Nie mehr Schrottstau!

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Förderanlage - Ein störungsfreier Betrieb ist für den Automotive-Zulieferer Meleghy Automotive essenziell. Ein neuralgischer Punkt bei der Produktion der Blechteile und Schweißbaugruppen für Karosserien war lange Zeit das Schrottaustrageband. Gepe-Technik ersetzte die bisherige Anlage.

07. November 2018
© Gepe-Technik
(Bild: Gepe-Technik)

Pressteile und Karosseriebaugruppen für die Automobilbranche: Das produziert das Werk in Gera unter der Marke Meleghy Automotive. »Eine hohe Zuverlässigkeit unserer Anlagen ist wesentliche Basis für eine termingerechte Belieferung unserer Kunden. Neben unseren Pressen sind dabei die Nebenanlagen von elementarer Bedeutung«, berichtet Herbert Marx, Werksleiter in Gera.

»Der Wartungsaufwand für unsere Förderbänder stieg von Jahr zu Jahr und die Gesamtanlagenverfügbarkeit war nicht mehr garantiert. Da wir bereits 2016 gute Erfahrungen mit einer Schrottentsorgungsanlage von Gepe-Technik in unserem Werk Wilnsdorf gemacht haben, entschieden wir uns auch in Gera für ein Komplettsystem aus dem gleichen Haus.«

90 Tonnen Schrott pro Tag

Die neue Anlage besteht aus vier unterschiedlichen Förderbändern. Beim ersten Band handelt es sich um einen sogenannten Z-Förderer, der den Schrott aus dem Keller durch die Hallenwand nach draußen transportiert. Dort empfängt das zweite Band den Schrott an einem tiefer gelegenen Abwurfpunkt und bringt ihn auf eine Höhe von etwa fünf Metern. »Dies ist notwendig, um den Schrott auf vier unterschiedliche Container aufzuteilen, ohne dass ein Stau entsteht«, berichtet Daniel Becker, Geschäftsführer von Gepe-Technik.

»Denn in der weiteren Folge übernimmt ihn die dritte Förderanlage, ein Querband, und übergibt den Schrott an ein Doppelspurband, das in zwei Richtungen verteilt. Dank des anmontierten Drehgestells kann die Vorrichtung nach Bedarf positioniert werden und befüllt auf diese Weise die Container gleichmäßig mit den täglich anfallenden 90 Tonnen Schrott.«

Permanent geschmiert

Jedes Förderband der Anlage ist mit sechs Millimeter dicken gekanteten Seitenkörpern nach eigenen Angaben »maximal robust« ausgelegt. Der Fördergurt ist mit breiten Laufrollen ausgerüstet, deren eingeschraubte Schienen aus Stahl mit einer Dicke von zwölf Millimetern gefertigt sind. Außerdem soll eine automatisierte Öleinheit mit einem 20-Liter-Kanister eine permanente Schmierung der Bänder gewährleisten.

Ein wichtiges Thema ist auch die Betriebssicherheit: Sämtliche Gefahrenzonen wie die Seitenborde des Transportgurts sind mit Blech verkleidet, um beispielsweise Quetschungen zu vermeiden. Mitarbeiter können durch eine in der Nähe angebrachte Reißleine im Risikofall einen Notstopp initiieren. Die Erfahrungen des Automobilzulieferers aus Gera mit der Altanlage führten zu diversen Änderungswünschen in der Neuauslegung der Anlage – sowohl hinsichtlich der Wartungsfreundlichkeit als auch zur Vermeidung von Anlagenschäden.

Installation: enger Zeitplan

Der Anliefertag und die anschließende Montage mussten innerhalb eines engen Terminplans erfolgen. »Da bei der Karosserieproduktion sowohl Aluminium- als auch Stahlschrott entsteht, führt ein Ausfall des Förderbandes zu Mischschrott – dies würde zu hohen Verlusten führen und musste vermieden werden«, erläutert Marx. »Um den Ablauf zu optimieren und den engen Zeitplan einzuhalten, besuchte uns Gepe vor Ort, besprach mit uns detailliert das weitere Vorgehen und erstellte ein 3D-Konzept. Daraufhin konnten wir unsere Jahresproduktion so abstimmen, dass wir innerhalb eines Zeitfensters von zwölf Tagen keinerlei Aluminiumschrott erzeugten.«

Störungsfrei seit Mai

Seit Mai 2018 läuft das neue Fördersystem nach Angaben des Unternehmens »störungsfrei und zuverlässig«. Jedes Halbjahr wird die Anlage durch die Gepe-Technik inspiziert. Im Fall eines Anlagenstillstands sind die Mitarbeiter aus Gummersbach innerhalb von zwölf Stunden vor Ort, um das Problem zu beheben. Meleghy Automotive hat bereits weitere Pläne: »Wir haben unserem Schwesterwerk in Bernsbach die Zusammenarbeit empfohlen«, resümiert Marx. »Dort wird ein weiterer Auftrag vorbereitet, um das bisherige Förderband durch ein ähnliches Komplettsystem auszutauschen.«

Die Gepe-Technik GmbH wurde 1989 in Gummersbach gegründet. Seitdem entwickelt und fertigt sie Komplettsysteme in den Bereichen Fördertechnik, Automatisierung, Anlagen- und Schallschutz. Einen besonderen Schwerpunkt legt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf den Bereich der Logistik. Gepe-Technik versteht sich als Systemanbieter und liefert für seine Kunden umfangreiche Gesamtanlagen. Auch elektrische Steuerungen und CE-Konformitätserklärungen werden von Gepe angeboten. Derzeit beschäftigt der Betrieb 23 Mitarbeiter.

Erschienen in Ausgabe: 06/2018