Wer mit Logistik zu tun hat, kommt, zumindest in Europa, an Euro-paletten nicht vorbei. Kein anderes Ladehilfsmittel wird über mehrere Branchen hinweg so gut akzeptiert, wie diese Palette. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter: Wie kürzlich von der EPAL kommuniziert, ist die Produktion von EPAL-Europaletten in den ersten beiden Quartalen 2017 um +10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Weltweit wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 42,5 Millionen EPAL-Europaletten produziert. Eine Steigerung gab es auch bei der Reparatur: +11,5 Prozent mit 13,7 Millionen reparierten EPAL-Paletten in den ersten sechs Monaten 2017. Doch dieser Segen kann sich auch zum Fluch umkehren. Dann nämlich, wenn die Qualitäten der Paletten nachlassen und die besseren Paletten beim Tausch herausgepickt werden. Um einem solchen Treiben vorzubeugen und nebenbei auch noch Energie und Geld zu sparen, bieten sich Palettenscheine an. Doch auch hier gilt: Schein ist nicht gleich Schein, wie Christian Kühnhold, Paki Pooling Partners, erläutert: »Wichtig ist, dass beim Palettenschein seit Jahren bewährte Praktiken nicht zuungunsten Dritter abgeändert werden sollten. Denn ist der eingesetzte Palettenschein an Dritte übertragbar, wird an dieser Stelle die Flexibilität des offenen Pools gewährleistet.« Denn nur so habe der Inhaber des Scheins die freie Entscheidung, wo und bei wem er den Schein einzulösen gedenkt. »In Zusammenarbeit mit der GS1 sowie Vertretern aus Industrie, Handel und Logistik werden das Format sowie die Handlungsempfehlungen für den Palettenschein vorangetrieben«, ergänzt er. »Unser Ziel ist es, dass dieses seit Jahren eingesetzte und bewährte Dokument übertragbar bleibt, um allen Beteiligten die Möglichkeit zu überlassen, die für ihn günstigste Verwendung zu nutzen.«

Beispiel Lebensmittel

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Wie das in der Praxis abläuft, kann man gut am Beispiel von Tegut erkennen. In 280 Lebensmittelmärkten bietet das Unternehmen im Süden und der Mitte Deutschlands rund 25.000 verschiedene Produkte an, bei denen großer Wert auf Frische, Regionalität und Nachhaltigkeit gelegt wird. Um hier die notwendige Flexibilität zu schaffen und auch saisonale Schwankungen auszugleichen, optimiert das Unternehmen mit mehr als 5.200 Mitarbeitern seine Logistikprozesse. Für eine reibungslose Abwicklung vertraut Tegut seit März diesen Jahres mit großem Erfolg auf die Paki-Services von Pooling Partners als starken Partner. Bei der Lagerung der Produkte setzt Tegut bereits seit vielen Jahren ausschließlich auf Europaletten. Dabei hat das Unternehmen in der Vergangenheit die Paletten direkt mit dem jeweiligen Spediteur getauscht. »Für uns war der Zug-um-Zug-Tausch in den letzten Jahren zunehmend von Diskussionen an der Rampe geprägt«, erzählt Claus Goldbach, Bereichsleiter Logistik bei Tegut. Teilweise wollten die Fahrer sich die Paletten im Wareneingangs- bzw. Wertstoffbereich selbst sortieren, was aber aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen nicht möglich ist. Mit dem Ziel, das Ladungsträgermanagement professioneller zu gestalten und die Abwicklung zu vereinfachen, hat Tegut über Monate hinweg verschiedene Lösungen verglichen. »Zwischen den Wettbewerbern gibt es große Unterschiede in punkto Service und Qualität«, so Goldbach. »Aus diesem Grund haben wir uns intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt, einen Eindruck bei bestehenden Kunden gewonnen sowie unsere Kollegen aus dem Einkauf in die Wahl miteinbezogen. Pooling Partners hat von Anfang an einen äußerst vertrauenswürdigen Eindruck gemacht und uns mit seinem effizienten Modell überzeugt.« Goldbach weiter: »Bei unserer Entscheidung spielte auch die gute Reputation eine wichtige Rolle. Unser Anspruch ist es, die Flexibilität des offenen Pools durch den Einsatz übertragbarer Palettenscheine zu gewährleisten.« Hierzu ergänzt Kühnhold: »Weiterhin wollen wir die Effizienz von Prozessen steigern. Wir garantieren unseren Kunden genau die Qualität, die sie für ihre Bedarfe benötigen. Bei der Sortierung von Qualitäten achten wir darauf, dass große Mengen mit geeignetem Prüfaufwand abgewickelt werden, um diesen Prozess nicht unnötig mit Mehrkosten zu belasten.«

