Mit voller Energie voraus

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Batterieladetechnik - Mit der Batterieladetechnik von Fronius konnte der internationale Logistiker Gebrüder Weiss Energieverbrauch und Betriebskosten seiner Flurförderzeug-Flotte senken.

25. Mai 2018
© Fronius
Bild 1: Mit voller Energie voraus (© Fronius)

Rund 700 Lkw docken täglich an den Toren des Logistikzentrums von Gebrüder Weiss im österreichischen Maria Lanzendorf bei Wien an. Auch für den innerbetrieblichen Warenfluss ist das eine enorme Herausforderung. Um diese zu bewältigen, setzt das internationale Transportunternehmen auf eine Flotte von etwa 125 elektrisch angetriebenen Flurförderzeugen. Die Batterieladetechnik von Fronius versorgt die Stapler dabei mit der nötigen Energie: Gebrüder Weiss konnte nach eigenen Angaben damit seinen Stromverbrauch und den CO2-Ausstoß deutlich verringern – und gleichzeitig die Lebensdauer der Antriebsbatterien entscheidend verlängern.

Ein halbes Jahrtausend Logistik

Es ist eine Geschichte von mehr als einem halben Jahrtausend: Der Logistikexperte mit Hauptsitz in Lauterach ist laut eigener Aussage »das wohl älteste Transportunternehmen der Welt« – und noch dazu bis heute in Familienbesitz. Über mehr als 500 Jahre hinweg hat sich der Logistiker zu einem globalen Player mit 150 internationalen Standorten, rund 6.500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 1,36 Milliarden Euro entwickelt. Zigtausende Sendungen pro Tag transportiert Gebrüder Weiss in alle Welt – hauptsächlich per Lkw über die Straße, aber auch per Schiene, See- und Luftfracht. Abgerundet wird das Leistungsspektrum durch Speziallösungen für gesamte Wertschöpfungsketten seiner Kunden, Angebote verschiedener Tochterunternehmen, Zolldienstleistungen und umfangreiche IT-Services.

Im Heimatmarkt Österreich ist Gebrüder Weiss mit 41 Standorten sowie mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besonders stark vertreten. Eine der Niederlassungen befindet sich südlich von Wien in Maria Lanzendorf. Hier bearbeiten etwa 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Sendungsaufkommen von rund 100.000 Stück pro Monat. Um die intralogistischen Abläufe möglichst schnell und effizient zu gestalten, setzt Gebrüder Weiss auf elektrisch angetriebene Flurförderzeuge: Etwa 125 Stapler der Hersteller Jungheinrich und Crown befördern die eingehenden Waren innerhalb der Hallen an ihren Bestimmungsort – zuverlässig, leise und ohne schädliche Abgase.

Stapler, Batterie und Ladetechnik 

»Die Logistik als sehr energieintensive Branche hat natürlich ein großes Potenzial und auch eine hohe Verantwortung, wenn es um den Einsatz ressourcenschonender Technologien geht«, erklärt Marco Petru, zuständig für den zentralen Einkauf bei Gebrüder Weiss. »Wir tun deshalb einiges, um unseren Stromverbrauch und unsere CO2-Emissionen zu verringern – so fordern es ja auch die neuen Energieeffizienzgesetze in Österreich.« Die Einsparmaßnahmen haben zudem wirtschaftliche Vorteile, schließlich senkt eine niedrige Stromrechnung auch die Betriebskosten. Ein beträchtlicher Teil des gesamten Energieverbrauchs in Maria Lanzendorf entfällt auf die elektrische Flurförderzeug-Flotte. Daher versucht das Unternehmen auch diese kontinuierlich zu optimieren – und zwar nicht nur die Stapler selbst, sondern auch Batterien und Ladetechnik. Dass in diesem Bereich ein beträchtliches Einsparpotenzial schlummerte, wurde dem Unternehmen in einer gemeinsamen Evaluation mit Fronius klar.

