Scharfe Kante im Fokus

Markt / Sicherheitstechnik

Produkte - Beim Heben von Lasten ist Vorsicht geboten. Unfälle in diesem Bereich können fatale Folgen haben. Immer wieder unterschätzt wird die scharfe Kante. Um das Problem zu entschärfen, hat das Haus Spanset textilen Schutz im Programm.

09. September 2015

Unfälle mit falschen oder beschädigten Anschlagmitteln sind gefährlich und gehen nicht selten tödlich aus. Deshalb ist es wichtig, gerade beim Heben von Lasten mit textilen Anschlagmitteln äußerste Vorsicht walten zu lassen und auf die richtigen Produkte zu setzen. Immer wieder unterschätzt wird dabei die scharfe Kante. Eine solche liegt vor, wenn der Radius der Auflagefläche kleiner als die Dicke des Arbeitsmittels unter Belastung ist. Um diese Probleme zu entschärfen, setzt die Spanset GmbH & Co. KG aus Übach-Palenberg bei Aachen auf textilen Schutz: Hebebänder und Rundschlingen lassen sich mit den Schutzschläuchen und Pads wirksam gegen Beschädigungen schützen, die von scharfkantigen Lasten wie Blechen hervorgerufen werden können. Die Schutzwirkung von »NoCut« ist laut Spanset auf die besonders hohe Schnittfestigkeit des verwendeten Materials zurückzuführen. »NoCut« wird aus hochkristallinen und hochverstreckten HMPE-Fasern (hochmolekulares Polyethylen) gewebt. Angepasst an die unterschiedlichen Breiten der Spanset-Hebebänder und -Rundschlingen werden die »NoCut«-Schutzschläuche und -Pads auf modernsten Webstühlen gefertigt, die eine hohe und gleichbleibende Qualität gewährleisten.

Den »NoCut«-Schnittschutz gibt es in zwei Ausführungen: als »NoCut sleeve« und »NoCut pad«. Der »NoCut sleeve« wird einfach und ohne Spezialwerkzeuge auf das Anschlagmittel aufgezogen und an der scharfen Kante der Last positioniert. Er ist je nach Ausführung für Hebebänder und Rundschlingen geeignet. Bei Rundschlingen kann über beide Stränge ein gemeinsamer Schutzschlauch aufgezogen oder jeder Einzelstrang separat geschützt werden. »NoCut sleeve« wird als fertiger Zuschnitt mit versäuberten Enden serienmäßig mit Längen in 250-mm-Schritten und Breiten von 45 mm bis 315 mm angeboten.

Im Gegensatz zum »NoCut sleeve«, der frei über dem Anschlagmittel verschoben werden kann, ist das »NoCut pad« mit einem innen liegenden Gewebesteg ausgerüstet, der an beiden Enden mit Befestigungslementen ausgestattet ist. Mit ihnen lässt sich das »NoCut pad« genau an der Stelle am Anschlagmittel positionieren, an der beim späteren Einsatz die scharfe Kante anliegt. Die Baureihe bietet dem Anwender zum Befestigen am Anschlagmittel zwei Alternativen: entweder ein Klettband oder eine zwei-teilige Metallschnalle (Rahmen und Dreisteg).

Die Wahl zwischen »NoCut sleeve« und »NoCut pad« hängt in erster Linie von der Anwendung ab. »NoCut sleeve« ist z.B. in Kombination mit Hebebändern auch beim Drehen und Wenden von scharfkantigen Lasten verwendbar. »NoCut pad« bietet neben der Möglichkeit des nachträglichen Anbringens und optionalen Befestigungsmöglichkeiten ein noch höheres Schnittschutzniveau als »NoCut sleeve«, da sich mindestens zwei oder vier Lagen des Gewebes zwischen Anschlagmittel und der scharfen Kante der Last befinden. Deshalb lässt sich »NoCut pad« in vielen Fällen bei kleineren Radien der scharfen Kante einsetzen. Beispielsweise ist »NoCut sleeve« mit einer Magnum-X-Rundschlinge von 20 Tonnen Tragfähigkeit bei Radien bis 3 mm verwendbar. Das zweilagige NoCut Pad eignet sich dagegen bei Verwendung der gleichen Rundschlinge für Radien bis 2 mm, die 4-lagige Ausführung sogar für Radien bis 1 mm.

Verhältnis muss passen

Dass dieser Schutz nicht teuer sein muss, erläutert Hans-Josef Neunfinger, Geschäftsführer für Vertrieb, Marketing, Entwicklung und Logistik der Spanset GmbH & Co. KG: »Bezüglich der Total Cost of Ownership passen wir sehr genau auf, dass das wirtschaftliche Verhältnis und der technische Nutzen zueinander passen. Die scharfe Kante ist Praxisalltag pur. Um diese sicher in den Griff zu bekommen, braucht man die richtigen Anschlagmittel, bei denen Wirtschaftlichkeit ebenso gefragt ist, wie technisches Know-how. Das Vordergründige ist und bleibt aber die Sicherheit und somit die richtige Schulung der Mitarbeiter. Wenn man ungeschulte Mitarbeiter hat, läuft man Gefahr, sehr große Risiken einzugehen.

Hohes Gefahrenpotenzial

Neunfinger weist darauf hin, dass Spanset-Mitarbeiter häufiger als man denken könnte eingeschnittene oder defekte Anschlagmittel in den Betrieben vorfinden, die dann zu einer tödlichen Gefahr für Menschen werden können. Den Logistikleitern rät Neunfinger deshalb vor allem, die eigenen Mitarbeiter schulen zu lassen: »Man muss die Vorteile aber auch die Nachteile etwa einer Rundschlinge gegenüber einem Hebeband mit Schutz, einer Kette oder einem Drahtseil erkennen können. Nur so kann man die optimale Auswahl treffen,« gibt Neunfinger zu bedenken. Spanset bietet solche Schulungen nicht nur für die eigenen Produkte, sondern auch für Drahtseil, Kette & Co. an. Die komplette Schulung dauert zwei Tage. Interessenten können aber auch einzelne Segmente buchen. Eine spezielle Unterweisung im Betrieb kann sogar schon in wenigen Stunden durchgeführt werden. Von seinen Kunden wünscht sich Hans-Josef Neunfinger, dass die Betriebe Schulungsangebote nutzen und dass dann letztendlich die Mitarbeiter auch auf die jeweils passenden Anschlagmittel zurückgreifen.

Starke Weiterentwicklung

Laut Spanset-Geschäftsführer Patrick Schulte gibt es leider nach wie vor Betriebe, die Vorbehalte gegenüber textilen Anschlagmitteln haben: »Diesen Betrieben ist aber oft nicht bewusst, wie sich textile Anschlagmittel in den letzten Jahren weiterentwickelt haben. Man muss sehen, dass wir heute gerade auch im Schwerlastbereich und bei scharfen Kanten textile Produkte haben, die über deutliche Vorteile gegenüber konventionellen Anschlagmitteln verfügen.« (lb)

Daten & Fakten

Mit der App »Hebenrechner« erweitert Spanset sein Portfolio an Serviceangeboten im Bereich Anschlag- und Hebetechnik.

Die Neuheit ist die digitale Weiterentwicklung des analogen Hebekraft-Controllers.

Der Hebenrechner dient zur Ermittlung der Anschlagmittel für das Heben & Bewegen von Lasten.

Erschienen in Ausgabe: 04/2015