Zeit, Kraftstoff und Geld sparen

Übrigens schätzt auch Tegut die mit den Paki-Services verbundene Umweltfreundlichkeit: Mit dem Netzwerk von über 10.000 Pooling-Stationen werden europaweit unnötige Leertransporte vermieden. Dies spart Zeit, Kraftstoff und Geld – und reduziert die CO2-Emissionen in erheblichem Umfang. Zudem vereinfacht das intelligente Palettenmanagement den Tausch und garantiert, dass Ladungsträger häufiger verwendet werden. Goldbach resümiert: »Vor der Einführung wurden alle Lieferanten über die neue Wahlmöglichkeit zum Palettentausch Zug- um Zug oder der Nutzung der Paki-Lösung informiert. Anschließend haben wir die Palettenabwicklung am Warenempfang mit der Paki-Lösung von Pooling Partners zügig eingeführt und sind sehr zufrieden mit der einfachen Handhabung der Paki-Palettenscheine. Eine Ausweitung der Zusammenarbeit ist durchaus vorstellbar und wir freuen uns auf weitere intelligente und effiziente Lösungsvorschläge von Pooling Partners für unsere Lebensmittellogistik.« Auch die hohe Akzeptanz bei Speditionen und Lieferanten zeigt, dass sich die Bemühungen des Unternehmens ausgezahlt haben. »Die sofortige, gute Resonanz auf den Gutschein bestätigt und übersteigt sogar unsere Erwartungen für den Start«, verrät Klaus Dörr, Sales Director DACH für Paki-Services von Pooling Partners. »Wir beobachten, dass schon einige Kunden den Schein auch grenzübergreifend in der Zusammenarbeit einsetzen und Europaletten etwa in Italien, Niederlande oder anderen Ländern abrufen.« Aktuell ziehen Spediteure den Zug-um-Zug-Tausch lediglich noch bei der Anlieferung kleinvolumiger Waren vor, während die anderen Bereiche bereits komplett über den Paki-Gutschein abgewickelt werden. »Wie diese Zusammenarbeit beweist, bewährt sich unsere Lösung und stößt bei vielen Teilnehmern im Markt auf großes Interesse«, so Kühnhold. »Wir vereinfachen die Prozesse bei unseren Kunden stark und achten stets darauf, dass sie sich jederzeit auf eine pünktliche Abholung und die richtige Palettenqualität verlassen können.«

Die Zukunft wird digital

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Diese Beispiele zeigen, dass ein gut austarierter Pool eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten bieten kann. Doch um überall als besserer Pooling-Partner wahrgenommen zu werden, arbeitet Paki an weiteren Lösungen: »Unsere Entwicklungen basieren auf dem System des offenen Palettenpools, und wir werden weiterhin dafür sorgen, dass so viele Nutzer wie möglich so einfach wie möglich ihre tauschfähigen Ladungsträger europaweit tauschen können. Dabei spielt zukünftig auch die digitale Datenübertragung eine immer größere Rolle«, blickt Kühnhold in die Zukunft: »Unsere Kunden dürfen also gespannt sein.«