Mit Schmalz ans Werk

Special

Vakuum-Automation - Um ihre Neu- und Weiterentwicklungen der Produkte sowie aktuelle Informationen zum Unternehmen vorzustellen, lud J. Schmalz traditionell zu den Pressetagen nach Glatten ein.

13. Juni 2017
Ein Überblick über die Caravan-Produktion bei Caprone. Bildquelle: J. Schmalz
Bild 1: Mit Schmalz ans Werk (Ein Überblick über die Caravan-Produktion bei Caprone. Bildquelle: J. Schmalz)

Themen bei den Pressetagen waren unter anderem die Positionierung und Wachstumsstrategien des Unternehmens aus dem Schwarzwald. Auch die Digitalisierung spielte eine große Rolle. Für den Spezialisten für Vakuum-Automation J. Schmalz bedeutet die Digitalisierung Chance und Herausforderung zugleich. Wie das Unternehmen die vielfältigen Chancen bereits heute nutzt, zeigt ein einfacher Blick in den Produktkatalog. Viele der Lösungen für eine vernetzte Fabrik sind seit Jahren im Feld. Schmalz profitiert hier von seinem »Domain-Wissen«, also dem Wissen rund um die Anwendung. Auch an Ideen für neue Geschäftsmodelle mangelt es dem Unternehmen nicht. Zudem wurde bekanntgegeben, dass die Schmalz-Gruppe rückwirkend zum Jahresanfang alle Anteile an der GPS Gesellschaft für Produktionssysteme GmbH in Stuttgart übernommen hat. GPS wird Teil des internationalen Schmalz-Netzwerks mit derzeit 17 Standorten weltweit. »Die Übernahme von GPS ist ein wichtiger Baustein unserer Digitalisierungsstrategie«, sagt Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter der J. Schmalz GmbH. »Wir versprechen uns damit höchste Dynamik in der Entwicklung digitaler Lösungen sowie eine schnelle, unabhängige Verbreitung der GPS-Produkte.« So wird das GPS-Team unter anderem Hard- und Softwarelösungen zur Datenaggregation in industriellen Produktionsprozessen entwickeln. Zum Thema wurden des Weiteren sogenannte »Hebegeräte zum Anziehen«, wie ein Exoskelett die Arbeit von morgen beeinflusst – und wohin die Reise bei körperunterstützenden Hebehilfen wirklich geht. Bei dieser neuen Art von Mensch-Maschine-Kooperation handelt es sich um ein Leichtbaugerüst, dessen Funktionen beispielsweise die Stabilisierung von Rumpf und Rücken ermöglicht und die Belastung empfindlicher Körperregionen wie Handgelenk, Ellenbogen oder Schulter reduziert. Schmalz verbindet dabei die Ergonomie seiner Hebegeräte mit der aktiven körperlichen Entlastung der Gelenke durch Exoskelette.

Schmalz spielt tragende Rolle

Die vielseitigen Produkte des international aufgestellten Unternehmens kommen für Anwendungen in der Logistik genauso zum Einsatz wie in der Automobilindustrie, der Elektronikbranche oder der Möbelproduktion. Davon profitiert nun auch die Capron GmbH. Qualifizierte Mitarbeiter, ein moderner Maschinenpark und eine effiziente Logistik sind das Erfolgsrezept dieses Unternehmens. Capron fertigt Wohnmobile von der Zwei-Personen-Ausführung bis hin zum Familienfahrzeug. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette setzt Capron dabei auf Vakuumtechnik der J. Schmalz GmbH. Rund 30 Schlauchheber, Vakuum-Greifer und Aufspannlösungen sorgen für stabile, schnelle und ergonomische Prozesse – vom Fräsen der Regalböden bis zur Dachmontage. Von Anfang an setzte Capron auf schlanke Produktionsprozesse, qualifizierte Mitarbeiter und hohe Flexibilität. Seit das erste Fahrzeug 2006 die Fabrikhalle in Neustadt verließ, spielt Handhabung und Spanntechnik mittels Vakuum aus dem Hause Schmalz in der Fertigungsstrategie eine tragende Rolle. Begonnen hat alles mit Aufspannsystemen für verschiedene Arbeitsschritte in der Vorfertigung. Capron setzt eine hohe Fertigungstiefe um und stellt das Interieur aus Holz selbst her – vom Bodenbelag bis zur Wandverkleidung. An sechs Bearbeitungsmaschinen kommen insgesamt rund 200 Blocksauger von Schmalz zum Einsatz. Bis die einzelnen Bauteile einbaufertig sind, müssen einige davon manuell nachbearbeitet werden. Auch dafür hat Schmalz das passende Hilfsmittel: einen Vakuum-Spanntisch. »Er fixiert sicher und ermöglicht den freien Zugang zum Werkstück. Die Arbeiten erfolgen ohne zeitaufwändiges Umspannen«, sagt Toni Pietsch, Leiter Projektmanagement bei Capron.

