Meine Herren, wie reagiert Timocom auf die aktuelle Situation?

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Frank Winter (HR Director Europe): Die derzeitige Lage verlangt von uns allen mehr Vorsicht und Achtsamkeit, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden sowie die Betriebsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen. Daher haben wir bereits in einer frühen Phase auf oberster Managementebene umfangreiche Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgesetzt. Zu diesen Maßnahmen gehören u. a., dass wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich krank fühlen oder einen Verdacht auf eine Ansteckung mit Corona haben, umgehend ins Homeoffice versetzen. Dies gilt auch für ihre direkten Kontaktpersonen. Sollte ein Test nachweislich positiv sein, würden sowohl die Person, die sich infiziert hätte, als auch unmittelbare Kontaktpersonen für 14 Tage im Homeoffice bleiben. Auch stellen wir es es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit Montag, den 16.03., frei, in Absprache mit ihrer Führungskraft im Homeoffice zu arbeiten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einem erhöhten Risiko – wie Nutzerinnen und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel, Schwangere, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Vorerkrankungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit betreuungspflichtigen Kindern – sollen im Homeoffice arbeiten.

Was noch?

Winter: Wir sehen von externen Besuchen oder Dienstreisen ab und setzen stattdessen auf Video- und Telefonkonferenzen. Alle internen Meetings finden ebenso als Video- und Telefonkonferenzen statt. Unser Betriebsrestaurant wurde geschlossen und wir desinfizieren mehrfach täglich zum Beispiel Türklinken im Gebäude oder stellen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Desinfektionsmittel zur Verfügung. Auch sollen alle ihr dienstliches Notebook nach Feierabend nach Hause nehmen, um im Bedarfsfall jederzeit im Homeoffice arbeitsfähig zu sein. Dieser Maßnahmenkatalog wird laufend der aktuellen Situation und den behördlichen Vorgaben angepasst. 

Wie funktionieren die Abläufe, wenn alle im Homeoffice sind?

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Winter: Da wir bereits seit dem 1. Januar 2018 die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, eingeführt haben, sind für uns die Abläufe, in Bezug auf die Arbeit, grundsätzlich keine neuen. Das Arbeiten im Homeoffice ist bei uns gelebte Praxis. Was sich aufgrund der aktuellen Lage natürlich ändert, ist, dass wir verstärkt Video- oder Telefonkonferenzen nutzen, sowohl intern als auch extern. Alle unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ein dienstliches Notebook mit einem Headset, so dass alle im Homeoffice arbeiten können. Zudem sind wir sehr flexibel, was sich jetzt als wichtiger Vorteil und Sicherheitsfaktor herausstellt. Mit unserem weiten Arbeitszeitrahmen von 6 bis 22 Uhr können auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern die Betreuung gewährleisten und in diesem Zeitraum ihre Arbeitsleistung erbringen. Auch hierdurch schaffen wir es, die Betriebsfähigkeit von Timocom sowie unseres Smart Logistics System inklusive der Frachtenbörse sicherzustellen.

Was fehlt und geht verloren?

Winter: Was aufgrund der aktuellen Situation zu kurz kommt, ist der direkte persönliche Dialog. Webkonferenzen und Telefonate bieten jedoch gute Möglichkeiten, miteinander im Austausch zu bleiben. Mit täglichen oder wöchentlichen Videokonferenzen der Teams bleibt der Kontakt der Kolleginnen und Kollegen bestehen. Wie alle hoffen auch wir darauf, dass die Lage sich normalisiert. So lange es nötig ist, leisten wir unseren Beitrag dazu, die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Anbetracht der jetzigen Lage bestmöglich zu schützen und setzen die bereits erwähnten Maßnahmen weiterhin um.

Wie lange ist so etwas durchzuhalten?

Winter: Grundsätzlich sind wir als IT-Unternehmen durch unsere Homeoffice-Praxis und der Tatsache, dass unsere 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Erkrath von Zuhause aus arbeiten können und entsprechend ausgestattet sind, gut gerüstet, sollte es notwendig werden, über einen längeren Zeitraum im Homeoffice zu arbeiten.

Was beobachten Sie bei Ihren Kunden, die können ja nur sehr eingeschränkt auf Homeoffice setzen?

Steven van Cauteren (Head of Key Account & Partner Management): Wir beobachten derzeit verstärkt Anfragen von Unternehmen, die ihrerseits auf Homeoffice umstellen und sich entsprechend der Situation anpassen müssen. Über unser Smart Logistics System werden täglich bis zu 750.000 Fracht- und Laderaumangebote eingestellt und verarbeitet. Über 130.000 Nutzerinnen und Nutzer aus über 43.000 geprüften Unternehmen aus ganz Europa verwenden das System und die Services von Timocom zur Erweiterung, Verbesserung und Steigerung ihrer logistischen Kapazitäten und Ressourcen. Da wir unsere Kunden dabei unterstützen wollen, flexibel auf die aktuelle Lage zu reagieren, sorgen wir dafür, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Kunden auch von Zuhause aus das Smart Logistics System nutzen können. Da unser System bereits auf mobilen Endgeräten verfügbar ist, haben unsere Nutzerinnen und Nutzer schon länger die Möglichkeit, diese Flexibilität zu nutzen.

Wie entwickelt sich der Transportmarkt?

Van Cauteren: Die ersten Anzeichen für eine Veränderung am Transportmarkt aufgrund der sehr dynamischen Entwicklungen konnten wir ab KW 9 beobachten. Allein in der Relation DE zu DE gab es beispielsweise in der KW 11 2020 eine Steigerung der Frachtangebote im Smart Logistics System um 74 Prozent im Vergleich zur KW 11 des Vorjahres. Schaut man sich die Zahlen für dieselbe Woche für ganz Europa an, was sich auf 44 europäische Länder bezieht, dann sehen wir einen Anstieg um 48 Prozent in der KW 11 2020 zur KW 11 2019. Es zeigt sich: Ein erhöhter Bedarf an Fracht- und Laderaum ist gegeben. Und wir können in diesen ungewöhnlichen Zeiten mit dem Smart Logistics System unsere Kunden weiterhin miteinander vernetzen und so die Möglichkeit bieten, neue Geschäftspartner zu finden. Dies stellt insbesondere dann eine große Hilfe dar, wenn es zum Beispiel zu kurzfristigen Ausfällen bestehender Partner kommt oder die Nachfrage nach kurzfristig verfügbaren Lagerkapazitäten oder Fracht- und Laderaum steigt.

Vielen Dank für das Gespräch!