Sagen Sie mal...

Herr Waldmüller

Nachgefragt bei Diplom-Kaufmann Georg A. Waldmüller, seit Anfang Oktober 2012 Sprecher der Geschäftsführung der Transnorm System GmbH und Geschäftsführer der Transnorm Beteiligungen GmbH mit Sitz in Harsum (Niedersachsen). Waldmüller hat an der Helmut Schmidt Universität in Hamburg Wirtschafts- und Organisationswissenschaften studiert und besitzt langjährige Erfahrung als Geschäftsführer und Vorstand von international tätigen Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus.

13. November 2012

Herr Waldmüller, wie muss ein Tag beginnen, um Ihr Freund werden zu können?

Am liebsten mit Sonnenschein am Meer und nach 10:00 Uhr. Ich bin kein ausgesprochener Frühaufsteher. Leider lässt sich das aber im Alltag nicht umsetzen, also stell ich mir vor, an unserem Lieblingsort – einer Insel im Golf von Mexiko – zu sein.

Mit welcher Einstellung betreten Sie morgens Ihr Büro?

Mit Dankbarkeit für die Dinge, die oft selbstverständlich erscheinen. Wer ein klares Ziel hat, muss zu keiner Tageszeit über seine Einstellung nachdenken. Ich kann nichts mit Menschen anfangen, die wie Robinson Crusoe leben – warten auf Freitag.

Welche Fehlleistungen, von Ihnen selbst wie von anderen, gehen Ihnen am meisten gegen den Strich?

Diejenigen, die in letzter Konsequenz auf Gleichgültigkeit oder Leichtfertigkeit beruhen und damit vermeidbar wären. Wir sollten aber nicht vergessen, dass wir nur aus Fehlern lernen. Motto: »Failing forward«.

Wissen Sie um 12 Uhr, ob Sie den Tag auf die Habenseite schreiben können? Welche Zeitzone meinen Sie?

Jeder Tag, den wir gestalten, ist auf der Habenseite. Einstellung ist schlicht alles. Mahlzeit! Woraus besteht Ihr Mittagessen? Aus guten und auch anregenden Gesprächen mit Mitarbeitern in unserer Kantine und einem anschließenden Rundgang durch die Produktion. Hinsichtlich des Essens eher Leichtes.

Könnten Sie Ihr Essen auch selbst zubereiten?

Ja, absolut. Ich gehöre zu der Spezies Mann, die auch ein »Leben vor der Ehe« hatte, das heißt, nicht von der »Vollpension Mama« in die »Vollpension Ehefrau« gewechselt ist.

Mit wem würden Sie am liebsten am Tisch sitzen?

Mit meiner Familie. Wenn das nicht geht, gern mit natürlichen und positiven Menschen.

Ein wichtiger Gesprächspartner kommt nicht auf den Punkt und gefährdet so den pünktlichen Beginn Ihres nächsten Meetings. Was tun Sie?

Zuhören, ihn ausreden lassen und den nächsten Termin verschieben. Das ist aber – ganz ehrlich – noch eine meiner Lernaufgaben. Heute mal kein Abendtermin. Sie können den Tag ausklingen lassen, wie es Ihnen gefällt.

Wie sieht Ihr Wohlfühl-Programm aus?

In der Woche kommt der von Ihnen genannte Fall momentan eher nicht vor. Das Wohlfühl-Programm beschränkt sich auf die Grundbedürfnisse Essen und Schlafen, was total okay ist, denn ich liebe, was ich tue. Am Wochenende haben meine Frau und meine beiden Söhne Priorität.

Spät am Abend lockt das Fernsehen mit einem interessanten Nachtprogramm. Wofür schalten Sie ein und warum?

Fernsehen in Kombination mit dem Attribut »interessant« kann ich bis auf wenige Ausnahmen, etwa ein spannendes Fußballspiel, nicht nachvollziehen. Ein Kapitel aus dem Buch auf Ihrem Nachttisch muss es zum Abschluss eines langen Tages noch sein.

Welches Werk lesen Sie gerade?

»Die Schule für Götter« von Stefano Elio d’Anna ein sehr interessantes Buch in einer Zeit der sich immer schneller vollziehenden Veränderungen. Mein Motto: »Start with the result in mind«.

Weil wir schon dabei sind: Haben Sie ein Lieblingsbuch? Falls ja, warum ist es genau dieses?

Mein Lieblingsbuch ist immer das, was ich gerade lese. Weil es mir die Anregungen und Impulse gibt, die ich in der jeweiligen Situation benötige und mir helfen, mich und meine Gedanken weiterzuentwickeln.

Erschienen in Ausgabe: 06/2012