Lydia braucht kein Papier

Technik / Sprachbasierte Kommissionierung

Pick by Voice - Damit auch zu saisonalen Spitzenzeiten keine Lieferengpässe entstehen, setzt Modehersteller Gerhard Rösch bei der Kommissionierung erfolgreich auf die Pick-by-Voice-Technologie »Lydia« von Topsystem.

22. April 2014

Die 1949 gegründete Gerhard Rösch GmbH entwirft und produziert Nachtwäsche und Homeware unter dem Label »Rösch Creative Culture« und der Lizenzmarke »Féraud«. Ergänzend bietet das Unternehmen Bade- und Strandmoden sowie Tag- und Nachtwäsche für Herren an. Aufgrund dieser umfangreichen Produktpalette unterhält die Firma ein dreistöckiges Textillager in Tübingen, das Platz für über 100.000 hängende Textilien bietet. In den 3.300 Quadratmeter großen Räumlichkeiten sind pro Saison fast 3.000 verschiedene Artikelpositionen gelagert. Die Mitarbeiter vor Ort kommissionieren täglich 5.000 Kleidungsstücke für rund 250 Kunden im In- und Ausland. Beliefert werden der nationale sowie der europäische und weltweite Einzelhandel. Damit zu saisonalen Spitzenzeiten keine Lieferengpässe entstehen, setzt der Modehersteller bei der Kommissionierung auf die Pick-by-Voice-Technologie von Topsystem. Weil das System »Lydia« sprecherunabhängig funktioniert, sind Spracheingaben mit Dialekt in dem Familienunternehmen kein Problem. Ausländische Aushilfen könnten sogar in ihrer Muttersprache mit Lydia kommunizieren, denn das System unterstützt nahezu alle Landessprachen. Zudem ermöglichen die sprachoptimierten Prozesse nahezu fehlerfreie und schnellere Kommissioniervorgänge das spart Geld und Zeit.

Papier ist kein Thema mehr

Vor der Umstellung auf die sprachbasierte Kommissionierung hat die Gerhard Rösch GmbH mit Papierlisten und Kommissionierbelegen gearbeitet, deren Erstellung sehr zeitintensiv war. Denn die Listen mussten nicht nur erstellt und gedruckt, sondern die Daten auch anschließend wieder digitalisiert werden. Das ist jetzt Schnee von gestern: Mit der Einführung des Voice-Systems Lydia von Topsystem aus Würselen gehört die papierbasierte Kommissionierung in Tübingen nun der Vergangenheit an. Auch sonst hat Lydia auf allen Ebenen überzeugt: Bereits innerhalb eines halben Jahres war das System in Tübingen am Start inklusive Konzeption, Testphase und Umsetzung. Die Ankopplung an die Standardschnittstelle des Lagerverwaltungssystems Impuls bei Rösch funktionierte reibungslos. Damit haben sich die Annahmen von Lagerleiter Achim Fischer bestätigt, der dem System schon vor Produktivsetzung als Ergebnis eine deutliche Effizienzsteigerung prognostizierte.

Fischer hatte sich nach Lektüre entsprechender Fachtexte über Pick by Voice informiert und Lydia beim Besuch einer praktizierenden Firma in Aktion gesehen. »Dort wurde mir sehr eindrucksvoll demonstriert, was mit sprachbasierter Kommissionierung möglich ist – nämlich eine sichere und effiziente Abwicklung der betreffenden Vorgänge«, erinnert sich Lagerleiter Achim Fischer. Nach der Entscheidungsphase erfolgte innerhalb kürzester Zeit der Auftrag. Und das Pick by Voice System überzeugte von Anfang an: »Seit Inbetriebnahme konnten wir ohne Probleme unseren Job erledigen. Auch die Umstellung verlief problemlos. Sehr schnell war die alte Verfahrensweise mit Papier kein Thema mehr, und es gab nur noch ein sprachbasiertes Kommissionieren. Das System wurde von allen Beteiligten direkt akzeptiert«, fasst er seine Erfahrungen mit Lydia zusammen.

Usability ist Trumpf

»Ein wichtiger Aspekt war auch, dass der Kommissionierer jetzt die Hände frei hat und sich somit voll auf die Entnahme der Waren konzentrieren kann«, ergänzt Achim Fischer. Denn statt sich mühsam Bezeichnung, Menge und Lagerort der jeweiligen Ware aus einer Liste suchen zu müssen, bekommen die Mitarbeiter diese Information nun bequem über ein Headset, das an einen mobilen Computer angeschlossen ist. Per Sprachausgabe verrät Lydia dann für jedes Kleidungsstück die aktuelle Position. Der Kommissionierer muss sich nur dorthin begeben und die letzten beiden Ziffern der EAN zur Verifikation des Artikels in sein Mikrofon sprechen und die aus dem Lagerfach bzw. von der Hängestange zu nehmende Artikelmenge mündlich quittieren. Schon ist der Vorgang abgeschlossen und im Lagerverwaltungssystem verbucht.

Der positive Effekt ließ nicht lange auf sich warten: »Die sprachoptimierten Prozesse ermöglichen nahezu fehlerfreie Kommissioniervorgänge. Insgesamt haben wir die Fehlerquote dieser Prozesse auf nahezu null Prozent reduziert«, freut sich Fischer. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Mitarbeiter im Lager aus. Diesen gehe die Arbeit jetzt deutlich leichter und schneller von der Hand. »Durch den fast vollständigen Wegfall von Kommissionierfehlern ist unser Personal nicht nur erfolgreich, sondern auch zufriedener und motivierter als vorher, was gerade vor dem Hintergrund unserer mehrfach ausgezeichneten Mitarbeiterpolitik ein wichtiger Aspekt für uns ist«, so der Lagerleiter. Mittlerweile plant Rösch sogar weitere Ausbaustufen: in Bezug auf sprachbasierte Prozesse hat das Unternehmen nun den Wareneingang im Fokus.

Daten & Fakten

Topsystem ist seit 1995 ein verlässlicher Partner für die Entwicklung und den langjährigen Betrieb innovativer IT-Lösungen.Das Unternehmen hat im Geschäftsfeld Logistik Komplettlösungen zur mobilen Datenerfassung per MDE und Pick by Voice für die Arbeitsprozesse der Intralogistik entwickelt.

Zur Firmengruppe des Systemhauses aus Würselen gehören die Tochterfirmen Topsonic Systemhaus GmbH und die it4logistics AG.

Erschienen in Ausgabe: 03/2014