Schmalganggerät mit feinem Gespür

Lichttaster In den Schmalgängen von kleineren und mittleren Regallagern leisten frei fahrende Flurförderzeuge wertvolle Dienste. Photo-elektrische Näherungsschalter tragen in maßgeblicher Weise dazu bei.

15. Februar 2007

Alternativ zu großen, zentralen Hochregallagern werden heute vermehrt kleinere und mittlere Lagersysteme eingerichtet. Ihr Ziel ist, schneller und flexibler reagieren zu können. Da sie aus Platzgründen als Schmalganglager ausgeführt sind, bedarf es einer speziellen Regalbedientechnik. Prädestiniert dafür sind Flurförderzeuge, deren Fahrzeugachse - im Gegensatz zum herkömmlichen Frontstapler - parallel zum Regal verläuft, und bei denen die Lastaufnahme mittels Schwenkschubgabel oder Teleskopierung (wie beim schienengebundenen Regalbediengerät) erfolgt. Solche Fahrzeuge werden innerhalb der Lagergassen entweder über Induktivschleifen oder - weit verbreitet - über seitlich angebrachte Rollen auf Schienen geführt. »Wir bauen solche Fahrzeuge mit Hubhöhen bis 15 Meter«, berichtet Otto Kollmansberger. Der Ingenieur ist Leiter von Entwicklung und Konstruktion der Produktlinie »Lager und System« bei Jungheinrich in Moosburg. Kollmansberger erklärt: »Die frei fahrenden Schmalgangfahrzeuge verbinden die Flexibilität von Flurförderzeugen mit der Performance vollautomatischer Regalbediengeräte.«

Mit Flexibilität ist in diesem Zusammenhang vor allem die Möglichkeit zum Gassenwechsel oder das Anfahren von Übergabestellen gemeint. Zudem verfügen die Fahrzeuge bei Fahrten in der Lagergasse über spezielle Features: die Fahrer-Assistenzsteuerung etwa oder die Möglichkeit zu Diagonalfahrten mit optimalen Geschwindigkeitsprofilen. Das betrifft im Besonderen die Abbrems- und Beschleunigungssteuerung. Damit verbinden sich allerdings unterschiedliche Sicherheitsansprüche.

Verschiedene Betriebsarten

Um den Sicherheitsansprüchen zu genügen, sind verschiedene Betriebsarten erforderlich. Sie werden je nach Terrain (also innerhalb einer Lagergasse oder im freien Umfeld bzw. in der Vorzone) zu- oder ausgeschaltet. Bei Schienenführung in der Schmalgasse übernehmen photoelektrische Näherungsschalter von Contrinex die Gangerkennung. Sie liefern quasi das Schlüsselsignal für die effiziente Regalbedienung. Die gleichen Sensoren (Typ LTK-3030) werden auch zur Lasterkennung am Gabelträger verwendet.

Die Typenbezeichnung LTK steht für »Lichttaster kabelgebunden«. In diesem Fall werden Reflexionslichttaster mit Hintergrundausblendung verwendet. Ihre Funktionsweise entspricht der des energetischen Pendants: Gepulstes Licht einer Sendediode trifft auf ein Objekt beliebiger Form und Farbe. Daran wird es diffus reflektiert. Ein Teil des reflektierten Lichts gelangt auf einen Lichtempfänger, der sich im selben Gehäuse befindet wie die Sendediode. Bei genügender Empfangsenergie schaltet der Ausgang. Allerdings wird hier nicht die Menge, sondern der Einfallswinkel des reflektierten Lichts ausgewertet. Eine Auswertelektronik vergleicht das Licht mit dem vorgegebenen, einstellbaren Schaltabstand. Ist der Abstand kleiner oder gleich dem eingestellten Schaltabstand, schaltet der Ausgang. Daher ist der Schaltabstand nur zu einem geringen Teil von Größe, Farbe und Oberflächenbeschaffenheit des Objekts abhängig. So können Objekte auch vor einem hellen Hintergrund sicher erkannt werden.

Höchste Leistung bei minimalen Abmessungen

Mit einem Minigehäuse von 30 x 30 x 15 Millimeter ist die Serie 3030 für höchste Leistungen bei kleinen Abmessungen ausgelegt. Die robusten Geräte bieten alle erforderlichen Schutzfunktionen. »Ein wesentliches Kriterium zur Auswahl der Lichttaster«, so Jungheinrich-Ingenieur Kollmansberger, »war die miniaturisierte Bauart bei voller Leistungsfähigkeit.«

Um möglichst wenige unterschiedliche Sensoren am Fahrzeug einzusetzen, nutzt Jungheinrich für Gangerkennung und Lasterkennung Produkte desselben Typs. Laut Kollmansberger stellt die Lasterkennung jedoch größere Anforderungen. Der Bauraum am Gabelträger ist hier äußerst begrenzt. Außerdem ist beim Bau eines Schmalgangfahrzeugs nur selten bekannt, welche Verpackungsmaterialien der Anwender einmal einsetzen wird. Schon deshalb müssen die Sensoren in der Lage sein, sehr unterschiedliche Materialien und Oberflächen (von der schmutzigen Holzpalette bis zum verzinkten Stahlbehälter) sicher zu erkennen. Hinzu kommt, dass sich ein- bzw. auszulagernden Güter in unterschiedlichen Abständen auf der Gabel befinden können und die Sensoren deshalb große und kleine Tastabstände gleichzeitig bewältigen müssen. »Da die Lichttaster funktionsrelevante Aufgaben erfüllen, haben wir ein intensives Benchmarking betrieben und uns dann für die Produkte von Contrinex entschieden«, betont Kollmansberger. In den Schmalgangfahrzeugen von Jungheinrich werden beide Aufgaben - Gangerkennung und Lasterkennung - von den Contrinex-Reflexionslichttastern mit Hintergrundausblendung störsicher wahrgenommen.

Contrinex

Intaktes Sensorium für die richtige Strategie

Seit seiner Gründung im Jahr 1972 konzentriert das Haus Contrinex sich auf das Gebiet der induktiven und photoelektrischen Näherungsschalter. Und diese Strategie hat sich über die Jahre als außerordentlich erfolgreich erwiesen: Vom ursprünglichen Ein-Mann-Betrieb ist Contrinex zu einem Unternehmen mit mehr als 300 Mitarbeitern angewachsen. Am Firmensitz in Nettetal setzt man derweil weiter ausschließlich auf die Entwicklung, die Fertigung und den Vertrieb von Sensoren für industrielle Anwendungen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2007