Laut Fronius hat das folgende Gründe: Bei herkömmlichen Ladeprozessen wird ein beträchtlicher Teil der eingesetzten Energie in Wärme umgewandelt und geht damit ungenutzt verloren. Das verringert nicht nur den Wirkungsgrad und verbraucht unnötig viel Strom, es kann auch die Batterie schädigen und damit ihre Kapazität und Lebensdauer deutlich reduzieren. »Beides sind Kostenfaktoren, die sich mit der entsprechenden Ladetechnik nachhaltig optimieren lassen«, schildert Alexander Thier, Area Sales Manager bei Fronius Perfect Charging. »Von allen Komponenten des dreiteiligen Systems aus Stapler, Batterie und Ladegerät schenken die Anwender jedoch dem Letzteren meist die wenigste Aufmerksamkeit. Dabei hat die richtige Technologie hier einen enormen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der gesamten Lösung.«

Mit individueller Kennlinie 

Fronius hat dafür die neueste Generation seiner Selectiva-Ladegeräte mit dem sogenannten Ri-Ladeprozess entwickelt. Anwender können damit Batterien mit unterschiedlichen Spannungen und Kapazitäten laden – und das immer mit einer individuellen Kennlinie. Die Geräte messen automatisch den Innenwiderstand (Ri) des angeschlossenen Akkus, der unter anderem von deren Alter, Temperatur und Zustand abhängt, und passen die Ladekurve entsprechend an. »Das reduziert die schädliche Überladung auf ein Minimum, senkt damit den Stromverbrauch sowie den CO2-Ausstoß und verlängert die Brauchbarkeitsdauer der Batterie«, sagt Thier. Auch Gebrüder Weiss war schnell von der Fronius-Technologie überzeugt: Seit 2012 unterstützt das Unternehmen den Logistiker als fester Partner. In Maria Lanzendorf sind bisher rund 40 Fronius-Ladegeräte im Einsatz, der Rest wird sukzessive ausgetauscht. Mit dem Ri-Ladeprozess konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß seiner Flurförderzeug-Flotte »drastisch« reduzieren. Das mache sich zum einen finanziell in Form von niedrigeren Betriebskosten bemerkbar, zum anderen helfe es dabei, die Vorgaben des neuen Energieeffizienzgesetzes zu erfüllen. Auch die Ladequalität und die Verfügbarkeit der Flotte seien durch die Fronius-Geräte gestiegen.

Bedienfehler vermeiden

»Im Normalfall laden wir unsere Stapler über Nacht komplett auf, aber bei Hochbetrieb kann es auch vorkommen, dass eine kurze Zwischenladung notwendig ist«, beschreibt Werner Drnec, Betriebsleiter in Maria Lanzendorf, die Situation. Diese Zwischenladungen seien der Batterie in der Regel nicht gerade zuträglich und könnten Kapazität und Lebensdauer mit der Zeit verringern. »Der Fronius-Ladeprozess reduziert auch bei unregelmäßigen Ladezyklen die negativen Auswirkungen und schont damit die Batterie«, sagt Alexander Thier. Damit können die Stapler im Schnitt länger fahren, und die teuren Energiespeicher müssen seltener ersetzt werden.

Nachdem die neuen Geräte eine Weile im Einsatz waren, werteten die Experten die gespeicherten Ladedaten detailliert aus: »Über die USB-Schnittstelle im Gehäuse können wir verschiedene Parameter wie etwa Ladezeiten und Kennlinien bequem auslesen und gegebenenfalls Einstellungen optimieren«, beschreibt Thier. Auch die Nutzung der Ladestationen nahm Fronius unter die Lupe. Dabei konnten auch Bedienfehler identifiziert und angesprochen werden. »Mit diesen Erkenntnissen können wir nun unsere Mitarbeiter regelmäßig für das Thema Batterieladen sensibilisieren und sie im fachgerechten Umgang mit den Geräten schulen«, bemerkt Drnec. »Das hilft uns, die Lebensdauer der Batterien und der Ladetechnik zu verlängern und die Verfügbarkeit unserer Flotte weiter zu erhöhen.«

Erschienen in Ausgabe: 03/2018

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