Schwankungen verboten

Schubmaststapler - Schwere Ladungsträger in großer Höhe einlagern – eine herausfordernde Aufgabe. Bei Logistikdienstleister Walter Schmitt helfen dabei Schubmaststapler mit Linde-DMC-Technologie, die von Schöler Fördertechnik geliefert wurden.

25. März 2019
Schwankungen verboten
Die neuen Schubmaststapler sind mit DMC (Dynamic Mast Control) ausgestattet. Ein elektrischer Schubantrieb gleicht die Bewegungen des Masts aus. (© Walter Schmitt)

Von einfachen Transporten bis hin zu schwierigen Lagertätigkeiten: Die Walter Schmitt GmbH ist bereits seit 20 Jahren für einen großen Automobil- und Nutzfahrzeughersteller tätig. Für einen Neuauftrag hat das Unternehmen in Ötigheim eine neue Logistikanlage errichtet, in der Bauteile für Achs- und Getriebewerke gelagert und kommissioniert werden. Die Einlagerung der bis zu 1,5 Tonnen schweren Rohteile erfolgt in einer Höhe von über neun Metern. Hierfür lieferte die Schöler Fördertechnik AG unter anderem sieben Schubmaststapler, die mit der Technologie Linde DMC (Dynamic Mast Control) ausgestattet sind.

Tonnenschwere Herausforderung ohne zeitlichen Spielraum

»Für die Lagerneuerrichtung in Ötigheim benötigten wir neue Flurförderzeuge«, erklärt Benjamin Sommer, Projektmanager bei Walter Schmitt. Der Neuauftrag des Automobil- und Nutzfahrzeugherstellers beinhaltete sehr schwere Materialien, die auch in großen Höhen schnell ein- und ausgelagert werden müssen. Die Lieferzeiten sollten nichtsdestotrotz gleich bleiben: Es gilt für Schmitt, innerhalb von drei Stunden ab der Bestellung die angeforderten Waren aus dem Lager in die nahe gelegene Produktion zu befördern. Die große Herausforderung dabei resultiert aus dem enormen Gewicht der Bauteile: Die bis zu 1,5 Tonnen schweren Teile erzeugen in einer Höhe von mehreren Metern extreme Schwankungen – ein Sicherheitsrisiko für Mitarbeiter und Lagereinrichtung. Außerdem verzögert das Pendeln des Masts die Ein- und Auslagerung der Waren.

»Die Zeit ist ein sehr wichtiger Faktor für den Erfolg einer Auftragsabwicklung. Es hätte uns daher enorm aufgehalten, wenn wir keine Lösung für eine zügige Ein- und Auslagerung gefunden hätten«, erklärt Benjamin Sommer. »Mitunter wären wir pro Ladungsträger einige Minuten länger beschäftigt und Minuten sind in unserem Job eine Ewigkeit.« Ein weiterer Aspekt, der beachtet werden musste, war die Höhe der Brandschutztore innerhalb des Lagerkomplexes: Der Mast der neuen Flurförderzeuge durfte eine Höhe von 4,40 Metern nicht übersteigen.

Elektrischer Schubantrieb gleicht Schwankungen aus

»Mit der Schöler Fördertechnik AG arbeiten wir nun schon fast 20 Jahre zusammen«, berichtet Benjamin Sommer. »Daher war es die logische Konsequenz, unsere Ansprechpartner mit der Lösung der neuen Lagergegebenheiten und -höhen zu beauftragen.« Für den Neuauftrag in Ötigheim lieferte Schöler insgesamt 25 neue Flurförderzeuge. Unter den 3-Tonnen-Fahrzeugen sowie Hochhubwagen und Kommissionierern befanden sich sieben Frontstapler mit einem zulässigen Hubgewicht von fünf Tonnen. Die Besonderheit an diesen Fahrzeugen ist deren Fähigkeit, doppelttief zu laden. Das heißt, die Beladung der Lkw wird auch hier beschleunigt, da die Fahrzeuge doppelt so schnell für die Belieferung der Produktion gefüllt werden können. Die sieben neuen Schubmaststapler sind außer mit Mastkamera und Hubhöhenvorwahl alle mit der Dynamic Mast Control (DMC) ausgestattet. Schöler stellte Walter Schmitt das Fahrerassistenzsystem von Linde Material Handling vor. Ein elektrischer Schubantrieb gleicht die Bewegungen des Masts aus und wirkt den Schwankungen entgegen.

