RFH übertrifft bisherigen Umschlagrekord

In der Rostocker Fracht- und Fischereihafen GmbH (RFH) sind im Jahr 2015 insgesamt 1,34 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen worden. Damit erzielte der Fracht- und Fischereihafen in Rostock-Marienehe im 25. Jahr seines Bestehens beim Güterumschlag das bisher höchste Jahresergebnis.

12. Januar 2016

Ende 2014 hatte ein Jahresumschlag von 1,27 Millionen Tonnen Güter zu Buche gestanden. Bereits im dritten Jahr in Folge übertraf der RFH damit die Million-Marke. Er gehört mit diesem Umschlagsvolumen zur ersten Riege der Häfen in Mecklenburg-Vorpommern. „Trotz konjunktur- und marktbedingter Schwankungen in den verschiedenen Gutartbereichen hat der RFH sich als leistungsstarker Universalhafen im Ostseeraum erwiesen“, kommentierte Ronald Schulz, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Hafenwirtschaft des RFH, die erfolgreiche Leistungsbilanz 2015.

Im Stückgutbereich dominierte mit insgesamt 858.000 Festmetern erneut der Holzumschlag. Nach einem Halbjahresrekordergebnis von 463.500 Festmetern ging in den zurückliegenden sechs Monaten weniger importiertes Rundholz über die Kaikante, weil die holzverarbeitende Industrie in Mitteldeutschland vorrangig auf einheimisches Holz zurückgreifen musste, das nach orkanartigen Stürmen als Bruchholz angefallen war. Deutlich angestiegen ist im Jahresvergleich zu 2014 der Getreideumschlag. Der RFH verzeichnete ein Plus von 30.000 Tonnen auf insgesamt 85.000 Tonnen. Mit 225.000 Tonnen blieb der Umschlag von Düngemitteln, der zweitwichtigsten Gutart im Fracht- und Fischereihafen, auf hohem Niveau stabil. 

Einen Hauptgrund für die starke Leistungsentwicklung des RFH sieht Ronald Schulz in „der kontinuierlichen Investitionstätigkeit des Hafens“. Zum Beispiel wurden im vergangenen Jahr neue Ladetechnik und eine zusätzliche dritte Lokomotive für den Bahnbetrieb angeschafft. Zudem installierte der RFH ein neues Datenverarbeitungssystem, um sämtliche Hafenabläufe besser vernetzen sowie effizienter und kundenfreundlicher gestalten zu können. Entstanden sind zudem in einer 4000 m²  großen Halle direkt an der Kaikante zusätzliche Lagerflächen, die inzwischen komplett vermietet sind. Die Lagerhalle wird vor allem zur Zwischenlagerung von Düngemitteln genutzt. Für den weiteren Ausbau der Hafeninfrastruktur wurden 2015 drei Investitionsprojekte auf den Weg gebracht und zum Jahresende von der Europäischen Union in einem vorgeschriebenen EU-Notifizierungsverfahren als „gerechtfertigte und förderfähige Investition“ eingestuft und bestätigt. Der RFH bestand das Verfahren im ersten Anlauf. „Damit haben wir jetzt Planungssicherheit“, so Ronald Schulz. Vorgesehen ist unter anderem im nördlichen Hafenbereich der Bau des neuen Liegeplatzes 27 mit 110 m Kailänge. An diesen Umschlagplatz schließt sich eine Fläche von 14.000 m² an, die zugekauft wurde. Der Baubeginn für LP 27 ist für das zweite Quartal 2016 avisiert. Zudem werden eine 10.000 m² große operative Fläche für den Schüttgutumschlag sowie die Liegeplätze 4 und 5 im alten Bereich des Hafens erneuert und aufgerüstet.

Im Jahr 2016 strebt der RFH an, „das erreichte hohe Umschlagsniveau der vergangenen Jahre zu verstetigen“, kündigte Ronald Schulz an. Derzeit beschäftigt der Hafen insgesamt 64 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende. In den letzten zwei Jahren gab es insgesamt 15 Neueinstellungen, womit auch ein notwendiger Generationswechsel eingeleitet wurde.

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen ist eines der größeren maritimen Gewerbegebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem 60 Hektar großen Gelände haben sich rund 165 Firmen angesiedelt. Die Branchenvielfalt reicht von Schiffsausrüstung, Offshore-Service über Aus- und Weiterbildung bis zu Einzel- und Großhandel sowie Kfz- und Kreativwirtschaft.