Mercedes-Benz: Blockchain für die Lieferkette

Mercedes-Benz Cars setzt auf die Blockchain-Technologie für mehr Transparenz in komplexen Lieferketten.

27. Februar 2019
Mercedes-Benz Cars entwickelt erstmals Blockchain-Prototyp für nachhaltige Lieferketten. © Mercedes-Benz
Mercedes-Benz Cars entwickelt erstmals Blockchain-Prototyp für nachhaltige Lieferketten. (Bild: Mercedes-Benz)

Mercedes-Benz Cars und Icertis, ein Anbieter von Enterprise Contract Management Lösungen in der Cloud, gehen eine strategische Partnerschaft ein, um eine durchgängige Dokumentation von Verträgen in der Lieferkette sicherzustellen. Daimler verpflichtet seine direkten Lieferanten, die Standards und vertraglichen Verpflichtungen in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Umweltschutz, Sicherheit, Geschäftsethik und Compliance innerhalb der Lieferkette mit Nachdruck weiterzugeben und zu kontrollieren. Der Blockchain-Prototyp ermöglicht es, diese Weitergabe über die gesamte Lieferkette hinweg transparent abzubilden und nachzuvollziehen. Sollte einer der Sub-Lieferanten von den vertraglichen Verpflichtungen abweichen, wird dies in der Blockchain sichtbar, ähnlich wie in einem sicheren Buchführungssystem. Mercedes-Benz Cars und Icertis-Experten haben gemeinsam einen Prototyp entwickelt und programmiert. In diesem Pilotprojekt wird nun getestet, wie die Anwendung durch die Lieferanten und Partner umgesetzt wird und entsprechendes Feedback eingeholt.

Wilko Stark, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Einkauf und Lieferantenqualität, legt großen Wert auf nachhaltige Lieferketten: „Die Blockchain-Technologie besitzt das Potenzial, unsere Beschaffungsprozesse grundlegend zu revolutionieren und könnte Auswirkungen auf nahezu die gesamte Wertschöpfungskette haben. Globale Lieferketten werden immer komplexer. Mit unserem Blockchain-Prototyp testen wir im ersten Schritt eine der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten mit dem Ziel, mehr Transparenz in den Lieferketten über unsere direkten Lieferanten hinaus zu schaffen.“

Die Platzierung von Vertragsklauseln in der Blockchain lässt ein nachhaltiges Transaktionsbuch entstehen. Die Weitergabe und Bestätigung der Daimler Nachhaltigkeitsanforderungen kann durch alle Teilnehmer der Lieferkette nachvollzogen werden. So soll sichergestellt werden, dass die weltweiten Beschaffungs- und Vertragspraktiken den Anforderungen von Daimler entsprechen. Vertrauliche Informationen sind laut Mercedes nicht ersichtlich. Mit dem Prototyp werde durch Offenlegung nachhaltigkeitsrelevanter Informationen Vertrauen in die Integrität der Lieferkette geschaffen, ohne wettbewerbsrelevante Informationen preiszugeben. „Die Weitergabe von Verträgen an jedes Mitglied der Lieferkette insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit und ethisches Verhalten ist die Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten. Der Blockchain-Prototyp eröffnet völlig neue Wege, Einkaufsprozesse einfacher und sicherer zu gestalten“, sagt Sabine Angermann, Bereichsleiterin Einkauf und Lieferantenqualität für Rohmaterial und Strategie, Mercedes-Benz Cars.

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