»Mitunter wären wir pro Ladungsträger einige Minuten länger beschäftigt und Minuten sind in unserem Job eine Ewigkeit.«

— Benjamin Sommer, Walter Schmitt

Mit dem Beschleunigungssensor, einem Druck- sowie einem Schubsensor und einer Hubhöhenmessung stellt das System selbstständig Berechnungen an, durch die analysiert wird, welchen Ausgleichsimpuls der Motor wann geben muss. Nachdem die Sensoren an der Spitze des Mastes die Schwingungsbewegungen erfasst haben, bestimmen die Messeinheiten gleichzeitig die aktuelle Hubhöhe und das Gewicht der Ladung. Hat die zentrale Controller-Einheit diese Daten verarbeitet, sendet sie Steuersignale an den elektrischen Schubantrieb. Dieser gleicht die dynamischen Pendelbewegungen sowie die Durchbiegung des Mastes durch gezielte Gegenbewegungen aus. Die Komponenten arbeiten dabei vollständig im Hintergrund und der Fahrer des Schubmaststaplers muss nicht aktiv in den Prozess eingreifen.

Automatischer Rückzug

Die Schubmaststapler bei Walter Schmitt sind zudem mit Zinkenverstellgeräten ausgestattet. Um eine einfache und sichere Aufnahme der Waren zu gewährleisten, können die Gabeln entsprechend den unterschiedlichen Ladungsträgern zusammen- oder auseinandergefahren werden. »Die Zinkenverstellgeräte bieten eine größere Auflagefläche zum Transport der überbreiten Materialien bei Schmitt«, erklärt Christian Schäfer, Verkaufsberater bei Schöler Fördertechnik.

»Außerdem sind die Schubmaststapler mit einem automatischen Rückzug ausgestattet. Sobald also eine Last angehoben wird, wird die Mastdurchbiegung nach vorn sofort ausgeglichen, indem der Mast zurückgezogen wird.« Der automatische Rückzug steuert den Hubmast am Flurförderzeug und sichert das Übereinanderstapeln.

Den Fahrer im Blick

»In Ötigheim können wir die Bauteile nun in Höhen von bis zu 9,13 Metern einlagern, ohne zeitliche Einbußen zu verbuchen«, fasst Benjamin Sommer zusammen. »Die DMC-Technologie ist die optimale Lösung für unsere Anforderungen. Der Bediener der Schubmaststapler hat so ein besseres Gefühl und gleichzeitig können wir die Umschlagleistung für unseren Kunden erhöhen.« Auch die Schonung der Fahrer steht im Fokus bei Schmitt: Durch die abgekoppelte Plattform, auf der sich der Sitzbereich befindet, werden Schläge durch Schwellen ausgeglichen und nicht an den Fahrer weitergegeben. In Kombination mit einem luftgefederten Sitz soll so ein ermüdungsfreies Arbeiten ermöglicht werden. Die Bedienkonsole kann sich jeder Fahrer individuell auf die für ihn passende Höhe und Länge einstellen. Durch das Panzerglasdach befinden sich keine Streben im Blickfeld des Bedieners. Das Fazit von Walter Schmitt: eine spürbar schnellere Ein- und Auslagerung bei gleichzeitig hoher Sicherheit für alle Beteiligten.

Erschienen in Ausgabe: 02/2019

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