Mehr Power mit proLogistik

LV-Systeme - Die hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe hat ihre Zentrallager auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Mit der Umsetzung von komplexen Modernisierungsaufgaben wurde das Software-Haus proLogistik aus Dortmund betraut.

23. August 2006

Die hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe ist eine Unternehmensgruppe mit 250 Gesellschaftern aus dem Baustoff- und Holzhandel in Deutschland und 39 Gesellschaftern in Österreich. Man ist an nahezu 1.000 Standorten vertreten. Baustoffhändler, Einzelhändler und Kombimärkte werden von den hagebau-Zentrallagern in der Regel innerhalb von zwei Tagen beliefert. In Deutschland existieren fünf derartige Zentrallager. Unlängst galt es, die Stellung der Lager zu stärken und sie auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Die Ziele waren: Einkaufsvorteile, hohe Verfügbarkeiten, schnelle Auslieferung durch kundengerechte und zeitnahe Tourenbearbeitung; Transparenz der Geschäftsprozesse, Abbau von Redundanzen, beleglose und vereinfachte Abläufe, verbesserter Service und Reduzierung von Verwechslungen oder Fehlkommissionen, Steigerung des Betriebsergebnisses und der Wettbewerbsfähigkeit. Die zum Einsatz kommende Software musste für ein beachtliches Mengengerüst auslegbar sein, so dass 8.000 bis 10.000 aktive Artikel aus dem Sortiment verwaltet werden können. Hinzu kommen, wie am Beispiel des Zentrallagers in Westerkappeln erkennbar, zu beachtende Kennzahlen wie 180 Bestellungen, 900 Bestellpositionen, 550 Lieferscheine und 2.100 Lieferscheinpositionen (jeweils pro Tag) bei 15.000 bis 18.000 Palettenplätzen.

Die generellen Ziele wurden ergänzt und konkretisiert, so dass die folgenden Anforderungen an das zu installierende Lagerverwaltungssystem (LVS) bestanden: Online-Kommunikation mit dem vorhandenen Warenwirtschaftssystem, Wege-Zeit-Optimierungen unter Berücksichtigung der Prioritäten, Verwaltung der Lagerbestände und Lagerplätze sowie der Lagerhilfsmittel, Realisierung eines Leitstandes zur Steuerung und Kontrolle wesentlicher Lagerfunktionen, Wareneingangsbearbeitung sowie Retourenverwaltung und Einlagerung nach Strategien, Auftragsbearbeitung und Reservierung sowie Freigabe und Nachschubbearbeitung, Kommissionierung nach Strategien mit anschließender Abwicklung der Kommissionssendungen, Chargenrückverfolgung vom Wareneingang bis zum Warenausgang und zum Kunden, Realisierung einer Mandantenfähigkeit (so dass gewisse Warenüberhänge eines Gesellschafters im Zentrallager jederzeit verfügbar »geparkt« werden können), permanente Inventur für erhöhte Bestandssicherheit und Bestandsverfügbarkeit übers Jahr.

Auf der Suche nach einer geeigneten Lösung fiel die Wahl auf das Lagerverwaltungssystem pL-Store des Hauses proLogistik aus Dortmund. Einige für hagebau wesentliche Funktionen sollten die Standardlösung von proLogistik im Rahmen der individuellen Software-Anpassung ergänzen.

Individuelle Anpassung

So sollte z. B. bei der Warenannahme ein eigener Erfassungsdialog mit Bezug zu Spediteur, Lieferanten, Bestellungen und Aufträgen zur Verfügung stehen. Ebenso musste beim manuellen Wareneingang die Möglichkeit vorgesehen werden, auch Wareneingänge ohne Vorlage einer Bestellung aus dem Warenwirtschaftssystem vornehmen zu können.

Was zwingend mit der Einführung eines Lagerverwaltungssystems eingebracht werden sollte, waren die Rückverfolgbarkeit von Produkten, die Chargenverfolgung und die Beachtung der Mindesthaltbarkeit, da die zu beliefernden Märkte auch Wein- und Kaugummi, Kekse und Lutscher in ihrem Sortiment führen.

Im Mai 2003 begannen die ersten soft-waretechnischen Anpassungsarbeiten zur Umsetzung der individuellen Anforderungen. Die Inbetriebnahme erfolgte im November desselben Jahres. Am 1. Dezember dann wurde das neue LVS in Westerkappeln komplett in Betrieb genommen. Die übrigen Zentrallager folgten zwischen Juni 2004 und Juni 2005.

Inzwischen haben die Verantwortlichen bei hagebau eine erfreuliche Bilanz gezogen: Die beim Start des Projektes formulierten Ziele sind erfüllt worden. »Mit dem neuen LVS arbeiten unsere Zentrallager sehr zufriedenstellend«, resümiert Frank Albers, Leiter Logistik und IT des hagebau-Zentrallagers in Westerkappeln, und ergänzt: »Nur im geringen Maße mussten Abläufe organisatorisch umgestellt werden, da das System über einen hohen organisatorischen und funktionellen Abdeckungsgrad verfügt.« Erste vergleichende Messungen ergaben, dass eine Reduzierung der Arbeitszeiten bei der Vereinnahmung, Kommissionierung und Verladung der Ware um 10 bis 15 Prozent erzielt wurde. Dabei sank die Fehler- und Reklamationsquote auf weit unter ein Prozent.

Die erreichte Transparenz zum Beispiel über den gesamten Warenfluss erweist sich als sehr effektiv, denn alle Vorgänge sind eindeutig nachvollziehbar. Das aus dem System zur Verfügung stehende Datenmaterial steigert die Effizienz der Steuerung und des Controllings. Exakte Preiskalkulationen können ermittelt sowie detaillierte Prozesskosten aufgeschlüsselt werden.

Hohe Bestandssicherheit

Ferner hat sich gezeigt, dass der vom System ausgewiesene Bestand tatsächlich verfügbar und somit die geforderte Bestandssicherheit gegeben ist. Insgesamt wird die Leistungssteigerung der Zentrallager auf 12 bis 15 Prozent beziffert.

Erschienen in Ausgabe: 04/2006