Mehr Platz auf gleichem Raum

Schmalgangstapler sind eine wirtschaftliche Alternative, wenn auf wenig Fläche eine hohe Umschlagleistung erzielt werden soll

Der Trend zu mehr Leistung durch moderne Antriebskonzepte und ausgefeilte Ergonomie hält nach wie vor an. Mit ihrer Leistungsfähigkeit einerseits und der Flexibilität des manuell bedienten Gerätes andererseits haben sich die Schmalgangstapler längst als eine feste Alternative in nahezu allen Branchen etabliert.

13. Februar 2002

Wachsender Kostendruck und zunehmende Artikelvielfalt machen immer mehr Lagerbetreibern zu schaffen. Zwei gegensätzliche Kriterien sind unter einen Hut zu bringen. Auf kleinstmöglicher Fläche soll die größtmögliche Anzahl von Ladehilfsmitteln untergebracht werden - ohne auf Umschlagleistung und Flexibilität zu verzichten. In diesem Spannungsfeld erweisen sich Schmalgangstapler oftmals als wirtschaftliche Alternative. Eine Reihe neuer technischer Features verbessert dabei die Arbeitsleistung zusätzlich.

Es gibt im Wesentlichen zwei Gerätetypen, die im Schmalganglager eingesetzt werden können: zum einen Hochhubkommissionierer, mit denen Artikel auftragsbezogen auf Ladehilfsmitteln zusammengestellt werden, und zum anderen Schmalgangstapler, mit denen ganze Ladeeinheiten ein- und ausgelagert werden.

Mit Hilfe von Hochhubkommissionierern können Artikel etwa aus Fachbodenregalen oder von Paletten in Mehrplatzregalen abgegriffen und nach Kundenauftrag zusammengestellt werden. Die Geräte der aktuellen Generation verfügen über Hubgerüste, die das Greifen in Höhen bis über 10 m ermöglichen. Dabei benötigen sie typischerweise nur eine Arbeitsgangbreite von 1.400 bis 1.600 mm.

Voraussetzung ist dabei, dass die Kommissionierer über eine mechanische oder induktive Führung verfügen, die den Bediener im Gang von der Lenkarbeit befreit. Bei zunehmender Artikelvielfalt, die zu einer Vergrößerung des Kommissionierbereiches zwingt, kann durch zunehmende Regalhöhe - in Kombination mit dem gleichbleibend geringen Flächenbedarf für die Arbeitsgänge - die Grundfläche klein gehalten werden.

Zwei Aspekte bestimmen dabei die Leistungsfähigkeit eines Hochhubkommissionierers im Besonderen: die technischen Daten und die Bedienoberfläche - die Schnittstelle zwischen Bediener und Gerät. Um hohe Fahr- und Hubleistungen zu erreichen, werden beispielsweise im KMS ac 100 von Jungheinrich Drehstrommotoren eingesetzt. Damit die Batterieladung möglichst lange hält, sorgen zwei Energierückgewinnungssysteme: generatorisches Abbremsen der Fahrbewegung und das so genannte - von Jungheinrich patentierte - & uot;Nutzsenken& uot;, bei dem der Hubmotor beim Senken der Last als Generator genutzt wird. Die so erzeugte Energie wird über die Batterie anderen Verbrauchern, wie Lampen, Ventilatoren oder auch dem Fahrmotor zur Verfügung gestellt.

Damit auch der zweite Aspekt - die Bedienoberfläche - zum Erfolgsfaktor wird, wurde für den KMS ac 100 ein modulares Bedienkonzept entwickelt. Die Griffe und Stellteile (Fahrschalter und Lenkrad) wurden auf zwei Module aufgeteilt, die entsprechend der Kundenanforderungen an unterschiedlichen Stellen in der Bedienkabine angeordnet werden können. So wird sichergestellt, dass für jeden Einsatzfall die optimale Bedien-/Fahr-Position erreicht wird.

Der zweite Gerätetyp für den Einsatz im Schmalganglager sind Schmalgangstapler. Sie gliedern sich in zwei Gruppen: & uot;man up& uot; und & uot;man down& uot;.

