Smartes Kieswerk

Digitalisierung Die Schweizer Baugruppe Kibag hat ihr Kieswerk in Birr in der Schweiz modernisiert und digitalisiert. Im Einsatz vor Ort: Technik von Siemens.

21. November 2019
Smartes Kieswerk
(© Siemens)

Die Kibag AG ist führend im Baustoff- und Baubereich und betreibt zahlreiche Kies- und Betonwerke, Baubetriebe sowie Recycling- und Entsorgungsunternehmen. Im Kies- und Betonwerk in Birr baut der Konzern pro Jahr rund 230.000 Tonnen Kies ab. Um noch effizienter zu werden und gleichzeitig Ressourcen und Personal noch besser einsetzen zu können, setzt Kibag auf Digitalisierung und modernisierte dazu im Jahr 2018 die gesamte Anlage in Birr. Dazu nutzt das Unternehmen Komponenten aus dem Siemens-Portfolio. In der Folge lassen sich die Maschinen, Förderbänder und Brecher sowie die Verladestationen mobil via Tablet steuern sowie Störungen der Anlage einfach und schnell beheben. Damit gehört die Produktion in Birr laut Siemens zu den modernsten und effizientesten ihrer Art.

Gegen den Lärm

Es war einmal: ein Mitarbeiter in der Zentrale, Funkgeräte und Mitarbeiter, die in ohrenbetäubendem Lärm verstehen sollten, welche Ansagen aus der Zentrale kamen. Dass das nicht effizient, geschweige denn gesundheitsfördernd ist, versteht sich von selbst. Das sah man auch bei Kibag so, weshalb das Unternehmen seine Anlage in Birr komplett modernisierte. Dazu wandte Kibag sich an die Louis Stuber AG (Stuber), ein Schweizer Generalunternehmen in den Bereichen Elektrotechnik, Haus- und Industrieinstallation. Für Stuber war klar, dass die Digitalisierung des Werks stark von einer soliden und zuverlässigen Steuerungs- und Kommunikationsinfrastruktur abhängig sein würde, weshalb die Experten auf Siemens-Technik aus dem Scalance- und Simatic-Portfolio zurückgriffen.

Für den Materialabzug, also das Verladen auf Lastwagen und Bahnwaggons, sowie für die Beschickung des Betonwerks installierte Stuber drei neue Schaltschränke, in denen neben Motorschutzschaltern, Sinamics- Frequenzumrichtern und Sirius-Sanftstartern auch zwei fehlersichere Simatic S7–1500 Safety CPU (Central Processing Unit) Steuerungen verbaut sind. Sie werden ergänzt von dezentralen Peripheriemodulen ET200SP. Die Sanftstarter verhindern durch den ruckfreien Start der Maschinen Schäden an den Antrieben und dämpfen zudem Spannungsspitzen im Netz. Zur Visualisierung dienen das Scada (Supervisory Control and Data System)-Visualisierungssystem WinCC Professional sowie ein Simatic-IPC547G-Industrie-PC als Server. Die Mitarbeiter sehen so auf einen Blick die aktuellen Füllstände oder welches Förderband gerade in Betrieb ist. Ein Tablet-PC ITP1000 und zwei Scalance-W786-Accesspoints ermöglichen die mobile Bedienung. Die gesamte Automatisierung erfolgte im Engineering-Framework TIA (Totally Integrated Automation) Portal in der Version 15.

Neben der Integration der neuen Komponenten in das System bestand eine Herausforderung darin, die Stillstandszeit so kurz wie möglich zu halten.

In Rekordzeit wieder produktiv

Dafür ist gute Planung eine Grundvoraussetzung – Planung, zu der beispielsweise auch die Simulation der Simatic S7 PLCSIM in einer Testumgebung gehört. »Die Abteilung Betriebstechnik der Kibag hatte ihr eigenes Dispositionssystem bestens für die Integration vorbereitet. Und die Simulation gab uns die Gewissheit, dass die Systeme wie gewünscht zusammenspielen. So konnten wir die eng terminierte Inbetriebnahme in Angriff nehmen«, erinnert sich Lukas Buri von Stuber. In Zahlen bedeutet das, dass die Anlage nach nur zwei Wochen den Betrieb wieder aufnehmen und das Team die veranschlagte Projektzeit sogar unterbieten konnte.

www.siemens.de/simatic www.siemens.de/scalance

Erschienen in Ausgabe: 06/2019
Seite: 47 bis 55

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