Schon bei der Konzeption seines neuen Werkes hatte Köppern festgelegt, daß die Krane jeweils ein einheitliches Spurmittenmaß von 20,5 Meter aufweisen sollen. Dadurch erreicht das Unternehmen hohe Flexibilität im Hinblick auf künftige Änderungen und Erweiterungen, denn es kann die einzelnen Krane gegebenenfalls in eine andere Halle versetzen lassen. Darüber hinaus wurde eine Überdimensionierung der Kranbahnen hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit veranlaßt, damit Köppern die Leistung durch noch größere Krane ausweiten kann.

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In der Produktion fahren drei Zweiträger-Laufkrane. Zwei der Krane verfügen über eine Tragfähigkeit von je 20 Tonnen. Dies entspricht dem Gewicht der mechanisch fertiggestellten Walzen, die im Durchschnitt drei Meter lang sind und Durchmesser von 800 bis 1.200 Millimeter aufweisen. Die Krane lassen sich steuerungstechnisch verbinden, damit Köppern mit Hilfe einer Traverse bis zu 40 Tonnen schwere Lasten transportieren kann. Von der Produktion werden die Walzen durch einen Quertransportwagen, der mit einer Tragfähigkeit von rund 30 Tonnen ausgestattet ist, in die Montagehalle der Pressen gefahren. Kernstücke der Pressen sind die Walzensätze, die jeweils aus der Walze, Formwerkzeugen, Lagerkörpern, Wälzlagern und abdichtenden Elementen bestehen. Ein Walzensatz kann bis zu 85 Tonnen wiegen. Selbst bei mittelgroßen Maschinen hat er ein Gewicht von 20 bis 25 Tonnen.

Aufgrund der schweren Baugruppen benötigt Köppern in der Montagehalle eine entsprechend hohe Krankapazität. Daher investierte das Unternehmen in zwei weitere Zweiträger-Laufkrane von Demag, jeweils mit einer Tragkraft von 50 Tonnen. Diese Krane lassen sich ebenfalls über die Funkfernsteuerung koppeln, so daß sie zusammen eine Tragfähigkeit von 100 Tonnen erreichen. Beide Krane sind mit einem Hilfshubwerk versehen, das für 16 Tonnen schwere Lasten ausgelegt ist. Die Haupt- und Hilfshubwerke jedes Krans lassen sich parallel nutzen, um beispielsweise lange Teile sicher an einem Kran handhaben zu können. Bei zu hohen Lasten werden die Hubwerke durch eine elektronische Sicherheitseinrichtung abgeschaltet. Den dritten in der Montagehalle installierten Kran, der über eine Tragfähigkeit von 20 Tonnen verfügt, nutzt Köppern im hinteren Bereich der Halle an den Lackierkabinen.

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Die Krane müssen feinfühlig heben, senken und fahren können, weil zum Beispiel das Aufschrumpfen von Formringen auf die Walzen ein exaktes Positionieren voraussetzt. Um Beschädigungen zu vermeiden, dürfen die Ringe nicht gegen die Walzen schlagen.

Alternativen zu den Kranen entfielen schon wegen der hohen Lastgewichte. Bei der Wahl des Lieferanten setzte sich Demag Cranes & Components durch, da das Unternehmen eine exakt auf den Bedarf von Köppern zugeschnittene Lösung liefern konnte.