Zuvor verantwortete er bei der Schaeffler-Gruppe den Bereich Kugellager. Davor arbeitete er beim amerikanischen Landmaschinen-Hersteller Deere im Management in Deutschland und Indien. Henry Puhls Karriere begann 1999 bei ThyssenKrupp Automotive.

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Herr Puhl, Wie muss ein Tag beginnen, um Ihr Freund werden zu können?

Mit einem starken Espresso, dazu Müsli mit frischem Obst und eine Zeitung mit Neuigkeiten aus aller Welt. Dann ein Weg zur Arbeit ohne Stau.

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Mit welcher Einstellung betreten Sie morgens Ihr Büro?

Sei offen für alles und klammere dich nicht zu sehr an einen Plan. Man muss spontan entscheiden, vermeintlich gute Tagespläne zu ändern, wenn es Kunden oder das Geschäft verlangen.

Welche Fehlleistungen, von Ihnen selbst wie von anderen, gehen Ihnen am meisten gegen den Strich?

Sich zu früh zufriedenzugeben, Dinge nicht wirklich fertigzubekommen und Einzelgänge statt Teamleistung.

Wissen Sie um 12 Uhr, ob Sie den Tag auf die Habenseite schreiben können?

Nein, dann würde ich ja zur Mittagspause schon einschlafen. Vergleichen wir einen Arbeitstag mal mit Fußball: Auch bei einem Führungstreffer zur Halbzeit muss man voll konzentriert bleiben, um die Führung in der zweiten Halbzeit auszubauen und man muss immer noch mit Gegentreffern rechnen.

Mahlzeit! Woraus besteht Ihr Mittagessen?

Ganz unterschiedlich, aber es sollte mich nicht müde machen. Gerne trinke ich selbst gemachte grüne Smoothies oder esse einen Salat in der Kantine. Manchmal darf es aber auch etwas Fast Food sein, wenn ich unterwegs bin, lieber esse ich aber Sushi.

Könnten Sie Ihr Essen auch selbst zubereiten?

Ja, kann ich. Smoothies sind einfach – alles in den Mixer, den Rest erledigt die Maschine. Ich liebe es aber auch Sushi zu machen, diese Leidenschaft teile ich mit meinem Sohn.

Mit wem würden Sie am liebsten am Tisch sitzen?

Albert Einstein und Stephen Hawking, um den »Großen Entwurf« (2010) zu diskutieren oder um ehrlich zu sein: überhaupt einmal richtig zu verstehen, theoretische Physik ist absolut faszinierend.

Ein wichtiger Gesprächspartner kommt nicht auf den Punkt und gefährdet so den pünktlichen Beginn Ihres nächsten Meetings. Was tun Sie?

Kommt jemand nicht auf den Punkt, dann habe ich meine Frage vielleicht nicht richtig formuliert oder der Gesprächspartner traut sich nicht. Meine Lösung: Offenheit und Vertrauen schaffen oder meine eigenen Fragen nachbessern. In jedem Fall: Kein bedeutendes Thema abwürgen.

Heute mal kein Abendtermin. Sie können den Tag ausklingen lassen, wie es Ihnen gefällt. Wie sieht Ihr Wohlfühl-Programm aus?

Natürlich freue ich mich auf Zeit mit meiner Familie, z. B. beim gemeinsamen Grillen und einem guten Wein, einer Runde auf dem Mountainbike oder auf Joggingschuhen durch die Natur, um den Kopf freizubekommen.

Spät am Abend lockt das Fernsehen mit einem interessanten Nachtprogramm. Wofür schalten Sie ein und warum?

Musik begeistert mich, ich habe früher selber in einer Band gespielt. Heute bleibt dafür leider keine Zeit mehr. Deshalb sehe ich gerne Live-Konzerte im Fernsehen.

Ein Kapitel aus dem Buch auf Ihrem Nachttisch muss es zum Abschluss eines langen Tages noch sein. Welches Werk lesen Sie gerade?

»Schnelles Denken, langsames Denken« von Daniel Kahnemann. Ich lerne gerne mehr über die Art wie Menschen denken, entscheiden und handeln.

Und weil wir schon dabei sind: Haben Sie ein Lieblingsbuch? Falls ja, warum ist es genau dieses?

»Das geraubte Leben des Waisen Jun Do« von Adam Johnson. Ein mutiges Buch über das Leben, über staatliche Willkür, vor allem aber über Hoffnung, Freundschaft und Liebe.