Wie schon beim ersten, 1996 in Betrieb genommenen A.T.U-Logistikzentrum in Weiden in der Oberpfalz hatten sich die Verantwortlichen auch mit Blick auf das neue Zentrum in Werl bei Dortmund für die Witron Logistik + Informatik GmbH als Generalunternehmer entschieden. Zum Leistungsumfang der Spezialisten aus Parkstein zählten die Planung, die komplette Realisierung − von der Lagertechnik über die Steuerung bis hin zur komplexen Software − sowie der Integrationssupport und die Inbetriebnahme des 660 m langen, 125 breiten und 30 m hohen Logistikzentrums. A.T.U hat in das Gesamtsystem, in dem von den insgesamt 130.000 gelisteten Artikeln 40.000 bevorratet werden, 102 Mio. Euro investiert.

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Vollautomatisches Reifenlager

Im mit insgesamt 75 Warenein- und -ausgängen ausgestatteten Logistikzentrum Werl sind vier sequenziell angeordnete Lagerbereiche für unterschiedliche Artikelgruppen und Kommissionierfunktionen installiert. Das 8-gassige, vollautomatische Reifenlager bevorratet 500.000 Autoreifen in 12.000 Gitterboxen, die über Wechselbrücken per Lkw in ständigem Shuttleverkehr angeliefert und abgeholt werden. In Spitzenzeiten werden pro Tag bis zu 34.900 Reifen in 1.050 speziellen Reifen-Filialboxen ausgeliefert. Im 5-gassigen, vollautomatischen Felgenlager werden auf 15.000 doppelttiefen Stellplätzen 750.000 Felgen vorgehalten. Im Wareneingang wird pro Tag ein Maximalwert von 140 Boxen mit 5.600 Felgen erreicht. Der Warenausgang bringt es auf 16.000 Felgen pro Tag.

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Das vollautomatische Hochregallager mit 16 je 100 Meter langen Gassen bietet insgesamt 46.000 Stellplätze für Europaletten und palettierte Behälter und übernimmt den Nachschub für die Kommissionierbereiche und das AKL. Der tägliche Wareneingang beträgt maximal 635 Paletten, der Warenausgang 505 Paletten.

Nachts arbeitet das LBS

Das 12-gassige, vollautomatische Kleinteilelager bietet 114.000 Stellplätze in doppelttiefer Anordnung und wird von RBGs mit Kombi-Teleskop bedient. In den Behältern mit 600 x 400 mm Grundfläche werden alle kistenfähigen Teile − von Zylinderkopfdichtungen, Zündkerzen und Bremsscheiben bis hin zu Klein- und Kleinstteilen − bevorratet. Bei Maximalauslastung können täglich 1.320 Behälter eingelagert und 1.055 Behälter für die Kommissionierung und den Versand ausgelagert werden.

Die Filialaufträge werden jeweils über Nacht vom Witron LBS (Logistic Bus System) zu Batches zusammengefaßt und auf die einzelnen Lager- und Kommissionierbereiche disponiert. Dort werden zum Arbeitsbeginn Lagerpaletten und -behälter mit den Pickvorräten bereitgestellt. Im Felgen-, Reifen- und Paletten-Hochregallager wird grundsätzlich im Pick-by-Light-Verfahren kommissioniert. Vier unterschiedliche Farb-Displays signalisieren den Mitarbeitern die Gehrichtung und die Entnahmemengen für wirtschaftlich effizientes Kommissionieren. Im AKL kann jeder von zehn Kommissionierplätzen bis zu 30 Filialen bedienen.

Besondere Merkmale

Zwei Merkmale zeichnen das Logistikzentrum Werl ganz besonders aus. Zum einen kann die Zahl der 25.000 unterschiedlichen Langsamdreher-Artikel mittelfristig auf rund 50.000 erhöht werden, denn die sogenannten WS-Artikel werden nicht in den Lagern der A.T.U-Filialen bevorratet, sondern in den beiden großen Logistikzentren. Zum anderen stellt das Distributionszentrum Werl die gleichzeitige und batchweise Kommissionierung von je 20 A.T.U-Filialen sicher.

Immense Artikelvielfalt

Im ultramodernen Hochregallager des Logistikzentrums in Werl können pro Tag in zwei Schichten 12.000 Orderlines kommissioniert werden, im AKL sind es 20.000. Das Felgenlager kann 2.300 Orderlines bewältigen, was rund 17.000 Felgen entspricht. Das Reifenlager kommt auf 3.700 Orderlines mit 34.900 Reifen.

Reiner Karl, der die Kooperation mit Witron als „sehr flexibel und positiv“ bewertet, sieht den Nutzwert des Zentrums für A.T.U und seine Kunden in der „von A.T.U selbst geleisteten professionellen Logistik-Abwicklung“. So könne A.T.U mit dem Logistikzentrum Werl im Leistungsverbund mit dem Zentrum in Weiden „die anerkannte Service-Vielfalt und das gute Preis-/Leistungs-angebot gewährleisten, da die immense Artikelvielfalt komplex gehandhabt und perfekt synchronisiert wird“.