So wurde im Jahr 2000 in Hannover die Halle 40 neu errichtet. In ihr befindet sich die sogenannte Großraumsaugerpresse mit einer Presskraft von ca. 8.500 Tonnen zur Produktion der Karosserieteile für die unterschiedlichen Baureihen. Zahlreiche Krananlagen und Sonderhebezeuge - von R. Stahl Fördertechnik konzipiert und geliefert - sorgen für den Transport, die Bereitstellung und die Zufuhr empfindlicher Karosserieteile und anderer Komponenten.

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Ein besonders interessantes Beispiel ist der sogenannte Kassettenkran im Untergeschoss der Halle 40. Seine Aufgabe ist der Umschlag von Karosserieseitenteilen und Dächern. Diese kommen von der Pressenstraße und werden zur Karosserievormontage transportiert. Da die großformatigen Blechteile vor dem Einbau in die Karosserie sehr biegeempfindlich sind, werden sie in spezielle Transportgestelle gelegt. Diese sind stapelbar und werden auf einem Anhänger per Elektroschlepper in die Karosserievorfertigung gebracht.

Gesamttraglast: 3200 kg

Der funkgesteuerte Kassettenkran von R. Stahl ist ein Zweiträgerlaufkran mit einem Spurmittenmaß von 8 Metern und einer Gesamttraglast von 3200 kg. Der Kran nimmt die Kassettenstapel mit zwei Elektrokettenzügen der aktuellen ST-Baureihe auf. Für einen rationellen Transport werden bis zu 36 Kassetten übereinandergestapelt, die der Kran absolut waagerecht aufnehmen und wieder absetzten muß.

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Zwei Kettenzüge Typ STD 3016

Aus dem umfangreichen R. Stahl Hebezeugprogramm wählten die Konstrukteure der Niederlassung Hannover zwei Kettenzüge des Typs STD 3016 mit jeweils zwei synchron laufenden Lasthaken. Die zwei Kettenzüge wurden mit einer Kardanwelle mechanisch verbunden und in einer Hängekatze zu einer Hubeinheit zusammengefaßt. Dadurch laufen alle vier Lasthaken im Raster von 3,30 m x 1,65 m absolut synchron, also ohne Höhenversatz. Als zusätzliche Sicherheitseinrichtung wurden Getriebeendschalter zur Begrenzung der obersten und untersten Hakenstellung angebaut.

Eine weitere Herausforderung stellte das speziell für diesen Einsatzfall konzipierte Lastaufnahmemittel dar, daß gemeinsam mit der Firma Weka Fördertechnik entwickelt wurde.

Nur vier Aufnahmepunkte

An nur vier seitlichen Aufnahmepunkten der untersten Kassette wird der gesamte Stapel von bis zu 36 Kassetten mit einer Stapelhöhe von 2,2 m vom Transportwagen aufgenommen und umgelagert. Die Höhenjustierung der Lastaufnahme kann über die Gewindestangen an Stelle der üblichen Lasthaken am Hakengeschirr vorgenommen werden.

Die elektrische Ausrüstung der Krananlage wurde entsprechend den VW-Werksnormen ausgelegt und gefertigt. Zum Lieferumfang gehörte außerdem eine Funkfernsteuerung von HBC. Der Aufbau vor Ort und die Inbetriebnahme der kompletten Anlage wurden von den Fachmonteuren der R. Stahl Niederlassung durchgeführt. Seit Juli 2003 ist der Kran permanent im Einsatz.