Präzise Prognosen

Planungssicherheit durch Add One-Lösung unter SAP R/3

Die präzise Einschätzung der Marktentwicklung wird immer schwieriger. Vor diesem Hintergrund hat das Haus Wenko unter SAP R/3 ein prognosegestütztes Planungssystem eingeführt. Das System ermöglicht eine hochwertige Absatzplanung mit einem Minimum an Zeitbedarf. Im Ergebnis stehen höchste Verfügbarkeit und Lieferqualität der Produkte und ein zunehmend übersichtlicher Lagerbestand.

19. November 2004

Mit ihren nützlichen Artikeln für den Haushalt ist die Wenko-Wenselaar GmbH & Co. KG ein führender Anbieter im Markt. Seine Produkte - von Seifenhaltern über Bügelbrettbezüge bis hin zu Kleinmöbeln - haben dem Unternehmen aus Hilden eine 40jährige Erfolgsgeschichte beschert. Doch der Markt ist hart umkämpft. Um den wachsenden Anforderungen auch in Zukunft gerecht zu werden, unterzog Wenko seine Unternehmensstruktur einer Reorganisation. Ein wesentlicher Bestandteil war die räumliche Trennung der administrativen und der lagertechnischen Bereiche. Bereits 1997 wurde im rheinischen Hückelhoven ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. Dort lagert inzwischen das gesamte Warenangebot für den deutschen Markt. Auf einer Fläche von 21.000 Quadratmetern werden rund 17.000 Einzelartikel in unterschiedlichen Zusammensetzungen für die Auslieferung an die Endkunden bereitgehalten. Durch unterschiedliche Sortimente und Produktzusammenstellungen müssen insgesamt 35.000 Artikelnummern beziehungsweise Stammdatensätze verwaltet werden.

Alle Forderungen erfüllt Im Bestell- und Logistikwesen der Hildener Unternehmenszentrale von Wenko hat die größtmögliche Verfügbarkeit aller Artikel bei geringstmöglichen Lagerbeständen höchste Priorität. Da die gesamte Warenwirtschaft auf SAP R/3 basiert, wurde das Programm zur Verbesserung der Liefersicherheit zunächst in der Produktfamilie von SAP gesucht. Ein Planungs- und Prognose-Tool bietet der Software-Riese jedoch nur in Verbindung mit dem umfangreichen APOSystem an. Von diesem System hätte Wenko aber nur fünf Prozent sinnvoll nutzen können. Auf der weiteren Suche nach einem geeigneten Planungswerkzeug stieß man bei Wenko auf den Aachener Optimierungsspezialisten Inform, der mit Add One-Absatzplanung ein bewährtes System anzubieten hatte. Schnell zeigte sich, dass Add One in der Lage war, die im Pflichtenheft festgeschriebenen Forderungen voll zu erfüllen - so auch die SAP-zertifizierte Schnittstelle. So wurde von vornherein ausgeschlossen, daß bei Aktualisierungen der EDVBasis Probleme auftauchen können.

Eine große Rolle im Zuge der Reorganisation von Wenko spielte auch der Faktor Zeit. Wichtig war daher, daß die Spezialisten von Inform das System Add One-Absatzplanung binnen kürzester Zeit an die unternehmensspezifischen Besonderheiten von Wenko anpassen konnten. Obwohl die Inbetriebnahme der neuen Warenwirtschafts-Software samt der dazugehörigen Tools einer Operation am offenen Herzen glich und nur wenig Zeit für die Maßnahme zur Verfügung stand, funktionierte das Gesamtsystem nach der Anbindung von Add One an SAP R/3 auf Anhieb. Immerhin mußten in dem für die Inbetriebnahme sehr engen Zeitfenster - es erstreckte sich über ein einziges langes Wochenende - auch sämtliche Stammdaten neu eingegeben werden.

Effizientes Info-Management Für Wenko bestehen in der Warendisposition teilweise erhebliche Unterschiede zwischen stationärem Handel und Versandhandel - für letzteren müssen die Disponenten etwa drei Monate im voraus angeben, welche Artikel Großkunden wie Neckermann oder Quelle in ihren Katalog aufnehmen.

Ein wichtiges Kriterium dabei ist, wo und in welcher Form ein Artikel im Katalog abgebildet wird. Ort und Umfang der Abbildung sind nämlich mitentscheidend für die Zahl der Bestellungen. In der Vergangenheit konnten bei Wenko viele planungsrelevante Informationen nicht zufriedenstellend berücksichtigt werden.