Einfache Handhabung

Regalböden, Schranktüren oder Tischplatten fräst Capron aus großformatigen Holzplatten auf Nestingmaschinen heraus. Deren Beladung übernimmt ein Schlauchheber Jumbo. »Unsere Mitarbeiter schätzen die einfache und zuverlässige Handhabung sowie die ergonomische Konstruktion der Bedienelemente«, weiß Toni Pietsch. Weil die Mitarbeiter Werkstücke unterschiedlicher Größe und Beschaffenheit handhaben müssen, setzt Capron eine ganze Reihe von Sondergreifern an den Hebegeräten ein. Als Spezialist für Systemlösungen liefert Schmalz mehrere leichtgängige Säulenschwenkkrane, die in Kombination mit den Hebegeräten auf die jeweilige Anwendung ausgelegt worden sind. Auch bei der Ausstattung der Wohnmobile mit Elektrogeräten vertrauen die Sachsen auf Vakuumtechnik von Schmalz. So hilft ein Schlauchheber JumboErgo, Kühlschränke schonend und passgenau einzubauen. Zu den kniffligen Handhabungsaufgaben gehört, die bis zu 120 Kilogramm schweren Dächer auf die Fahrzeuge zu heben und einzusetzen. Für diesen Arbeitsschritt setzt Capron auf das Vakuum-Hebegerät VacuMaster. Es verfügt über eine robuste, etwa sieben Meter lange Lasttraverse aus Stahl mit sechs Saugpunkten. Trotz der enormen Größe des Daches reicht ein Mitarbeiter am Boden aus, um den Greifer passgenau auf dem Bauteil zu platzieren. Mit Hilfe einer Fernsteuerung aktiviert der Mitarbeiter das Vakuum und richtet das Dach zunächst um 90 Grad auf, um die Oberlichter zu montieren. Nach der Montage schwenkt er das Dach erneut um 90 Grad und setzt es feinfühlig auf das Fahrzeug. Durch ein Handschiebeventil ist das von einer Pumpe erzeugte Vakuum schnell abgebaut, um den Greifer vom Dach zu lösen. Dach und Seitenwände müssen dann noch verklebt und abgedichtet werden. »Die Dachmontage stellt hohe Anforderungen an die Handhabungstechnik. Dank dem VacuMaster läuft dieser Prozess schnell und zuverlässig ab. Darüber hinaus schont das System die Gesundheit unserer Mitarbeiter«, weiß Pietsch zu schätzen.

Deutliche Prozessvorteile

Der Einsatz von Vakuumtechnik entlang der Wertschöpfungskette hat sich für Capron ausbezahlt. So sind rund 30 Hebegeräte von Schmalz in der Produktion im Einsatz. »Wir erzielen damit deutliche Prozessvorteile. Vorher waren zwei Mitarbeiter erforderlich, um schwere Güter zu transportieren. Mit den Hebegeräten sparen wir Personal, verbessern die Arbeitsplatzergonomie und handhaben schneller«, beschreibt Toni Pietsch, dessen Ziel es ist, möglichst viele Arbeitsgänge technisch zu unterstützen. »Vakuumtechnik sorgt für stabile Prozesse und wir erzielen höchste Qualität«. Capron setzt auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit seinem Projektpartner. »Vertrauen und fachliche Beratung sind bedeutende Faktoren. Die Kooperation mit Schmalz und der Service funktionieren vorbildlich«, lobt Pietsch. Verschleißteile wie Blocksauger oder Saugplatten schickt Capron nach Glatten. Die Schwarzwälder sorgen dann für schnellen Ersatz oder reparieren, falls möglich.

Daten & Fakten

• J. Schmalz aus Glatten ist Marktführer in der Automatisierung mit Vakuum sowie für ergonomische Handhabungssysteme.

• Das Unternehmen bietet ein breites Spektrum im Geschäftsfeld Vakuum-Automation. Dazu zählen einzelne Komponenten wie Sauggreifer oder Vakuum-Erzeuger, komplette Greifsysteme und Spannlösungen zum Festhalten von Werkstücken, beispielsweise auf CNC-Bearbeitungszentren.

Erschienen in Ausgabe: 03/2017