Logistik-Forschung in Magdeburg überzeugte

Mit den Unterschriften des Rektors der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU), Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, und des Direktors der Staatlich Technischen Universität für Automobil- und Straßenwesen Moskau (MADI), Professor Vjacheslav Prikhodko, wurde während des Besuches der russischen Delegation in Magdeburg offiziell ein Kooperationsabkommen zwischen beiden Hochschulen unterzeichnet.

16. April 2013

Das Abkommen wurde zuvor im Rahmen des Deutsch-Russischen Wirtschaftsgipfels auf der Hannover Messe vorgestellt. Ab dem Wintersemester 2013/2014 wird es demnach an beiden Forschungseinrichtungen ein Doppelstudienprogramm für den Fachbereich Logistik geben. Die Studierenden erhalten damit die Möglichkeit, einen zweifachen, deutschrussischen Masterabschluss an beiden Hochschulen zugleich zu erwerben. Das MADI gehört zu den technischen Leituniversitäten in Russland. Dementsprechend hoch ist der Anspruch an Forschungs- und Kooperationspartner. »Wir haben europaweit nach kompetenten Partnern für unsere Logistik-Forschung Ausschau gehalten. Die Universität Magdeburg hat uns mit Ihrer Exzellenz auf diesem Gebiet überzeugt«, erläutert Professor Prikhodko die Entscheidung, mit Magdeburg zu kooperieren.

Das zweisprachige Programm bietet den Studierenden die Chance, neben ingenieurwissenschaftlichem Fachwissen auch verschiedene Ansätze und Herangehensweisen in der Logistikbranche beider Länder kennenzulernen. Die Studenten verbringen jeweils die erste Hälfte ihres Studiums an der heimischen und die zweite Hälfte an der Gastuniversität. Nach der gemeinsamen Verteidigung der Masterarbeit vor Prüfern der Heimat- und der Gasthochschule erhalten die Absolventen zwei Masterabschlüsse, je einen vom MADI und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Mit diesem neuen deutsch-russischen Doppelhochschulabschluss soll dem wachsenden globalen Bedarf an interkulturell und mehrsprachig ausgebildeten Logistik-Fachkräften entsprochen werden. Unternehmen sind verstärkt auf der Suche nach Absolventen, die sich in verschiedenen Kulturkreisen und Sprachen sicher bewegen können. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen West- und Osteuropa. Zugleich etablieren sich beide Hochschulen im internationalen Netzwerk für Studienprogramme und erleichtern den gegenseitigen Austausch von Studierenden sowie die Anerkennung von Studienleistungen. Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg ist als Partner beider Hochschulen in das Austauschprogramm involviert und bietet über die Betreuung von Studienarbeiten einen starken Praxisbezug in der Ausbildung.

Gemeinsam mit der Universität Magdeburg betreut es die Jungakademiker außerdem bei der Anfertigung ihrer Masterarbeit. Bereits seit 2004 sind die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das Fraunhofer IFF und das MADI durch zahlreiche gemeinsame Forschungsprojekte eng miteinander verbunden. Das MADI in Moskau zählt mit seinen über 18.000 Studenten und mehr als 3.500 Lehrkräften zu den bedeutendsten Universitäten Russlands.