Mehr Platz zum Stapeln

Technik / Lagerlogistik

Praxis - Um Arbeitsprozesse zu beschleunigen, automatisieren immer mehr Lohnfertiger ihre Lagerung. Dabei sind sie auf Systeme angewiesen, die sich ohne Produktionseinschränkungen integrieren lassen.

19. März 2014

Stanzen, lasern, abkanten – die Liste der Anarbeitungsleistungen in der Blechbearbeitenden Industrie ist lang. Immer mehr Hersteller vergeben diese Aufgaben an Lohnfertiger, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Um effizient und gewinnbringend zu arbeiten, sind Lohnfertiger auf optimal abgestimmte und automatisierte Prozesse in Lager und Fertigung angewiesen. Mit seinen automatisierten Blechlagersystemen ermöglicht Remmert seinen Kunden nach eigenen Angaben Platzeinsparungen von bis zu 70 Prozent im Vergleich zu konventionellen Lagermethoden.

Stand-alone-System

Eine Möglichkeit zur Lagerung geringer Mengen Blech ist nach Unternehmensangaben der Remmert Basic Tower. Das Stand-alone-System ist bei einer Systemhöhe von 3.830 bis 7.250 Millimeter mit 14 bis 33 Ebenen à 3.000 Kilogramm Traglast erhältlich. Die Materialbereitstellung erfolgt wahlweise halb- oder vollautomatisch.

»Durch sein bewährtes Plug-and-Run-Konzept ist der Basic Tower innerhalb kürzester Zeit aufgebaut«, sagt Matthias Remmert. So sei es auch bei dem Lohnfertiger Pascheit EMG in Hannover gewesen, so der Remmert-Geschäftsführer. »Nach nur zwei Tagen für die Montage und Inbetriebnahme konnte das Lager bereits vollständig genutzt werden. Durch den Einsatz des Basic Towers reduzierte der Fertigungsbetrieb seine Zugriffszeiten um 50 Prozent und ermöglichte erstmals eine kontinuierliche Versorgung des angeschlossenen Lasers.«

Eine Lösung zur Bevorratung größerer Mengen Blechmaterial sind die Remmert-Blechlager Mini und Midi. Sie sind jeweils in drei Systemgrößen mit einer Nutzlast von maximal 5.000 kg pro Ladeebene verfügbar. Zudem sind die Systeme durch ihre modulare Bauweise jederzeit erweiterungsfähig, lassen sich den individuellen Kundenanforderungen anpassen und sind damit zu 100 Prozent planungs- und zukunftssicher. Die Ein- und Auslagerungsprozesse steuert ein fahrwegoptimiertes Regalbediengerät, was die Zugriffszeiten deutlich verkürzt. Außerdem kann das Lager an alle marktüblichen Bearbeitungsmaschinen angeschlossen werden. Durch die automatische Bevorratung wird die Maschinenauslastung um bis zu 80 Prozent gesteigert.

Flexibel muss es sein

Die Anforderungen an Lohnfertiger in der Blech bearbeitenden Industrie sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Gehörten ursprünglich vor allem der Transport von Zuschnitten sowie kleinere Bearbeitungsschritte zu ihren Aufgaben, übernehmen sie heute als verlängerte Werkbank der Hersteller immer mehr Anarbeitungsleistungen. Darüber hinaus bearbeiten die meisten Lohnfertiger jeden Tag eine Vielzahl von Aufträgen mit immer kleiner werdenden Losgrößen. Ein schneller und flexibler Zugang zu den Materialien ist für sie daher sehr wichtig. Dennoch lagern viele Unternehmen ihre Werkstoffe immer noch konventionell am Boden oder in Stahlregalen. Sie verschenken dadurch nicht nur Platz für die wertschöpfende Produktion, sondern nehmen auch längere Zugriffszeiten in Kauf.

