Mit Herz und unternehmerischem Mut

Zum 90. Geburtstag von Gisela Sick: Von der ersten Stunde an im Jahre 1946 in Vaterstetten bei München begleitete sie das Unternehmen: vom Einmannbetrieb bis hin zum internationalen Konzern mit rund 6.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 900 Mio. Euro

08. November 2012

Als Erwin Sick 1946 in Vaterstetten bei München von der amerikanischen Militärregierung die Lizenz für ein selbstständiges Ingenieurbüro erhielt, organisierte Gisela Sick auf 20 Quadratmetern Baracke Firma und Familienleben. Sie empfing Besucher, organisierte Arbeitsplätze, Büros und Geschäftsbesprechungen, führte die Buchhaltung und schrieb auf ihrer Schreibmaschine die ersten Patentanmeldungen für die optisch-elektronischen Geräte, die „statt für militärische Zwecke zum Nutzen der Menschen wie beispielsweise zum Unfallschutz eingesetzt werden sollten“. 1954 zog die Familie nach Oberkirch (Baden), wo sich die Wohn- und Arbeitsverhältnisse entspannten. Bereits zwei Jahre später siedelten Familie und Firma nach Waldkirch um. Bis Anfang 1960 stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 150.

Gisela Sick unterstützte ihren Mann, indem sie seine Entscheidungen mittrug und sich um Belange der Belegschaft kümmerte, während sie ihn gleichzeitig ins Familienleben mit drei Töchtern einzubinden wusste. Als 1988 Erwin Sick starb, war das Ehepaar 44 Jahre verheiratet. Gisela Sick veräußerte das Unternehmen nicht. Mit Mut und Entschlossenheit und großem Engagement für die vielen zum Teil langjährigen Mitarbeiter gab sie der Geschäftsführung und dem Vorstand Rückhalt für die überaus erfolgreiche Entwicklung des Unterneh-mens seit 1988. Von 1990 bis 1999 war Gisela Sick Mitglied des Beirates, später im Aufsichtsrat. Ab 1999 ist sie als Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrates immer noch in alle grundlegenden Entscheidungen eingebunden. Der Vorstand konnte sich jederzeit gewiss sein, dass sie zu dem Unternehmen steht und auch mutige Entscheidungen mitträgt.

Neben dem Unternehmen selbst liegen Gisela Sick Themen wie die Förderung junger Menschen, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Kunst und Musik sehr am Herzen. Durch die Gründung der Gisela und Erwin Sick Stiftung fördert Gisela Sick direkt die regionale Aus- und Weiterbildung über die Grenzen von SICK hinweg. Viele Initiativen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere auch bei der Kinderbetreuung, gehen direkt auf Gisela Sick zurück.

Für ihr Engagement für die Förderung junger Menschen, die die Zukunft von SICK bedeuten, wie sie sagt, wurde sie vom damaligen Bundespräsidenten, Roman Herzog, geehrt. Sie ist Trägerin der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und erhielt viele weitere Auszeichnungen. Gisela Sick ist der SICK AG aktiv und eng verbunden und ist für viele der mehr als 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Welt der „fühlenden Maschinen“ die identitätsstiftende Persönlichkeit des Unternehmens. Mit einem kaum ermüdenden persönlichen Interesse und großer Intensität im Detail verfolgt Gisela Sick, nun unterstützt von ihrer Familie, den Weg der SICK AG in eine Zukunft voller Herausforderungen und Innovationen.