Sagen Sie mal ...

... Herr Maurer,

15. April 2011

Wie muss ein Tag beginnen, um Ihr Freund werden zu können?

Mit einer Stunde Jogging in der frischen Luft. Am besten verbunden mit einem schönen, klaren Sonnenaufgang und einem anschließenden kleinen Frühstück.

Mit welcher Einstellung betreten Sie morgens Ihr Büro?

Dieser Tag wird ein Erfolg – es liegt maßgeblich bei mir. Ich bin da, um Probleme zu lösen und Impulse zu geben. Das erwarten meine Mitarbeiter bei Linde Material Handling von mir. Darauf vertrauen sie, und ich muss dieses Vertrauen täglich neu bestätigen!

Welche Fehlleistungen, von Ihnen selbst wie von anderen, gehen Ihnen am meisten gegen den Strich?

Schlechte Laune und schlecht vorbereitet zu sein.

Wissen Sie um 12 Uhr, ob Sie den Tag auf die Habenseite schreiben können?

Die zweite Hälfte des Tages ist deutlich länger und geht oft bis nach 20 Uhr. Allein deshalb gilt für mich: Man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben.

Mahlzeit! Woraus besteht Ihr Mittagessen?

Meistens esse ich etwas Leichtes, zum Beispiel Salat mit Fisch oder Mozzarella.

Könnten Sie Ihr Essen auch selbst zubereiten?

Ich bin zwar Linkshänder, aber das bekomme ich hin. Ansonsten esse ich gern und lasse mich gern bekochen.

Mit wem würden Sie am liebsten am Tisch sitzen?

Nach meiner Familie auch gerne mit Steve Jobs, um mit ihm darüber zu sprechen, wie er es geschafft hat, Apple wieder auf den Olymp zu heben.

Ein wichtiger Gesprächspartner kommt nicht auf den Punkt und gefährdet so den pünktlichen Beginn Ihres nächsten Meetings. Was tun Sie?

Ich versuche, das Gespräch unauffällig voranzutreiben, um Themen auf den Punkt zu bringen, und versuche selbst, eine Zusammenfassung vorzutragen. Ausgemachte Termine sind mir wichtig. Das ist auch eine Frage von Respekt und Vertrauen.

Heute mal kein Abendtermin. Sie können den Tag ausklingen lassen, wie es Ihnen gefällt. Wie sieht Ihr Wohlfühlprogramm aus?

Beine hoch und »Wer wird Millionär?« schauen. Ich träume immer noch einmal davon, selbst dort zu sitzen. Manchmal käme ich sehr weit, ein anderes Mal würde ich aber auch früh scheitern.

Spät am Abend lockt das Fernsehen mit einem interessanten Nachtprogramm. Wofür schalten Sie ein und warum?

Französische Filme im Original und nicht als Hollywood-Remake. Gerne schaue ich mir auch freitagabends Talkshows auf den dritten Programmen an oder historische Dokumentationen. Aus der Geschichte kann man viel lernen.

Ein Kapitel aus dem Buch auf Ihrem Nachttisch muss es zum Abschluss eines langen Tages noch sein. Welches Werk lesen Sie gerade?

Henning Mankel – »Der Chinese«. Weil man in diesem Buch etwas über den Charakter der Chinesen erfährt – das ist durchaus hilfreich auch für das tägliche Geschäftsleben.

Und weil wir schon dabei sind: Haben Sie ein Lieblingsbuch? Falls ja, warum ist es genau dieses?

Ich habe zwei Lieblingsbücher: »Homo Faber« von Max Frisch und Leon Uris »Exodus«. Beide bieten eine faszinierende Beschreibung des menschlichen Schicksals in klaren und doch nuancierten Worten. In »Homo Faber« ist es der schicksalhafte Moment, der eine geordnete Welt zum Einsturz bringt. Und »Exodus« beschreibt, wie trotz aller widrigen Umstände und Widerstände am Ende die Hoffnung belohnt wird.

Nachgefragt

bei Theodor Maurer, 51, Vorsitzender der Geschäftsführung von Linde Material Handling. Maurer studierte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Karlsruhe mit dem Abschluss Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH). Ab 1984 in verschiedenen Leitungsfunktionen bei Mercedes-Benz, zuletzt als Vertriebsgeschäftsführer der EvoBus GmbH, Stuttgart. Seit 2008 Mitglied der Geschäftsführung (CSO) der Linde Material Handling GmbH und seit 2009 deren Vorsitzender.

Erschienen in Ausgabe: 02/2011