Die Müga Werkzeugmaschinen GmbH in Villingen-Schwenningen ist spezialisiert auf Service, Wartung und Modernisierung von Werkzeugmaschinen des ehemaligen Herstellers Steinel. Bei mechanischen, hydraulischen oder elektronischen Problemen stehen dem Unternehmen die komplette Dokumentation sowie Original-Ersatzteile zur Verfügung. Im Lager abrufbereit sind 20.000 verschiedene Ersatzteile, die in mehr als 150.000 Teilestammsätzen im IT-System gepflegt werden.

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Spezielle Wünsche

Entscheidend für einen Erfolg in diesem Geschäftsfeld ist die schnelle Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Schließlich können sich die Anwender der Maschinen keine langen Ausfallzeiten erlauben. Um das benötigte Material sicher und gleichzeitig wirtschaftlich bereithalten zu können, hat das Unternehmen im Mai 2003 eine EDV-gestützte Hochregallagerverwaltung eingeführt, mit der sich die vorhandenen Kapazitäten effizienter auslasten lassen. Bis dahin nutzte der Dienstleister die von dem Vorgängersystem bei Steinel übernommene Lagerverwaltungssoftware, die jedoch nicht zu dem bei Müga eingesetzten ERP-System kompatibel war. Sämtliche Lagertätigkeiten mußten deshalb in beiden Systemen parallel bearbeitet werden. Geschäftsführer Peter Gary erinnert sich: „Damals gab es keine Lagerverwaltungssoftware, die unseren speziellen Wünschen und Preisvorstellungen entsprach.“

Jederzeit erweiterbar

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Eine Lösung dieses Problems versprach die APS Delta GmbH aus Villingen-Schwenningen, deren ERP-System Issos Pro bei Müga bereits seit 2001 im Einsatz war. Der regionale Software-Dienstleister entwickelt seit Jahren spezielle Softwarelösungen für den Kundendienstbereich. Die Ausrichtung auf weit verbreitete Standards und Windows-Technologie ermöglicht dabei, daß die individuellen Lösungen in einem vernünftigen Kostenrahmen bleiben. Der modulare Aufbau der Software erlaubt es, die Lösung jederzeit zu erweitern. Für Müga entwickelten die Softwarespezialisten deshalb ein Modul zur Verwaltung des Hochregallagers, das sich perfekt in das vorhandene ERP-System integrieren ließ und alle logistischen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen in den Bereichen Vertrieb, Einkauf, Lager und Statistik berücksichtigt. Die Verwendung einer SQL-Datenbank ermöglicht dem Anwender eigene Auswertungen und Statistiken.

HRL mit vier Gassen

Das Hochregallager mit vier Gassen besitzt Behälterstellplätze in verschiedenen Fachgrößen. Die Ein- und Auslagerung der Waren geschieht über Regalbediengeräte in jeder Gasse. Bei einer neuen Warenlieferung entnimmt das Lagerverwaltungssystem aus den Artikelstammdaten den standardmäßigen Lagerplatz des Artikels und ermittelt dann die freie Einlagerungskapazität aufgrund der freien Lagerplätze bzw. des Füllgrades je Behälter. Dabei sucht das System zunächst nach freien Kapazitäten in den im Lager bereits vorhandenen Behältern. Sind keine Behälter mit freier Kapazität vorhanden, erstellt das System eine Liste für neue Behälter und sortiert diese dabei nach dem Lagerplatzfüllgrad, indem zuerst die Lagerplätze und Behältertypen vermerkt werden, die den höchsten Füllgrad aufweisen. Geschäftsführer Gary sieht in dieser Lageroptimierung den entscheidenden Wettbewerbsvorteil für sein Unternehmen und freut sich zudem über sinkende Kosten: „Unsere Lagermiete wird nach Fläche abgerechnet, und da zählt natürlich jeder eingesparte Meter.“

Wegeoptimierte Liste

Geht eine Bestellung ein, prüft das System die Verfügbarkeit und erstellt für jeden Kundenauftrag eine wegeoptimierte Kommissionierungsliste. Nach der Auslagerung werden der Füllgrad aktualisiert, die Waren vom Lagerbestand abgebucht, der Lieferschein erstellt und die Versandaufkleber erstellt. Auf diese Weise sind Waren, die bis 16.30 Uhr bestellt wurden, am nächsten Morgen beim Kunden.

Die integrierte Schnittstelle zu dem Spezialprogramm Invent der Aachener Inform GmbH ermöglicht eine Stichprobeninventur ausgewählter Lagersätze. Das Prinzip der Stichprobeninventur beruht unter anderem darauf, daß die Hälfte oder mehr des gesamten Lagerwertes auf wenige Artikel entfällt, erfahrungsgemäß etwa fünf Prozent der Gesamtmenge. Diese wenigen - aber höherwertigen - Positionen werden in vollem Umfang gezählt, während die übrigen geringwertigen Lagerpositionen nur als Stichproben gezählt werden. Eine Hochrechnung mit statistischen Verfahren ergibt das Inventurergebnis mit einer Zuverlässigkeit von etwa 99 Prozent. Das Datenmaterial steht jederzeit aktuell zur Verfügung und eignet sich auch zur Absatzplanung auf Grund von Verkaufszahlen der Vergangenheit. Peter Gary zieht Bilanz: „Der Einsatz von Issos brachte uns neben einer Arbeitserleichterung vor allem Kosteneinsparungen. Und wenn mal eine Maschine steht, können wir heute sofort liefern.“