Optimale Prozesse dank Bahn und Kran

Transportieren & Heben - Hohe Funktionalität bei größter Effizienz und zügigem Return on Invest. Auch die Anbieter von Fördertechnik sehen sich mit diesen Forderungen konfrontiert. Demag Cranes & Components kann sie erfüllen.

20. April 2006

Lastentransporte nach Fahrplan, der pünktliches Eintreffen an jeder Zielstation garantiert, sind typisch für Einschienen-Hängebahnen. Mit standardisierten Komponenten aus einem fein gestuften Baukasten hergestellt, erfüllen sie alle auf Funktionssicherheit und Langzeitnutzung gründende Qualitätsansprüche. Bezogen auf konstruktive Details, das Leistungsvermögen und die Automatisierung von Hängebahnen im Rang von Anlagen oder Systemen gilt der Baukasten KBK von Demag Cranes & Components seit längerem als Maßstab. Mittlerweile sind weltweit in nahezu allen Branchen KBK-Installationen zu finden. Als eines der Vorzeigeprojekte gilt das System bei der Austria Email AG im Werk Knittelfeld in der Steiermark. Hier werden rund um die Uhr Warmwasserbereiter mit Fassungsvermögen von 30 bis 1.250 Liter produziert. Das KBK-II-System erstreckt sich über eine Länge von 70 m in Form von zwei (durch elektrische Weichen verbundene) Ringbahnen. Den eigentlichen Materialfluss übernehmen zehn für 800 kg Tragfähigkeit ausgeführte Fahreinheiten. Ausgerüstet sind diese Laufkatzen mit einem synchron laufenden Doppelkettenzug für Hubgeschwindigkeiten von 2,2 und 9 m/min und mit einem Fahrantrieb für Geschwindigkeiten von 5 und 20 m/min.

Um die Steuerung des Systems kümmern sich eine Siemens S7-SPS und dezentrale Peripheriegeräte. Integrierte Stoppstationen, die mit mechanisch schwenkbaren Reflektoren arbeiten, ermöglichen das exakte Positionieren der Einschienen-Laufkatzen.

Neue Krangeneration

Das präzise Handling schwerer Lasten ist kennzeichnend für Laufkrane der neuen Generation. Von Demag Cranes & Components unter dem Begriff Prozesskrane auf den Markt gebracht, zeichnet sich die neue Krangeneration - vom Stahlbau über die elektro-mechanische Ausrüstung bis hin zur Steuerung - durch einen zukunftsweisenden Technikstandard aus.

Feinfühliger Umgang mit schweren Lasten

Bestes Beispiel für den effizienten Einsatz von innovativer Demag-Krantechnik: die vier Prozesskrane in der neuen Fertigungshalle für Dampfturbinen-Komponenten bei der Siemens Power Generation in Mülheim an der Ruhr.

Der Hallenneubau, unterteilt in zwei parallele Schiffe gleicher Breite, verlangte den Einsatz von Laufkranen mit 31 m Spurmittenmaß. Bei dieser Anlagengröße ist es wichtig, die Kranbrücken so zu dimensionieren, dass schwere Lasten ohne störendes Nachschwingen abgesenkt werden können. Dies ist eine unverzichtbare Voraussetzung für das feinfühlige Handling der ebenso voluminösen wie hochwertigen Turbinenteile.

Die Organisation der Hallenteile

Die Organisation der Fertigungsabläufe lieferte die Vorgabe für den Einsatz von je zwei Prozesskranen in den Hallenschiffen. Bezogen auf die Einzelgewichte der Komponenten wurden von den vier Kranen drei für die maximale Tragfähigkeit von 150 Tonnen und einer für 200 Tonnen ausgeführt. Geht es um den nutzbaren Grenzwert für außergewöhnliche Lastentransporte, dann erreichen die zwei hintereinander in einem Hallenschiff eingesetzten Prozesskrane im Verbundbetrieb eine Kapazität von 300 Tonnen.

Um zuerst die Effizienz des Materialflusses für unterschiedliche Lasten in einem ausgedehnten Spektrum zu steigern, erhielten die Krane eine Ausrüstung mit Haupt-, Hilfs- und Winkelkatze. Zur Unterstützung der genauen Lastpositionierung sind die drei Krane gleicher Nennlast quasi noch mit einer vierten Katze ausgerüstet worden: eine Katze auf der Katze. Diese Katzvariante mit einer zusätzlichen Bewegungsachse erlaubt es, die Last um plus/minus 250 mm parallel zur Kranbahn in Position zu bringen, unter anderem beim Einfügen eines Turbinenläufers in das Turbinengehäuse, wenn das Gehäuse nicht lotrecht zur Kranbahn steht. Hergestellt wird so die für den Zusammenbau nötige Parallelität.

Erschienen in Ausgabe: Fördertechnik/2006