Werkstoffe können dadurch nicht rechtzeitig an den Bearbeitungsmaschinen bereitgestellt werden und die Produktivität ist gering. Die Notwendigkeit, veraltete manuelle Lagermethoden an aktuelle Anforderungen anzupassen, um weiterhin wirtschaftlich zu arbeiten, wird daher immer deutlicher. Um die Auslastung der Maschinen wieder zu steigern, Arbeitsprozesse zu beschleunigen und Ressourcen zu sparen, automatisieren immer mehr Lohnfertiger ihre Lagerung. Dabei sind sie auf leistungsstarke Systeme angewiesen, die sich an ihre individuellen Anforderungen anpassen und ohne Produktionseinschränkungen integrieren lassen.

Bei Bedarf kann das Remmert-Blechlager auch zur vollautomatischen Blechfertigungszelle ausgebaut werden. Ein Beispiel dafür sei laut Remmert das Projekt bei der Firma 2Cut im Landkreis Nienburg an der Weser gewesen. Der Lohnfertiger hat sich auf die Blechbearbeitung in den Bereichen CNC-Lasern, Stanzen und Biegen spezialisiert. Um große Mengen Blechplatinen platzsparend zu bevorraten, entschied sich das Unternehmen vor einigen Jahren für ein Blechlager Midi von Remmert. Dieses wurde so konzipiert, dass es durch den Anschluss von drei Trumpf-Laseranlagen als Blechfertigungszelle genutzt werden kann. Durch die vollautomatische Verknüpfung von Lagersystem und Bearbeitungsmaschinen profitiert der Betrieb von einem extrem effizienten Materialhandling.

Steht ein neuer Auftrag an, wird das benötigte Material automatisch aus dem Lager an die Laser transportiert. Die Anlage übergibt die Platinen der entsprechenden Maschine, das Restmaterial wird anschließend automatisch zurückgelagert. Die Materialzugriffszeiten wurden dadurch laut Remmert um 60 Prozent reduziert und die Produktivzeit der Maschinen im Gegenzug um 80 Prozent gesteigert.

Es braucht Know-how

Um die gesamten Produktionsprozesse für seine Kunden so effizient wie möglich zu gestalten, bietet Remmert ein umfangreiches Produktspektrum, zu dem neben seinen automatisierten Lagersystemen außerdem unterschiedliche Materialhandling- und Automationslösungen speziell für Bleche gehören. Damit seine Kunden das bestmögliche Bevorratungskonzept bekommen, betrachtet Remmert die jeweiligen Anforderungen immer als Ganzes. Jede Lagerlösung setzt aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen daher eine individuelle Beratung und Analyse voraus.

»Es ist deshalb entscheidend, dass Unternehmen nicht auf irgendeinen Lageranbieter vertrauen, sondern auf einen, der über die nötigen Erfahrungen und Kompetenzen verfügt«, sagt Frank Baudach, Vertriebsleiter bei Friedrich Remmert. »Durch seine langjährigen Erfahrungen kennt Remmert die Prozesse und Bedürfnisse seiner Kunden genau. Bei uns bekommen Sie kein Lager von der Stange, sondern eine maßgeschneiderte Lösung auf der Grundlage von bewährten, standardisierten Lager- und Handlingkomponenten.« Auf Basis der individuellen Anforderungen entwickelt der Lagerspezialist gemeinsam mit seinen Kunden ein Lagerkonzept, das alle wirtschaftlichen Faktoren einbezieht. Durch Referenzbesuche bei Anwendern können sich Interessenten zudem ein Bild von den Systemen im tagtäglichen Einsatz machen. »Bei uns endet der Service nicht mit dem Projektabschluss. Sowohl vor und während als auch nach der Lagerintegration bieten wir einen telefonischen Support«, so Baudach.

Daten & Fakten

Friedrich Remmert ist seit mehr als 65 Jahren auf die Entwicklung von maßgeschneiderten Lager- und Logistiklösungen für Langgüter und Bleche spezialisiert.

Das Unternehmen bietet auch Erweiterungen für Langgut- und Blechlagersysteme aller Hersteller.

Erschienen in Ausgabe: 02/2014