensoren (Wearables) und Kleinstfunksender (Beacons). Die in den relevanten Lagerbereichen platzierten Beacons dienen, im Zusammenspiel mit dem Smartphone, der Verortung der Mitarbeiter. Aus den Prozessdaten werden automatisch die einzelnen Arbeitsschritte rekonstruiert und einer weiteren Analyse zugänglich gemacht. Die so erhobenen Daten werden mit einer hochspezialisierten künstlichen Intelligenz, der „MotionMiners-AI“, analysiert, die mit einer Mustererkennungslösung auf Basis von Machine Learning alle Daten verarbeitet. Dazu werden die Bewegungen, Körperhaltungen und auch die Arbeitssituation detektiert und den Aufgaben und Regionen im Arbeitsprozess zugeordnet. Der Bewegungserkennungskatalog umfasst aktuell mehr als 50 verschiedene Tätigkeiten (z. B. Gehen). Durch den Einsatz von MPI wird eine ganzheitliche Analyse und Optimierung der Prozesseffizienz und das Erkennen von Ergonomierisiken in Produktion und Logistik ermöglicht.