Bei den & uot;man up& uot;-Typen fährt der Bediener zusammen mit dem Lastaufnahmemittel nach oben zum entsprechenden Palettenplatz im Regal. Durch diese Konstellation ist die Gabel bzw. das ein- oder auszulagernde Ladehilfsmittel immer direkt im Sichtbereich des Bedieners, der den Stapelvorgang so genau überwachen kann. Ein weiterer Vorteil des hebbaren Bedienstandes ist die Möglichkeit, diese Art von Schmalgangstapler nicht nur zum Ein- und Ausstapeln ganzer Paletten, sondern auch zum Kommissionieren nutzen zu können - zum Beispiel in Spitzenzeiten, wenn alle verfügbaren Kommissioniergeräte bereits ausgelastet sind. Auch eine körperliche Inventur kann mit einem & uot;man up& uot;-Stapler problemlos durchgeführt werden.

Angeboten werden diese Geräte heute mit Hubhöhen bis über 14 m und üblicherweise mit Tragfähigkeiten bis 1.500 kg. Die typische Gangbreite beträgt bei Verwendung einer Europalette 1.640 mm bei mechanischer Führung und 1.720 mm bei induktiver Führung. Auch diese Geräte werden durch die Einführung neuer Antriebskonzepte immer leistungsfähiger. So kommen im ETX-Kombi ac von Jungheinrich ausschließlich wartungsfreie Drehstrommotoren zum Einsatz, mit denen die Leistungsdaten - und damit auch die Umschlagleistung - weiter verbessert werden konnten. Der Wirkungsgrad der Motoren hat im Zusammenspiel mit den beiden oben beschriebenen Energierückgewinnungssystemen dazu geführt, dass mit dem ETX-Kombi ac bei gleicher Batteriekapazität bis zu 30 Prozent länger pro Batterieladung gearbeitet werden kann als mit dem Vorgängermodell.

Geht es ausschließlich um das Stapeln ganzer Ladeeinheiten, kann ein Gerät aus der & uot;man down& uot;-Familie eine interessante Alternative sein. Bei diesen Geräten wird nur das Lastaufnahmemittel angehoben, der Bedienerplatz bleibt unten.

Hier gibt es für leichte Einsätze im Hubhöhenbereich bis 7 m kostengünstige & uot;Einsteigermodelle& uot; in die Schmalgangtechnik, wie den EFX. Dieser Typ vereinigt eine sehr geringe Gangbreite (bei mechanischer Führung und Verwendung einer Europalette nur 1.840 mm) mit hoher Flexibilität im Einsatz. Durch das seitlich angeordnete Hubgerüst ist die Sicht auf die Gabel und den Fahrweg vollkommen frei. So kann das Gerät nicht nur im Schmalgang genutzt werden, sondern auch für Transportaufgaben.

Für große Hubhöhen bis 13 m und Tragfähigkeiten bis 1.500 kg gibt es im & uot;man down& uot; Segment leistungsfähige Geräte, die den Bediener durch sinnvolle Hilfseinrichtungen bei der täglichen Arbeit entlasten und so seine Leistungsfähigkeit erhöhen. So gehört heute eine Höhenvorwahl, die das Lastaufnahmemittel automatisch in der richtigen Höhe vor dem Regalfach positioniert, bereits zum Standard. Diese Geräte lassen sich darüber hinaus durch den Einsatz einer Horizontalpositionierung aufrüsten, die dem Bediener zusätzlich die Positionierung vor dem Regal in horizontaler Richtung abnimmt. Bauartbedingt ist die benötigte Arbeitsgangbreite sogar noch etwas geringer als bei den & uot;man up& uot;- Staplern.

Auch hier hat sich in den letzten Monaten im Hinblick auf den technischen Standard einiges getan. Neben dem Einsatz von Drehstromtechnik und Energierückgewinnungssystemen wird die Unterstützung des Bedieners durch praxisgerechte Ergonomie als ein wesentlicher Baustein für hohe Leistungsfähigkeit immer wichtiger. Das jüngste Beispiel dafür ist der ETX ac von Jungheinrich, der über ein drehbares Fahrerplatzmodul verfügt. Dabei kann die komplette Einheit, bestehend aus Bedienpult, Armauflage, Sitz und Fußpedalen je nach Fahrtrichtung in einen besonders günstigen Blickwinkel gedreht werden: 30° in Richtung Lastaufnahmemittel und 10° in Richtung Antrieb.

Erschienen in Ausgabe: 08/2001