Schwer was los in Kirchzarten

Krane Stahlbau Schauenberg stellt seit 1958 industrielle Anlagen für Raffinerien, Chemieanlagen und Kraftwerke her. Um die dazu benötigten Stahlbleche und -rohre zu bewegen, kommen nach einer Modernisierung zwei neue 10-Tonnen-Krananlagen mit Seilzügen SH 50 von Stahl CraneSystems zum Einsatz.

21. November 2019
Schwer was los  in Kirchzarten
In Zukunft soll das manuelle Anschlagen durch den Einsatz von Magnettraversen ersetzt werden – die Voraussetzungen dafür hat die neue Krananlage bereits. (© Stahl CraneSystems)

Ob Kunststoff-, Lebensmittel-, Pharma- oder Automobilindustrie – kaum ein Industriezweig kommt ohne die von der chemischen Industrie erzeugten Rohstoffe aus. Bei der Herstellung verschiedener Gase und Elemente kommen riesige Raffinerien, Spaltöfen oder Luftzerlegungsanlagen zum Einsatz. 20.000 bis 25.000 Tonnen – so viel Stahl steckt in den Konstruktionen der industriellen Anlagen, welche die Mitarbeiter der Stahlbau Schauenberg GmbH an sechs Standorten weltweit pro Jahr produzieren. Teilweise werden für die Produktion einzelner Prozess- oder Raffinerieöfen bis zu 7.500 Tonnen Metall abgewickelt: viel Material, das geliefert, gelagert, bewegt und vor allem der Produktion zugeführt werden muss.

»So können Fahrwider- stand und Verschleiß minimiert werden.«

— Klaus Fetzer, Innokran

Nachschub im Stundentakt

Im südbadischen Kirchzarten, nur circa 10 Kilometer östlich von Freiburg, befinden sich Hauptverwaltung, Engineering, Produktion und Montage des Familienunternehmens. Hier lagern im Außenbereich die zahlreichen Bleche und Rohre für die Montage und Verarbeitung im Werk. Es ist viel los: Fast schon im Stundentakt wird neues Material angeliefert. Der für das Handling der Stahlbleche verantwortliche Mitarbeiter hat alle Hände voll zu tun. Für den Umschlag des Stahls kommen in Kirchzarten bereits seit 2009 Krananlagen mit Hebezeugen von Stahl CraneSystems zum Einsatz: Schon damals installierte die Firma Innokran – langjähriger zertifizierter Partner von Stahl CraneSystems – Anlagen im Werk und stattete diese mit Technik von Stahl CraneSystems aus. »Unser Kunde ist sehr zufrieden mit den Anlagen und Hebezeugen, daher wurden wir auch 2018 mit der Modernisierung der Krananlage im Außenbereich beauftragt«, erklärt Klaus Fetzer von Innokran. Die bisherige Krananlage im Lagerbereich stammte aus den 70er-Jahren und war mit sechs Tonnen Tragfähigkeit dem Anstieg von Stückzahl und Gewicht des umgeschlagenen Materials nicht mehr gewachsen.

Außerdem war die Hakenhöhe der Krananlagen nicht mehr ausreichend, daher war eine Erhöhung der Tragfähigkeit sowie ein Austausch der Hebezeuge nötig. Die Modernisierung der kompletten Anlage lief in enger Zusammenarbeit zwischen Innokran und Stahlbau Schauenberg ab. »Als Spezialist im Stahlbau hat Schauenberg die nötige Umrüstung der Kranbahnen auf die gewünschte höhere Traglast selbst vorgenommen. Innokran hat dann die Krane, die Hebezeuge und die Technik installiert«, führt Klaus Fetzer aus.

Gegen die Witterung geschützt

Die neue Krananlage besteht aus zwei Zweiträgerbrückenkranen mit 20 Metern Spannweite und jeweils 10 Tonnen Tragfähigkeit. Die Kranbrückenträger wurden um 500 Millimeter aufgebockt, um eine Hakenhöhe von 7,5 Metern zu erreichen. An den Kranen sollen zwei Seilzüge SH 50 von Stahl CraneSystems mit ihrer serienmäßig kompakten Bauweise eine optimale Raumausnutzung durch geringe Anfahr- und Bauhöhenmaße ermöglichen. Die Bedienung der Anlage erfolgt bequem über eine Funkfernsteuerung. Für den Dauereinsatz im Außenbereich sind die Hebezeuge aus Künzelsau gerüstet: Stillstandheizungen der Motoren und Steuerungen gewährleisten einen Betrieb bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius. Einen zusätzlichen Schutz gegen Witterungen bieten die über allen elektrischen Bauteilen installierten Regenschutzdächer.

Klaus Fetzer betont weitere Features der neuen Anlage: »In Zukunft soll wertvolle Zeit beim Handling eingespart werden, indem das manuelle Anschlagen der Bleche mithilfe von Ketten durch das Anschlagen mit Magnettraversen ersetzt wird. Daher hat Innokran die Anlage mit Federkabeltrommeln und arretierbaren Lasthaken für die Installation einer Magnetanlage vorbereitet.« Mit einer Hubgeschwindigkeit von 1,3/8,0 m/min, einer Katzfahrgeschwindigkeit von 5/20 m/min und einer Kranfahrgeschwindigkeit von 10/40 m/min ist eine zügige Bewegung des Materials aber auch schon heute möglich.

Eine weitere Besonderheit der neuen Anlage ist laut Klaus Fetzer der Statik geschuldet: »Um die Seitenkräfte an einer Kranbahnachse zu reduzieren, haben wir die Kopfträger der Krane mit horizontalen Führungsrollen und spurkranzlosen Laufrollen ausgerüstet. So können auch Fahrwiderstand und Verschleiß minimiert werden.« Die Anlage in Kirchzarten ist seit Mitte 2018 im Dauereinsatz.

Erschienen in Ausgabe: 06/2019
Seite: 5 bis 37

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