Inzwischen jedoch haben die Key Account Manager über das Internet Zugriff auf Add One und können ihre Daten direkt in das Planungssystem eingeben. Dadurch ist sichergestellt, daß alle wesentlichen Informationen unmißverständlich und zeitnah in die Planung einbezogen werden. Kontinuierliche Verfeinerung Wenn er nicht gerade auf vergleichsweise kurzfristige Aktionsgeschäfte ausgerichtet ist, findet im stationären Handel durch die offene Präsentation in den Verkaufsräumen ein relativ gleichmäßiger Abverkauf der Produkte statt. Dennoch: Auch hier läuft nichts ohne das notwendige Fachwissen.

So zählt bei der Vorplanung von saisonal angebotenen Produkten zunächst die Erfahrung der Key Account Manager. Sie geben die Plan- und Stückzahlen der entsprechenden Artikel vor, wenn beispielsweise Unternehmen wie Metro oder Karstadt bestimmte Aktionen vorbereiten.

Sobald Bestell- oder gar Verbrauchszahlen vorliegen, verfeinert Add One die Planung ständig, wobei eingehende Werte mit vorhandenen Erfahrungswerten abgeglichen werden.

Hohe Zuverlässigkeit Früher wurden Bestellplanungen in erster Linie anhand von Verbrauchsdaten der vorhergehenden Monate und anhand von gesammelten Erfahrungswerten erstellt. „Oft standen aber nicht genügend Informationen zur Verfügung, um daraus aussagekräftige und zuverlässige Schlüsse dahingehend ziehen zu können,

was und in welcher Menge nachgekauft werden mußte“, schildert Wenko-Geschäftsführer Andrew Karl Zisper die Schwächen der Vergangenheit.

„Hinzu kam, daß bei den damaligen, ohnehin sehr vagen Entscheidungen spezielle Informationen aus dem Markt - wie zum Beispiel, ob ein neuer Mitbewerber aufgetaucht war - ebenfalls nicht berücksichtigt waren.“ Seit der Einführung von Add One- Absatzplanung werden alle, also auch solche Informationen sinnvoll verwertet, effektiv zusammengeführt und zu zuverlässigen Prognosen verarbeitet. Alle Warenbewegungen werden jeden Abend von SAP R/3 an Add One übertragen. Über Nacht verarbeitet das Planungssystem diese Daten mit den Eingaben von Disposition und Key Account Management und leitet die neu erstellten oder geänderten Plandaten zurück an SAP, wo sie in Plan- und Fertigungsaufträge beziehungsweise Bestellanforderungen umgesetzt werden. Morgens finden die Disponenten ihre fertigen Aufträge vor, die sie nun nur noch anstoßen müssen, um die Lager- und Kundenbestellungen abzuschließen.

Sofort nach Auftragseingang wird in Hückelhoven die kundenseitig bestellte Ware kommissioniert und zur Auslieferung bereitgestellt. Für jede Komponente der Gesamtlieferung wird im End Finishing ein eigenes Label mit Barcode generiert. Da jede Variante eines Produkts eine eigene Kennzeichnung erhält, ist es wichtig, daß Daten von Artikeln, die in modifizierter Form weiterverkauft werden, übernommen werden können.

Auf diese Weise kann die Chronologie in der Bedarfsplanung fortgesetzt werden. Mit Hilfe von Add One ist dies problemlos möglich. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Absatzplanungs-System von Inform sind bei Wenko durchweg positiv. So kann die Ware kurzfristiger und schneller an den Kunden geliefert werden, da ihre Verfügbarkeit höher geworden ist. Viele Verbesserungen werden sich aber erst noch einstellen. „In der kurzen Zeit nach Einführung des Planungssystems können wir noch gar nicht alle Vorteile abschätzen, die Add One uns bringen wird“, meint Ralph W. Birschel, Geschäftsführer und Leiter des Logistikzentrums von Wenko in Hückelhoven. „Nach meiner Einschätzung werden wir aber auf alle Fälle dank der genaueren Vorhersehbarkeit von Warenanforderungen und Materialbewegungen unseren Lagerbestand deutlich reduzieren können.“

www.addone.de

Erschienen in Ausgabe: 10/2004