Picken ist anstrengend: Das weiß Stojan Pašalić aus eigener Erfahrung. Der Supply Chain Development Manager der kroatischen Atlantic Grupa hat schon mehrere Arbeitsschichten als Kommissionierer absolviert, um ein besseres Verständnis für den Prozess zu bekommen. Die rund 70 Picker, die in dem 2019 eröffneten Zentrallager nahe Zagreb im 3-Schichtbetrieb arbeiten, verursachen hier rund 60 Prozent der Gesamtkosten. Zugleich wächst das Auftragsvolumen des vor allem im Lebensmittelbereich aktiven Unternehmens jährlich um rund zehn Prozent. Mittlerweile müssen pro Monat rund 350.000 bis 400.000 Picks bewältigt werden.

Leistung gesteigert – um 20 Prozent

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»Die wachsenden Auftragszahlen lassen sich nicht mit immer mehr Personal auffangen, zumal der Bewegungsraum im Lager und das verfügbare Potenzial am Arbeitsmarkt begrenzt sind«, stellt Pašalić fest. Vor diesem Hintergrund suchte er schon im Frühjahr 2017 nach einer Lösung, mit der sich die Kommissionierleistung mit bestehendem Personal deutlich steigern lässt. Am damaligen Lagerstandort wurde bereits beleglos gearbeitet und jeder Picker verfügte über ein Handheldgerät mit integriertem Scanner. »Die Mitarbeiter hatten durch die Handhelds nicht die Hände frei und mussten ihren Blick abwechselnd auf Display, Ware und Gänge richten«, beschreibt Pašalić die frühere Arbeitsweise.

Diese Probleme wollte Pašalić mit einer sprachgesteuerten Kommissionierung lösen und wandte sich mit dieser Idee an das Systemhaus Špica Sustavi. Der in Kroatien und zehn weiteren europäischen Ländern aktive IT-Dienstleister unterstützt Atlantic schon seit einigen Jahren im IT-Bereich und insbesondere in allen Fragen rund um das Warehouse Management System (WMS) Symphony Gold. Špica Sustavi hatte die Einführung von Symphony begleitet und die Schnittstelle zu dem bei Atlantic eingesetzten ERP-Systems SAP eingerichtet. Aus anderen Projekten kannte man dort bereits die Honeywell Vocollect Voice Solution und deren Zusammenspiel mit Symphony Gold. Die Umstellung auf die sprachgesteuerte Kommissionierung verlief problemlos. Bereits im September 2017 konnte Atlantic die Pick-by-Voice-Lösung in Zagreb einführen und den Mitarbeitern das neue System erklären. »Die Anlernzeit beträgt jetzt nur noch zwei Stunden pro Mitarbeiter«, freut sich Pašalić.

Schnelle Akzeptanz

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Das Zusammenspiel aus Hören, Sehen, Greifen und Sprechen bewährte sich bei Atlantic innerhalb kürzester Zeit. »Unsere Mitarbeiter haben jetzt beide Hände frei und können sich ganz auf das Picken konzentrieren«, sagt Pašalić und ergänzt: »Durch die Honeywell Vocollect Voice Solution ist die Kommissionierleistung um rund 20 Prozent gestiegen und die Fehlerquote auf 0,05 Prozent gesunken.« Das freut nicht nur Atlantic, sondern auch die Picker, die zu einem erheblichen Teil nach Leistung und Fehlerquote bezahlt werden.

Mit neuen Daten zu besserem Lagerlayout

Einen weiteren wesentlichen Vorteil bringen die jetzt möglichen Datenauswertungen. »Durch das Analysieren unserer Kommissioniervorgänge konnten wir erstmals exakt errechnen, welche Zeitanteile auf das Picken, die Laufwege und die sonstigen Aktivitäten entfallen«, berichtet Pašalić. Dabei stellte er fest, dass nur rund 35 Prozent der Arbeitszeit für das Picken und 55 bis 60 Prozent für das Laufen zwischen den Gängen aufgewendet wird. »Wenn man bedenkt, dass unsere 70 Kommissionierer am Standort Zagreb 60 Prozent der Gesamtkosten verursachen, liegt hier ein gewaltiges Einsparpotenzial«, betont Pašalić. Deshalb hat der Logistik-Manager bereits das nächste Projekt gestartet: Mithilfe künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen will er das Lagerlayout und die Artikelpositionen dynamisch an die jeweilige Nachfragesituation anpassen.