Die BASF Coatings AG entwickelt, produziert und vermarktet ein hochwertiges Sortiment an Fahrzeug-, Autoreparatur- und Industrielacken sowie Bautenanstrichmitteln. Im Werk Münster Hiltrup fehlten dem Tochterunternehmens des Chemieriesen BASF bisher große Lagerkapazitäten - rund 5.000 Tonnen Lackprodukte lagerten in dezentralen, externen Zwischenlagern. Die zergliederte Infrastruktur erforderte zahlreiche Lkw-Bewegungen und bewirkte eine hohe Fehleranfälligkeit, aufwendige Prozesse und damit auch höhere Kosten. Um dies zu ändern, plante das Unternehmen ein neues Distributionszentrum, das insgesamt drei Ausweichlager ersetzt. Dadurch entfallen etwa acht Prozent der bisherigen Lkw-Transporte. Zudem steigt die Effizienz der Versandlogistik durch die schnellere, fehlerfreie Belieferung der Kunden.

ANZEIGE

2400 Palettenbewegungen pro Tag

Das neue Distributionszentrum von BASF Coatings besteht aus einer Hochregallageranlage, einer Kommissionier- und eine Verladezone. In der voll automatisierten Hochregalanlage werden auf 30.560 Palettenstellplätzen etwa 12.600 Tonnen Fertigprodukte gelagert. Elf Regalbediengeräte des Typs Viapal ermöglichen bis zu 2.400 Ein- und Auslagerungen pro Tag. Jährlich verlassen rund 120.000 Tonnen Stückgut das Distributionszentrum in Münster.

ANZEIGE

Neben dem eigentlichen Lager umfasste das Projekt auch die Palettenförderanlage, die bis zu 190 Paletten pro Stunde in den Kommissionierbereich transportiert, sowie eine Kartonförderanlage mit einer Transportleistung von 1.600 Kartons pro Stunde. In der Kommissionierzone können an neun Abpackplätzen bis zu 27 Kundenbestellungen gleichzeitig bedient werden.

Effiziente Software-Lösung

Auch für die Software-Seite des Projektes zeichnet Viastore Systems verantwortlich. Dabei organisierte der Stuttgarter Spezialist für Intralogistik nicht nur die Implementierung seines Warehouse-Management-Systems viad@t, sondern sorgte auch für die Anbindung der Lagerverwaltung an das übergeordnete SAP-System von BASF Coatings. Eine Besonderheit des neuen Distributionszentrums sind die Sicherheitsvorrichtungen. Schließlich bergen Lackprodukte ein gewisses Gefahrenpotential. Um die Anlage permanent gegen Brand zu schützen, ist im Hochregallager der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre auf 13 Prozent gesenkt - eine in der Chemieindustrie weltweit einmalige Maßnahme. Der stündlich zweifache Luftwechsel im Versandbereich verhindert zusätzlich die Bildung eines explosiven Gasgemischs.